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Steinmeier lädt Sächsische Bläserphilharmonie auf Schloss Bellevue ein

Bundespräsident zu Besuch Steinmeier lädt Sächsische Bläserphilharmonie auf Schloss Bellevue ein

Sie wollten auf die Bedeutung der Kultur im ländlichen Raum aufmerksam machen. Was der Sächsischen Bläserphilharmonie und der Deutschen Bläserakademie in Bad Lausick offenbar gelungen ist – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lud das Ensemble zum Bürgerfest auf Schloss Bellevue ein.

Geschäftsführer der Deutschen Bläserakademie, Heiko Schulze, im Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Gattin Elke Büdenbender in Bad Lausick.

Quelle: Thomas Kube

Bad Lausick. Eine knappe Stunde voller Musik erlebten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seine Frau Elke Büdenbender am Montagnachmittag in Bad Lausick. Nicht nur das – sie gestalteten sie mit: Thomas Clamor, Chefdirigent der Sächsischen Bläserphilharmonie, lud den ersten Mann des Staates und die First Lady ein, das Ensemble mit Rhythmus-Instrumenten zu verstärken. Begleitet von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), stattete der Bundespräsident auf seiner Tour durch den Freistaat Sächsischer Bläserphilharmonie und Deutscher Bläserakademie einen Kurzbesuch ab.

Das sächsische Kulturraum-Gesetz, einzigartig in der Bundesrepublik, trage maßgeblich zur Finanzierung von Kultur im ländlichen Raum bei, sagte Heiko Schulze, Geschäftsführer des gemeinnützigen Trägers von Philharmonie und Akademie. Es bedürfe aber der Nachjustierung, um die Musiker angemessen zu entlohnen. Dass die Philharmonie erst kürzlich in das Bundesprogramm Exzellente Orchesterlandschaft Deutschlands aufgenommen worden sei, helfe. Dennoch: „Gerade Kultur braucht Nachhaltigkeit.“

Man verstehe sich nicht nur als Kulturbotschafter Deutschlands, sondern als Brückenbauer mittels Musik, sagte Thomas Clamor mit Blick auf das vielschichtige Programm von Orchester und Akademie, die in der Region verwurzelt sei, aber national und international ausstrahle.

Wenn der Funke überspringe, sei das der erfüllendste Moment für einen Musiker, sagte Solo-Flötistin Claudia Scheibe als Steinmeier, Büdenbender und Tillich inmitten des Orchesters Platz genommen hatten: „Dann nerven Diskussionen, ob Kultur gebraucht wird, ob wir gebraucht werden. Unser Land braucht so viel Kultur wie irgend möglich.“ Ministerpräsident Tillich („Kultur ist Länderzuständigkeit“) stellte die Überarbeitung des Kulturraum-Gesetzes in Aussicht; damit sei man zurzeit befasst. „Die Unterstützung der Kulturarbeit ist mir ein wichtiges Anliegen“, sagte Steinmeier. Helfen könne er, indem er Wertschätzung erzeuge und die künstlerischen Leistungen einem breiteren Publikum zugänglich mache. Ein Podium sei zum Beispiel das alljährliche Bürgerfest des Bundespräsidenten auf Schloss Bellevue: „Wenn Sie wollen, lade ich sie gern dazu ein.“

Dass Frank-Walter Steinmeier bei seiner Anfahrt zum Musikhaus die Bad Lausicker Feuerwehr zumindest aus dem Augenwinkel wahrnahm, hatten die ehrenamtlichen Brandschützer gehofft. Sie hatten ein Löschfahrzeug und Spruchbanner platziert, um auf ihre Personalnot hinzuweisen. „Mit der Landespolitik kommen wir nicht weiter. Wir brauchen bundespolitische Aufmerksamkeit und Unterstützung“, sagte André Trautner, Bad Lausicker Unternehmer und Initiator der Kampagne „Keiner kommt. Feuerwehren in Not“. Die Basis allein schaffe trotz vielfältiger Anstrengungen keine Trendwende. „Und die, die Mittel haben und die Kraft, verstecken sich hinter der kommunalen Selbstverwaltung.“ Thomas Haufe, Wehrleiter von Bennewitz, beteiligte sich an der Aktion. Beruflich in Bad Lausick tätig, gehört er zu jenen wenigen, die Mitglied zweier Wehren sind: „Das funktioniert im Einzelfall.“ Eine grundsätzliche Möglichkeit, um die Tageseinsatzbereitschaft in den kleineren Städten abzusichern, sei es aber kaum. Der Bad Lausicker Wehrleiter Tomy Klisch wünschte sich mehr Unterstützung für kleine Betriebe: „Wenn dort ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann zum Einsatz muss, ist Schicht im Schacht. Hier muss es einen angemesseneren Ausgleich geben.“

Ob der Bundespräsident die Botschaften wahrgenommen hat und mit in die Hauptstadt nehmen wird – die Feuerwehren geben die Hoffnung nicht auf.

Von Ekkehard Schulreich

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