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Geithain Streitfall Gnandstein: „Gemeinsam etwas für das Kohrener Land erreichen“
Region Geithain Streitfall Gnandstein: „Gemeinsam etwas für das Kohrener Land erreichen“
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00:27 12.05.2018
Blick auf Burg Gnandstein – der geplante Straßenbau im historischen Ortskern sorgt für Verstimmung. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Gnandstein

Die Gnandstein durchziehende Kreisstraße werde im Bereich des historischen Ortskerns nach dem Kanalbau nicht grundhaft ausgebaut, sondern lediglich instandgesetzt. So steht es in den Anlagen, die Teil des Vertrages sind, der die Eingliederung von Kohren-Sahlis in die Stadt Frohburg regelt.

Dass dieser Kompromiss, den seinerzeit der Kohrener Stadtrat und der Gnandsteiner Ortschaftsrat in kontroverser Debatte mit dem Bauherrn Landkreis erzielten, so plötzlich nicht mehr gelten soll, sorgt unter den Kohrener Parlamentariern für Verstimmung.

Hiensch: Bloße Instandsetzung bringt nichts

Marco Höppner (CDU) warf in der jüngsten Frohburger Stadtratssitzung Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) vor, die Entscheidungsträger der eingemeindeten Stadt als dumm hinzustellen. Hiensch hatte sich in den zurückliegenden Wochen mehrfach gegen eine bloße Instandsetzung der Fahrbahn ausgesprochen.

Die bringe nichts, weil sie nicht dauerhaft sei. Fördergeld gebe es nur, wenn Ausbaustandards eingehalten würden. Die seien auf kommunaler Ebene nicht zu verhandeln. Letztlich könnte ein Planfeststellungsverfahren klären, was regelkonform und damit unumgänglich sei (die LVZ berichtete).

Mohaupt: Planfeststellungsverfahren verzögert Baustart

Ein Planfeststellungsverfahren koste viel Zeit und schiebe die dringend notwendigen Arbeiten an der Straße immer weiter hinaus, sagte der Kohren-Sahliser Ortsvorsteher und Ex-Bürgermeister Siegmund Mohaupt am Dienstagabend vor dem Ortschaftsrat: „Ein solches Verfahren löst unser Problem nicht.“

Grundsätzlich stoße er sich daran, dass Frohburg Konzepte, die man in Kohren-Sahlis unter Einbeziehung vieler erarbeitet habe, in Frage stelle und damit ihre Richtigkeit und Sinnhaftigkeit bezweifle. Das sei kein guter Stil und „respektlos den Leuten gegenüber, die sich intensiv Gedanken gemacht haben, um im Rahmen der begrenzten finanziellen Möglichkeiten für die Stadt etwas Vernünftiges zu tun“; damit müsse Schluss sein.

„Wenn wir jetzt gemeinsam das Kohrener Land gestalten wollen, dürfen wir Wunden nicht wieder aufreißen. Wir müssen zu einem konstruktiven Miteinander kommen.“ Man werde den Frohburger Bürgermeister bitten, zeitnah im Ortschaftsrat seine Vorstellungen zu erläutern und zugleich Vertreter des Landratsamtes hinzubitten, um Klarheit zu schaffen, so Mohaupt: „Es muss endlich gebaut werden.“

Laux: Kompromiss zwischen Instandsetzung und Ausbau

Weil ein grundhafter Ausbau der Hauptstraße in Gnandstein, „der eine nachhaltige Lösung der bestehenden Probleme in Gnandstein gebracht hätte“, durch die Anwohner 2015/16 nicht gewollt gewesen sei, habe der Landkreis umgeplant, sagt Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes. „Geplant war dann eine reine Deckenerneuerung, die aber die räumliche Enge – Stichwort Verkehrssicherheit – nicht verbessert und auch das Problem des fehlenden Gehwegs nicht löst.

Weil wir gehalten sind, Steuermittel möglichst nachhaltig zu nutzen, und das touristische Potenzial des Kohrener Landes als hoch einschätzen, gab es im Nachgang weitere Gespräche, um eine verträgliche Lösung zu finden.“

Laux spricht von einem Kompromiss zwischen Instandsetzung und grundhaftem Ausbau: durchgängige Fahrbahnbreite von sechs Metern, keine zusätzliche Kurvenverbreiterung, einseitiger Gehweg von 1,60 Metern Breite, Verlegung der Bushaltestelle in Richtung Burg-Parkplatz, Erweiterung der Kreuzung zu den Straßen Am Teichdamm und Bauerngasse.

„Dieser Kompromiss hätte mehrere Vorteile: Er trägt im Gegensatz zur Deckenerneuerung zur Verkehrssicherheit bei. Durch den Verzicht auf die Kurvenverbreiterung wird im Ergebnis weniger Fläche gebraucht“, so Laux.

Die Verlegung der Bushaltestelle sei notwendig, da in der jetzigen Situation ein barrierefreier Zugang nicht zu lösen sei. Nachteilig sei auch, dass sich die Haltestelle unmittelbar im Kreuzungsbereich befinde. Mit der Erweiterung des Baubeginns in Richtung Wyhrabrücke könne der Kreuzungsbereich neu geplant und die Bauerngasse entsprechend der Pläne der Stadt Frohburg optimal angebunden werden.

Von Ekkehard Schulreich

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