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Geithain Strom sparen: Bad Lausick schaltet ab
Region Geithain Strom sparen: Bad Lausick schaltet ab
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13:14 19.08.2010
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Wenn es ab Mitternacht in der Bauernstraße, der Unteren und Oberen Dorfstraße, in der Alten Straße und all den anderen in Buchheim zappenduster ist, dann ist die Straßenbeleuchtung nicht kaputt. Sie ist abgeschaltet bis um vier in der Frühe. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Unteren Dorfstraße habe man die nötige Technik im dortigen Schaltschrank so verändert, dass in dieser Zeit die Straßenlampen dunkel blieben, erklärt der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann. Und dieses Beispiel soll Schule machen. Nachtabschaltungen seien im gesamtzen Stadtgebiet zwischen Stockheim und Thierbaum beschlossene Sache, so der Bürgermeister.

Bei den Buchheimern, die als Erste betroffen sind, erntet er heftigen Widerspruch. Der Unmut brach sich auf der Ortschaftsratssitzung in dieser Woche Bahn. Verärgerte Einwohner forderten das Gremium auf zu handeln. „Wir sind nicht gefragt worden, und wir sind nicht einverstanden", sagt Ortschaftsratsmitglied Joachim Kraus. Die Einwohner sähen ihre Lebensqualität eingeschränkt und fürchteten ein Ansteigen der Kriminalität. Auch für die große Jugendherberge mit ihren zum Teil internationalen Gästen sei eine solche Maßnahme nicht tragbar.

Sorgen um die Sicherheit nicht nur der eigenen ehrenamtlichen Leute macht sich Feuerwehr-Chef Mike Henschel. „Wenn wir nachts zum Gerätehaus müssen, weil Alarm ist, dann ist es stockfinster. Und auch der Notarzt findet sich nicht im Dorf zurecht", sagt er. Henschel sieht einen Verstoß gegen Unfallverhütungsvorschriften, denen die Wehr unterliege. Vor zwei Wochen sei die Buchheimer Wehr erst nach Mitternacht von einem Einsatz in Bad Lausick zurückgekehrt und habe im Dunkeln die Technik abstellen müssen. Auch für das Jugendzeltlager am Wochenende auf dem Sportplatz sei es nicht schön gewesen, dass die Lampen 24 Uhr ausgingen. Nichts gegen die Suche nach Einsparmöglichkeiten: „Aber dass das richtig ist, bezweifle ich."

31 000 Euro für Strom will die Stadt Bad Lausick im kommenden Jahr einsparen. So steht es im Haushaltplan, der bis Ende 2011 gilt. Eine Summe, die sich in den kommenden Jahren erhöht. Noch in diesem Jahr sollen in den anderen Ortsteilen und in der Kernstadt nachts für vier Stunden die Lampen verlöschen. Bis Oktober wird die Firma Elektro-Lehmann für 2600 Euro die nötigen Schaltuhren installieren. Das beschloss der Technische Ausschuss. Sicherheitsprobleme sieht Eisenmann nicht: „Wir sind da nicht die Vorreiter in der Region." Außerdem habe man im Vorfeld bereits durch Absenkungen der Stromzufuhr, für das Auge allerdings kaum merklich, Leistungsreduzierungen vorgenommen.

Im Buchheimer Ortschaftsrat hält man diese Pläne für einen Rückschritt, von einen Rückfall ins Mittelalter gar ist die Rede. „Wir haben Verständnis für die massiven Beschwerden der Bevölkerung", sagt Joachim Kraus. Ortsvorsteher Siegfried Naumann werde schriftlich im Bad Lausicker Rathaus gegen die Nachtabschaltung intervenieren.

„Eine durchgehende Beleuchtung ist zwar wünschenswert, weil sich die Kameraden besser und schneller orientieren können", sagt Hans-Jürgen Kretzschmar, der stellvertretende Kreisbrandmeister, auf LVZ-Nachfrage. Zudem gehe die Arbeit dann schneller und sicherer von der Hand. Grundsätzliche Einschränkungen der Sicherheit sehe er allerdings nicht.

In Eulatal, heute zu Frohburg gehörend, wird die Nacht-Komplettabschaltung bereits praktiziert. Sie gilt auch für Teilbereiche von Frohburg und Ortsteilen. Das könne ausgedehnt werden, meint Bürgermeister Wolfgang Hiensch: „Aber nicht auf die Hauptstraßen und die Innenstadt. Ein finsteres Stadtzentrum, das dürfte nicht die beste Werbung sein."

Ekkehard Schulreich

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