Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Steinmeier lädt Sächsische Bläserphilharmonie auf Schloss Bellevue ein
Region Geithain Steinmeier lädt Sächsische Bläserphilharmonie auf Schloss Bellevue ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:05 25.04.2018
Geschäftsführer der Deutschen Bläserakademie, Heiko Schulze, im Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Gattin Elke Büdenbender in Bad Lausick. Quelle: Thomas Kube
Anzeige
Bad Lausick

Eine knappe Stunde voller Musik erlebten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seine Frau Elke Büdenbender am Montagnachmittag in Bad Lausick. Nicht nur das – sie gestalteten sie mit: Thomas Clamor, Chefdirigent der Sächsischen Bläserphilharmonie, lud den ersten Mann des Staates und die First Lady ein, das Ensemble mit Rhythmus-Instrumenten zu verstärken. Begleitet von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), stattete der Bundespräsident auf seiner Tour durch den Freistaat Sächsischer Bläserphilharmonie und Deutscher Bläserakademie einen Kurzbesuch ab.

Das sächsische Kulturraum-Gesetz, einzigartig in der Bundesrepublik, trage maßgeblich zur Finanzierung von Kultur im ländlichen Raum bei, sagte Heiko Schulze, Geschäftsführer des gemeinnützigen Trägers von Philharmonie und Akademie. Es bedürfe aber der Nachjustierung, um die Musiker angemessen zu entlohnen. Dass die Philharmonie erst kürzlich in das Bundesprogramm Exzellente Orchesterlandschaft Deutschlands aufgenommen worden sei, helfe. Dennoch: „Gerade Kultur braucht Nachhaltigkeit.“

Man verstehe sich nicht nur als Kulturbotschafter Deutschlands, sondern als Brückenbauer mittels Musik, sagte Thomas Clamor mit Blick auf das vielschichtige Programm von Orchester und Akademie, die in der Region verwurzelt sei, aber national und international ausstrahle.

Wenn der Funke überspringe, sei das der erfüllendste Moment für einen Musiker, sagte Solo-Flötistin Claudia Scheibe als Steinmeier, Büdenbender und Tillich inmitten des Orchesters Platz genommen hatten: „Dann nerven Diskussionen, ob Kultur gebraucht wird, ob wir gebraucht werden. Unser Land braucht so viel Kultur wie irgend möglich.“ Ministerpräsident Tillich („Kultur ist Länderzuständigkeit“) stellte die Überarbeitung des Kulturraum-Gesetzes in Aussicht; damit sei man zurzeit befasst. „Die Unterstützung der Kulturarbeit ist mir ein wichtiges Anliegen“, sagte Steinmeier. Helfen könne er, indem er Wertschätzung erzeuge und die künstlerischen Leistungen einem breiteren Publikum zugänglich mache. Ein Podium sei zum Beispiel das alljährliche Bürgerfest des Bundespräsidenten auf Schloss Bellevue: „Wenn Sie wollen, lade ich sie gern dazu ein.“

Dass Frank-Walter Steinmeier bei seiner Anfahrt zum Musikhaus die Bad Lausicker Feuerwehr zumindest aus dem Augenwinkel wahrnahm, hatten die ehrenamtlichen Brandschützer gehofft. Sie hatten ein Löschfahrzeug und Spruchbanner platziert, um auf ihre Personalnot hinzuweisen. „Mit der Landespolitik kommen wir nicht weiter. Wir brauchen bundespolitische Aufmerksamkeit und Unterstützung“, sagte André Trautner, Bad Lausicker Unternehmer und Initiator der Kampagne „Keiner kommt. Feuerwehren in Not“. Die Basis allein schaffe trotz vielfältiger Anstrengungen keine Trendwende. „Und die, die Mittel haben und die Kraft, verstecken sich hinter der kommunalen Selbstverwaltung.“ Thomas Haufe, Wehrleiter von Bennewitz, beteiligte sich an der Aktion. Beruflich in Bad Lausick tätig, gehört er zu jenen wenigen, die Mitglied zweier Wehren sind: „Das funktioniert im Einzelfall.“ Eine grundsätzliche Möglichkeit, um die Tageseinsatzbereitschaft in den kleineren Städten abzusichern, sei es aber kaum. Der Bad Lausicker Wehrleiter Tomy Klisch wünschte sich mehr Unterstützung für kleine Betriebe: „Wenn dort ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann zum Einsatz muss, ist Schicht im Schacht. Hier muss es einen angemesseneren Ausgleich geben.“

Ob der Bundespräsident die Botschaften wahrgenommen hat und mit in die Hauptstadt nehmen wird – die Feuerwehren geben die Hoffnung nicht auf.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Erweiterungsbau am Nordgiebel der Frohburger Oberschule wird am Freitag durch die Stadtverwaltung und die Bauaufsicht des Landkreises Leipzig abgenommen. Allerdings sei es trotz mehrmonatiger Verspätung zu früh, um konkrete Einzugspläne zu nennen, sagt Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW).

13.11.2017

Ein Viertel der Wassermenge, das die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain fördern, stammt aus den Wasserwerken Prießnitz und Frohburg. In Prießnitz wird bis 2019/20 ein komplett neues Wasserwerk errichtet. Frohburg wird dann von hier aus versorgt.

16.11.2017

Das Lauterbacher Dorfleben hat eine Adresse: das Haus in der Hauptstraße, das 1982 als Jugendklub errichtet wurde. Inzwischen Dorfgemeinschaftshaus, hat es die Sportgemeinschaft in ihrer Regie. Der Verein setzt sich jetzt für eine energetische Sanierung ein.

13.11.2017
Anzeige