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Geithain Stiftung hilft bei Gutachten: Erste behutsame Sanierungsschritte geplant
Region Geithain Stiftung hilft bei Gutachten: Erste behutsame Sanierungsschritte geplant
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00:28 25.03.2018
Bauernrathaus Prießnitz Quelle: Peter Denecke
Frohburg/Prießnitz

Ein Holzschutz-Gutachten soll jetzt aufzeigen, was getan werden muss, um das historische Prießnitzer Bauernrathaus denkmalgerecht zu erhalten. Vor genau zwei Jahren, im Frühling 2016, hatten sich mehrere Prießnitzer zusammengefunden, um einen Verein zu gründen. Der nahm das mehr als 300 Jahre alte Fachwerkgebäude von der Stadt Frohburg, die sich von der Immobilie trennen wollte, in Erbpacht. Mit Veranstaltungen gelang es dem Verein, das Haus in das Bewusstsein der Dorfgemeinschaft zurückzuholen. Schritt für Schritt will er eine Restaurierung der kulturgeschichtlich wie architektonisch wertvollen Substanz möglich machen.

Gebäude ist ein Kleinod in Prießnitz

Bauernrathaus Prießnitz (u.l.) mit Blick bis Trebishain. Quelle: Jens Paul Taubert

„Das Interesse an dem Gebäude ist groß. Wir spüren eine enorme Unterstützung innerhalb des Dorfes, aber auch darüber hinaus“, sagt Jessica Böttcher-Ebers. Die Archäologin ist die Vorsitzende des Vereins Bauernrathaus Prießnitz. Sieben Mitstreiter zählt der Zusammenschluss. „Wir kommen aus verschiedenen Berufen, aber alle Erfahrungen sind nützlich, um den Verein voranzubringen.“ Zum Heimatverein Prießnitz/Trebishain und zur Freiwilligen Feuerwehr gebe es gute Kontakte, ebenso zu anderen Vereinen, und bei Veranstaltungen erfahre man viel Aufmerksamkeit aus der Nachbarschaft - und sei es in Form von Kuchen, die für die Besucher gebacken würden. Zum Tag des offenen Denkmals 2016 trat der Verein erstmals in die Öffentlichkeit.

Einen Kanon von Veranstaltungen für verschiedene Generationen zu etablieren, ist ein zentrales Ziel. „Das gelingt uns bereits gut. Die Gastspiele der Mundartbühne Borna kommen sehr gut an, und wenn wir die Jüngsten zu Geschichten an unserem grünen Kachelofen einladen, lassen sich viele mit Kissen und Kuscheltier auf dem Boden nieder“, sagt Böttcher-Ebers. Die Bohlenstube des in Umgebinde-Bauweise errichteten Bauernrathauses, wo sich über Jahrhunderte die Dorfgemeinschaft traf und die so etwas wie eine Herzkammer war, bietet Veranstaltungen ein unverwechselbares Ambiente.

Mobile Apfelquetsche kommt wieder nach Prießnitz

Ein Termin für das nächste Lene-Voigt-Programm wird noch gesucht. Klar sind schon das Osterbasteln am 24. März ab 14 Uhr (Anmeldung unter bauernrathaus.priessnitz@gmx.de), der Frühschoppen im und vor dem Rathaus am 1. Mai und der Tag des offenen Denkmals am 9. September, eine Sonderausstellung inklusive. Nach dem Erfolg der Quetschfest-Premiere im vergangenen Herbst gibt es am 5. Oktober eine Neuauflage. Dann kommt wieder die mobile Apfelquetsche nach Prießnitz, um das Obst aus den Gärten zu verarbeiten - eingebettet in ein kleines Fest.

Das Bauernrathaus Prießnitz in einer früheren Ansicht. Quelle: Andreas Döring

Parallel zu Veranstaltungen treibt der Verein die Recherchen über das Gebäude voran. „In den Archiven gibt es dazu nur wenige Unterlagen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Fakt sei, das Gebäude sei im Laufe der Jahrzehnte in Teilen immer wieder baulich verändert worden. Das rettete den Bestand des Gebäudes, führte aber zum Teil auch massive Eingriffe mit sich, wie die Entfernung der Blockbohlen auf der West- und Südseite in den 60-Jahren.

Verein holt sich Ideen aus der Lausitz

Das Holzschutzgutachten, das Jan Körner aus Frankenhain dank Förderung des Bauernrathaus Prießnitz durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig zurzeit erarbeitet, soll Grundlage sein für erste behutsame Sanierungsschritte. „Es muss für unseren kleinen Verein leistbar sein“, sagt Böttcher-Ebers. Die ersten beiden Jahre gäben Anlass für Zuversicht, innerhalb des Vierteljahrhunderts Erbpacht einiges zu bewegen. Diese Bemühungen würden von den Prießnitzern honoriert. Das zeige sich nicht nur bei den Veranstaltungen, sondern auch bei Taufen, Konfirmationen, Familienfeiern, für die die Bohlenstube gern gebucht werde: „Es fand hier im letzten Jahr auch eine erste Hochzeit statt.“ Am Tag des Umgebindehauses Ende Mai beteilige man sich in diesem Jahr allerdings nicht als ein Veranstalter: „Wir fahren selbst in die Lausitz, wo viele dieser Gebäude erhalten sind, um Erfahrungen und Ideen einzuholen.“

Von Ekkehard Schulreich

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