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Statt Dornröschenschlaf: Neues Leben für die alte Schule Jahnshain

Kohren-Sahlis Statt Dornröschenschlaf: Neues Leben für die alte Schule Jahnshain

Ein Haus mit vielen Funktionen für ein lebendiges Dorf: Zu einem solchen könnte, ja sollte die alte Jahnshainer Schule werden. Engagierte aus Jahnshain, Linda und Meusdorf – im Volksmund kurz JaLiMeu – setzen sich dafür ein, die seit Jahren ungenutzte Immobilie aus ihrem Dornröschen-Schlaf zu holen.

Die alte Jahnshainer Schule soll aus dem Dornröschenschlaf geweckt und zum Haus mit verschiedenen Nutzungen werden.

Quelle: Ilke Schulz

Kohren-Sahlis/Jahnshain. Ein Haus mit vielen Funktionen für ein lebendiges Dorf: Zu einem solchen könnte, ja sollte die alte Jahnshainer Schule werden. Engagierte aus Jahnshain, Linda und Meusdorf – im Volksmund kurz JaLiMeu – setzen sich dafür ein, die seit Jahren ungenutzte Immobilie aus ihrem Dornröschen-Schlaf zu holen. Verbündete finden sie nicht nur in der Stadt Kohren-Sahlis, sondern in dieser ersten Phase auch im Landratsamt. Die Behörde beabsichtigt ein so genanntes Multiples Haus nicht nur in Jahnshain unterstützen. Ziel ist es, am südlichen Saum des Landkreises – übergreifend Stück für Stück ein Netz dieser Einrichtungen aufzubauen – Arbeitstitel „Multiple Häuser im Kohrener Land“.

Nahe dran war der Ortschaftsrat von Jahnshain, der auch die Interessen der Lindaer und Meusdorfer vertritt, das Gebäude abzuschreiben: Es habe viele Vorschläge gegeben für die einstige Schule und den einstigen Kindergarten, die aber von der Kommune finanziell nicht umsetzbar seien, blickt Ilke Schulz zurück. „Doch dann sagten einige: Lasst uns das wichtige Gebäude im Ort nicht einfach aufgeben, lasst uns doch noch einmal nachdenken, was uns im Dorf fehlt, was wir selbst daraus machen können“, sagte sie auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates, auf der sie die Idee umriss. Eine Idee, die sich anlehnt an ein Modellprojekt in der Wurzener Region. Hier wurde in der zu Thallwitz gehörenden alten Böhlitzer Dorfschule im Herbst vergangenen Jahres ein Multiples Haus, als ein Ort für Dienstleistung und Nachbarschaft, übergeben. Hier bündelt sich seither das gesellschaftliche und Vereinsleben der 725 Einwohner zählenden Gemeinde. Zur Einweihung kam Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) höchst selbst und unterstrich die politische Relevanz dieser dank verschiedener Förderprogramme gestemmten Investition. Idee und Konzept der Multiplen Häuser stammen vom Büro rb Architekten aus Leipzig.

„Der Bedarf für ein solchen Haus ist unbedingt da“, sagt Stefanie Beier und denkt an ein Domizil für den Sport, für die Älteren, für Veranstaltungen. Dass ein solches Gebäude die Aktivitäten in den drei Dörfern zusätzlich stimulieren könnte, davon ist auch Nicole Hermsdorf überzeugt. Zurzeit könne die alte Schule allenfalls temporär und im Sommer genutzt werden; es fehlten nicht nur Toiletten und Heizung. Dabei wäre Platz genug, um Vereinsräume, Räume für eine Arztsprechstunde, Tagesbetreuung, Fußpflege oder ähnliches, und sogar Wohnungen aufzunehmen. Letztere böten sich an, um die Betriebskosten des Hauses erwirtschaften zu helfen. Perfekt wäre es, so Ilke Schulz, könnten weitere vergleichbare Immobilien in ein solches Netzwerk aufgenommen werden, das Kulturgut Linda oder das Altmörbitzer Gemeindeamt etwa, aber gern auch geeignete Gebäude in Nachbarkommunen – wo sich wie in JaLiMeu aber Engagierte finden müssten, um solche Bestrebungen zu tragen.

„Es geht nicht allein um ein Haus. Es geht um die Vernetzung. Ich finde die Idee sehr gut“, meinte Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU). Das Beispiel des Oldtimervereins, der in Terpitz einen alten Gasthof zu einem attraktiven Vereinshaus umbaute, zeige, was mit viel Energie möglich sei. Deshalb stehe das Vorhaben auch in der Eingliederungsvereinbarung mit Frohburg. Michael Röthig (CDU) interessierte die Frage der Finanzierung. Man habe die Chance auf Fördermittel, etwa aus dem Leader-Programm Land des Roten Porphyr, antwortete Schulz. Wichtig sei es, vorerst eine Trägerstruktur im Rahmen des Konzeptes zu entwickeln, um die Beschaffung von Eigenmitteln und den dauerhaften Betrieb des Hauses sicher zu stellen. In Frage kommen könnte dafür auch der Bürgerverein JaLiMeu, der sich im August gründen will. „Der soll das Konzept für das Haus mitentwickeln, aber vor allem das Dorfleben für alle Generationen voranbringen. Wir möchten kleine Schritte gehen.“

Marco Höppner (CDU) schlug vor, das Gnandsteiner Fachwerkhaus, in dem bis Ende vergangenen Jahres der Fremdenverkehrsverband Kohrener Land seinen Sitz hatte, jetzt doch nicht sofort zu verkaufen. Vielmehr sollte man prüfen, das Haus in ein solches Netz einzubringen. Darüber werde sich der Gnandsteiner Ortschaftsrat demnächst verständigen.

www.multiples-haus.de

Von Ekkehard Schulreich

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