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Steinbacher Heimatverein will barockes Herrenhaus retten

Neues Konzept Steinbacher Heimatverein will barockes Herrenhaus retten

Genau 300 Jahre nach der Erbauung des barocken Herrenhauses in Steinbach verstärken Einwohner des Bad Lausicker Ortsteils ihre Bemühungen, dieses architektonische und kulturhistorische Kleinod vor dem Verfall zu bewahren - möglicherweise in letzter Minute.

Die Steinbacher wollen, dass ihr barockes Herrenhaus erhalten bleibt - für die Dorfgemeinschaft, aber natürlich auch als Bauwerk. (Archiv)

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick/Steinbach. 1715 war das beeindruckende Haus, in einem reizvollen Park gelegen, errichtet worden. Das Jubiläum in diesem Jahr blieb allerdings ungefeiert. Zu feiern besteht wenig Grund, denn das Ensemble, das bis vor Jahren die Grundschule beherbergte und noch immer den tatsächlichen und ideellen Mittelpunkt des Dorfes markiert, ist marode. Heimatverein, Feuerwehr, Maifestverein, Ortschaftsrat und andere Enthusiasten versuchen seit Längerem, dem Verfall mit Renovierungen Einhalt zu gebieten. Jetzt, da sich die Stadt Bad Lausick als Eigentümerin dazu bekannte, das Herrenhaus (doch) nicht zu veräußern, sondern weiter öffentlich zu nutzen, gründete sich ein Arbeitskreis, um die Sache endlich grundsätzlich anzugehen.

"Es wird Zeit, dass mal wieder was dran gemacht wird", sagte Arnd Graichen, Ortschaftsrat, Heimatvereins-Mitglied und in den Achtzigerjahren Steinbacher Bürgermeister. In seiner Amtszeit hatte die damals selbstständige Gemeinde mit einer Instandsetzung begonnen, aber nicht zu Ende führen können. Die Stadt Bad Lausick übernahm später den Abriss des Speisesaal-Anbaus, doch für Erhaltungsarbeiten fehlt(e) das Geld. "Wir haben in den letzten Jahren viel Arbeit reingesteckt und sind gerade dabei, die Räume im Erdgeschoss herzustellen", meinte Thomas Klagge, Mitglied in Ortschaftsrat und Heimatverein. Es wüchsen aber die Zweifel, ob dieser Einsatz lohne - denn retten könne man das große Haus auf diese Weise nicht.

Michael Hultsch (parteilos), neuer Bad Lausicker Bürgermeister, lud jetzt den Arbeitskreis zu einer ersten Beratung ins Rathaus ein. Am Tisch saßen ein Dutzend Steinbacher, denen das Herrenhaus am Herzen liegt, außerdem Henry Heibutzki, Geschäftsführer der Kur GmbH. Wer das Haus retten wolle, müsse zumindest für einen Teil eine wirtschaftliche Nutzung finden. Anders habe man weder die Chance auf Förderung noch auf Kredite, sagte er. Dazu brauche man ein Konzept und potent(iell)e Partner.

Die Steinbacher allein seien damit überfordert; die Stadt Bad Lausick müsse das Haus mit nutzen, meinte Ortschaftsrat Falk Noack. "Sobald es ein Privater hat, ist es für uns passé", warnte Graichen. Entscheidend nannte Bernd Dietzschold vom Heimatverein, "die Substanz aufzunehmen vom Keller bis zum Dach". Erst wenn man wisse, wie der Bauzustand sei, könne man Sanierungsschritte ins Auge fassen.

Ein kleiner Schritt, das Steinbacher Herrenhaus ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, soll die 1. Steinbacher Schlossweihnacht am 5. Dezember ab 16 Uhr sein - "mit einem Lichterbaum, den man schon von der Straße aus sieht", so Feuerwehr-Chef Lothar Kreischer. Im Januar will sich der Arbeitskreis erneut treffen. Zwei Dinge legte Hultsch den Steinbachern bis dahin ans Herz: einen Fachmann aus dem Dorf zu bitten, die Bausubstanz zu sichten, und einen Veranstaltungsplan für 2016 zu erarbeiten mit dem Ziel, das barocke Ensemble bekannter zu machen. 2017 wäre dafür ein ebenso gutes Jahr: Zum 200-jährigen Reformationsjubiläum hatte Wolf Siegfried von Kötteritz auch die Steinbacher Dorfkirche neu erbauen lassen.

Von Ekkehard Schulreich

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