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Geithain Startschuss für etwas Einmaliges: eine „Elternakademie“ in Geithain
Region Geithain Startschuss für etwas Einmaliges: eine „Elternakademie“ in Geithain
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15:09 01.10.2010
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Geithain

Das Projekt soll jungen Menschen helfen, sich zu Persönlichkeiten zu entwickeln, zugleich interessierte Eltern qualifiziert unterstützen.

Die Idee für dieses Gemeinschaftsprojekt entstand in den halbjährlich stattfindenden Arbeitsgesprächen zwischen dem Leiter der Volkshochschule Leipziger Land, Ralph Egler, und dem der Mittel- und Gemeinschaftsschule, Gunter Neuhaus. „Wir wollen dadurch möglichst vielen jungen Menschen die Chance geben, sich optimal zu entwickeln, beispielsweise auch in Fragen der Berufsorientierung, aber auch interessierten Eltern helfen, diesen Prozess richtig zu unterstützen", so Egler. Mitarbeiter der Universität Leipzig werden das Vorhaben inhaltlich und wissenschaftlich begleiten.

In einem ersten Gespräch der Leiter der beteiligten Bildungseinrichtungen mit den Elternvertretern der Paul-Guenther-Schüler vor Monatsfrist wurde das Anliegen vorgestellt, ein gemeinsames Vorgehen mit den Eltern vereinbart. Auf große Resonanz stieß das Projekt in den darauffolgenden Klassenelternabenden. „Schon dort zeigte sich, wie vielfältig die Themen sind, die die Eltern hinsichtlich der Entwicklung ihrer Kinder und deren Umfeld bewegen", informierte Neuhaus. „Ob es nun die Motivation junger Menschen betraf oder deren Medienkonsum, ob es Alkohol- und Drogenprobleme oder die Gefahren sind, Sekten und Bauernfängern auf den Leim zu gehen." Zu den dabei am häufigsten aufgeworfenen Fragen wurden vorgestern zunächst elf Themen aufgezeigt - von Extremismus- und Gewaltprävention bis zu Pubertätsfragen. „Mit jenen, die nun die meisten Stimmen der Eltern bekommen, werden wir anfangen", so Psychologe Marcus Stück von der Uni Leipzig.

Kernstück der Akademie werden thematische Veranstaltungen in einem „Elterncafé" in den Räumen der Begegnungsstätte des Pflegedienstes Strigan sein. Die sollen ab November beginnen. „Dabei wollen wir in Kontakt mit Eltern kommen und den Erfahrungsaustausch über alltägliche, schulische und familiäre Problemlagen fördern", beschrieb Stück die Intensionen. In der Anfangsphase würden diese Treffen von spezialisierten Psychologen seines Zentrums für Bildungsgesundheit begleitet. Dadurch sollen die Eltern befähigt werden, den Erfahrungsaustausch und die Erörterung sensibler Problemlagen künftig selbstständig zu gestalten und darüber hinaus auch neue, die Eltern bewegende Themen aufzugreifen. „Das alles soll vertrauensvoll auf Augenhöhe passieren." Damit solle eine Bewegung von unten entstehen, da die Zahl der Schulpsychologen überaus dünn sei. Obwohl Verhaltungsprobleme von Schülern zunähmen, komme in Deutschland nur ein Schulpsychologe auf 12.000 Schüler.

„Natürlich soll das ,Elterncafé" auch seinem Namen gerecht werden. Gewährleistet wird das, in dem Mitglieder der Schülerfirma unserer Schule Veranstaltungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten gastronomisch betreuen", avisierte Neuhaus.

Da das Projekt bundesweit Neuland sei, ständen für dessen Finanzierung zurzeit noch keine öffentlichen Mittel zur Verfügung. Deshalb dankten Eltern und Projektleitung der „Elternakademie" den bisher fünf Sponsoren der Region. Und sie hoffen, weitere zu finden, die die „Elternakademie" unterstützen werden. „Denn wir setzen auf Nachhaltigkeit, denken an einen längeren Prozess", hofft Egler auf ein erfolgreiches Projekt.

Thomas Lang

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