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Geithain Streit um Bad Lausicker Jugendhaus beigelegt
Region Geithain Streit um Bad Lausicker Jugendhaus beigelegt
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Im Bad Lausicker Kinder- und Jugendhaus werden zu Aktionstagen eine Reihe Workshops – wie der im Breakdance – angeboten. (Archivfoto) Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Die städtischen Zuschüsse für die Leiterin des Hauses und eine zweite Kraft – es geht um 47 .000 Euro für das kommende Jahr – wurden von der Tagesordnung genommen. Mitte der Woche die überraschende Wende: In einer Runde von Stadträten, Bürgermeister, Awo, Oberschulleiter, Schülervertretern, Jugendamt wurden die Kritikpunkte aus dem Weg geräumt.

„Das war ganz konstruktiv”, sagt der bisherige Kritiker Udo Goerke. Der CDU-Fraktionschef hatte im Stadtrat das Ergebnis von Aufwand und Nutzen der Awo-Zuschüsse als nicht akzeptabel bezeichnet. Das jetzt diskutierte Konzept allerdings habe augenscheinlich Hand und Fuß; das Geld sollte deshalb bewilligt werden. „Es war gut, dass wir miteinander gesprochen haben”, sagte er. Es gelte nun, die Umsetzung des Konzeptes im Auge zu behalten und früher zu intervenieren, wenn es Widersprüche gebe.

„Das Konzept ist gut, und wenn es so umgesetzt wird, sehr gut”, unterstützte Tim Barczynski (Linke) diese Position. Offenbar wisse die Oberschule – trotz Kooperationsvertrages – zu wenig, was sich im benachbarten Jugendhaus tue; deshalb werde es im Schulgebäude künftig Aushänge zu Angeboten geben. Wichtig sei, so Barczynski, die Jugend einzubeziehen und ihr Verantwortung zu übertragen. Wie die das annehme, lasse sich allerdings nie sicher prognostizieren. Das liege in der Natur der Sache. – „Alles, was möglich ist, sollten wir für unsere Kinder tun”, bekräftigte Horst Juhlemann (AfD). Er habe keine Einwände gegen das Awo-Konzept, doch es sei wichtig, sich spätestens im zweiten Quartal 2016 erneut zu treffen und zu sichten, was daraus tatsächlich geworden sei.

„Gewisse Informationslücken“ habe die Runde schließen können, sagt Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos). Das Awo-Konzept sei schlüssig; der Zuschuss werde deshalb noch im November im Stadtrat behandelt. Für die Zukunft sei geplant, dass sich Stadt, Jugendhaus und Oberschule mindestens vierteljährlich treffen, um die Arbeit abzustimmen und mögliche Probleme aus dem Weg zu räumen.

„Wir hatten unser überarbeitetes Konzept bereits mit unserem Antrag auf Förderung eingereicht. Jetzt konnten wir es noch einmal allen ausführlicher darstellen”, beschrieb Awo-Geschäftsführer Daniel Schippan den Wert der Runde. Es gelte, neue spezielle Angebote zu entwickeln, um möglichst viele Alters- und Interessengruppen Heranwachsender zu erreichen. So seien ein Mitmach-Freitag, ein Mädchentreff und verstärkte Familienangebote geplant, aber auch sogenannte aufsuchende Arbeit: „Wir können heute nicht mehr erwarten, dass alle in unser Haus kommen. Wir müssen dorthin gehen, wo die Jugendlichen sind.” Und man müsse – und werde – die Kommunikation verbessern.

Ekkehard Schulreich

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