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Geithain Steht der Tierpark Geithain durch Behördendruck vor der Schließung?
Region Geithain Steht der Tierpark Geithain durch Behördendruck vor der Schließung?
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11:40 25.02.2018
Ludbert Schmuck schlägt Alarm: Der Geithainer Tierpark ist möglicherweise in Gefahr. Quelle: Andreas Döring
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Geithain

Am 31. Mai, 18.30 Uhr, schließt Ludbert Schmuck die Tore zum Geithainer Tierpark zu. Er öffnet sie nicht am Kindertag am nächsten Morgen, nicht in den folgenden Tagen, nie mehr. – Ein Szenario, das viele Geithainer und Menschen aus dem Umland treffen würde. Schmuck, im Vorstand des Tierparkvereins und Geithainer Stadtrat der WVWV, warnte am Dienstag eindrücklich davor, dass es so kommen könne. Der Verein stehe seit Wochen unter hohem Druck seitens des Landratsamtes, sagte er. Es häuften sich Anzeigen und Kontrollen, die teuer zu stehen kämen. Vor allem aber: In widersprüchlichen amtlichen Schreiben werde dem Verein die Genehmigung streitig gemacht, den Tierpark betreiben zu dürfen. Damit, so Schmuck, sei für die Ehrenamtlichen die Grenze erreicht. Bürgermeister Frank Rudolph (UWG), überrascht, sagte zu, sich noch in dieser Woche in der Behörde um eine Klärung zu kümmern.

„Wir befinden uns als Verein, ohne es zu wissen, offenbar in einer rechtlichen Grauzone“, eröffnete Ludbert Schmuck (WVWV) den verblüfften Stadtratskollegen und den Geithainern auf den Besucherbänken. Er hatte einen ganzen Stapel Behördenpost mitgebracht. Immer wieder gebe es anonyme Anzeigen gegen den Verein, zuletzt zu Pfingsten. Kontrollen ergäben, meist sei überhaupt nichts dahinter. „Immer mehr Geld, das wir von den vielen Unterstützern für die Tiere bekommen, geht dafür drauf. Das kann keiner begreifen“, sagte Schmuck. Ein Brief stelle sogar grundsätzlich das Recht des Vereins in Zweifel, Tiere öffentlich zu zeigen – und die Eignung der Betreuer, mit den Tieren sachgerecht umzugehen: „Wir haben für alle Tiere erfahrene Pfleger. Das Gegenteil zu behaupten, ist absurd.“

„Wir haben gedacht, wir sind auf einem guten Weg“, sagte Schmuck namens des Vereins. Stück für Stück habe man in den vergangenen Monaten und Jahren den Tierpark – vor mehr als drei Jahrzehnten als Einrichtung der Stadt eröffnet und seither ungebrochen eine über Geithain hinaus wirkende Attraktion – ausgebaut, die Lebensbedingungen für die Tiere verbessert, den Park selbst aufgewertet. Dabei könne man sich auf viele Helfer stützen, habe für die mehr als 70 Tiere vom Wellensittich bis zum Lama Paten gewinnen können. Der Vorstand sei angesichts des massiven Gegenwindes, den er nicht nachvollziehen könne, ratlos. „Wir werden dafür kämpfen, dass unser Tierpark erhalten bleibt“, sagte er. Es könne aber nicht sein, dass die Ehrenamtlichen am Ende persönlich in Haftung genommen würden.

„Das klingt sehr abenteuerlich und verwirrend“, sagte Gabriele Sporbert (CDU). Sie als Kreisrätin werde sich dafür einsetzen, dass die Probleme aus der Welt geschafft würden. Es könne nicht sein, dass der Verein, der eine anerkannt gute Arbeit leiste, durch fortwährende Anzeigen und Vorwürfe zum Aufgeben gedrängt werde. „Wir haben viele, die für den Tierpark Geld und Mittel zur Verfügung stellen“, sagte sie. Das müsse den Geithainern und ihren Gästen auch in der Zukunft zugute kommen. Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) sagte zu, das Thema Tierpark möglichst noch am Freitag im Landratsamt persönlich anzusprechen. Auf ein Gespräch mit der Behörde setzt auch der Verein in der kommenden Woche.

„Das Verfahren steht noch ganz am Anfang. Es ist also noch nichts entschieden“, sagte Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes, am Mittwoch auf LVZ-Nachfrage. Man habe dem Verein bis zum Ende des Monats eine Frist eingeräumt, sich zu positionieren. „Gespräche hierzu werden auch noch stattfinden. Diese Informationen und Ergebnisse müssen wir abwarten, bevor wir als Amt eine Stellungnahme abgeben können“, so Laux. Zu Details wollte sie sich deshalb zurzeit nicht äußern. Grundsätzlich gelte nicht nur für den Geithainer Tierpark: Wie bei allen andern Objekten gebe es regelmäßig Routine- und auch anlassbezogene Kontrollen. In diesem Zusammenhang werde der Verein aktuell zu einigen Punkten angehört.

Von Ekkehard Schulreich

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