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Geithain Tautenhainer Halle: Gut für Kartoffeln und Kaninchen
Region Geithain Tautenhainer Halle: Gut für Kartoffeln und Kaninchen
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10:09 12.10.2018
Die Osterland Agrar GmbH Frohburg ist am Zschaschelwitzer Kreuz nördlich von Altenburg noch bei der Ernte der Speisekartoffeln. Die Pflanzkartoffeln sind in Tautenhain bereits unter Dach und Fach gebracht. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Tautenhain

Sie heißen Markis, Challanger und Innovater. Exakt nach Herkunft sortiert in großen Kisten warten sie auf die Kartoffelsaison 2019: In dem Gebäudekomplex zwischen Tautenhain und Frankenhain lagern die drei kooperierenden Unternehmen Osterland Agrar GmbH, Prießnitzer Agrar GmbH und KvN Agrar GmbH ihre Pflanzgut-Vorräte.

Kartoffelernte läuft noch

Während auf den Schlägen des Kohrener Landes die Kartoffelernte noch rollt, ist schon sicher verwahrt, was den Ernteerfolg des nächsten Jahres garantieren soll.

Doekele Langhout in der Tautenhainer Halle mit Saatkartoffeln. Er ist Chefverantwortlicher für Kartoffelanbau der Osterland Agrar GmbH. Quelle: Jens Paul Taubert

Das trockene Jahr habe dabei für ein Phänomen gesorgt, sagt Siegfried Rundwitz, einer der Geschäftsführer der Osterland Agrar GmbH: „Die einzelnen Pflanzen haben wegen des Wassermangels weniger Kartoffeln ausgebildet, die dafür aber umso größer geworden sind.“ Für das Pflanzgut greife man üblicherweise aber auf kleinere Knollen zurück.

Pflanzgut wird nur einmal vermehrt

„Wir kaufen jedes Jahr zertifiziertes Pflanzgut zu und können es einmal vermehren“, erläutert Runkwitz. Diese Kartoffeln kämen von Züchtern vorzugsweise von der Küste oder aus dem Gebirge, denn „da ist die Gefahr von Virus-Erkrankungen von Haus aus geringer“. Erkrankungen, die man den Knollen äußerlich nicht ansähe, die aber Qualität und Ertrag schmälern könnten. Ehe aus ihnen Kartoffeln wüchsen für den Handel und für die Pommes-Frites-Hersteller, dienten sie im ersten Jahr der Vermehrung.

Einlagerung von Saatkartoffeln in der Tautenhainer Halle. Quelle: Jens Paul Taubert

Nach der Winterruhe in Tautenhain erst werde es für sie dann konkret. So, sagt Runkwitz, halte man es schon seit Langem. Habe man früher mit zehn verschiedenen Sorten gearbeitet, konzentriere man sich inzwischen auf ein halbes Dutzend, denn „die Verarbeitungsbetriebe und der Handel möchten einheitliche Partien haben“.

500 Hektar Kartoffeln rings um Frohburg

Auf rund 500 Hektar bauen die drei Betriebe um Frohburg und Prießnitz Kartoffeln an. Auf zehn Prozent der Fläche wächst das Pflanzgut für das Folgejahr heran: „Wir stimmen uns jetzt schon ab mit unseren Abnehmern, damit die von uns genau das bekommen, was gewünscht ist.“

Einlagerung kostet keine Energie

Die Pflanzkartoffeln über den Winter zu bekommen, kostet dabei keine Energie. Die Halle bei Tautenhain, noch zu DDR-Genossenschaftszeiten errichtet, verfügt über eine freie Konvektionslüftung. „Ein uraltes Prinzip, das ohne Heizung oder Gebläse funktioniert“, sagt Runkwitz: Frische Luft ziehe von unten durch die Halle nach oben. Im Winter würden die Lüftungsklappen geschlossen, so dass die Knollen frostfrei lagerten.

Regelmäßig wird der Gebäudekomplex zwischen Tautenhain und Frankenhain auch für große Rassekaninchenschauen genutzt, hier Edgar Richter (li.) und Eberhard Senf in der Ausstellungshalle. Quelle: Thomas Kube

Die bestechende Technologie wussten gerade im letzten heißen Sommer Kaninchenzüchter aus ganz Deutschland zu schätzen: Die Bundesjungtierschau findet hier seit Jahren beste klimatische Bedingungen – ohne Klimaanlage.

Kartoffelernte geht bis Ende Oktober

Bis Ende Oktober sind die Maschinen jetzt noch dabei, die Ernte an Speisekartoffeln einzubringen. Die lagern bis zur Vermarktung in der großen Frohburger Halle. Der trockene Boden mache die Ernte kompliziert. Die Gefahr von Druckstellen sei erheblich, sagt Runkwitz. Deshalb gehe man besonders behutsam zu Werke. Denn die Qualität stimme trotz der extremen Witterung: „Aber wir rechnen nur mit der Hälfte des üblichen Ertrags.“

Stoppeln erst, wenn die Felder freigegeben sind

Bei der Ernte zu schaffen machten den Mitarbeitern mitunter Knollen-Fans, die schon dann auf den Feldern stoppelten, wenn die schwere Technik noch im Einsatz sei. „Die Gefahr, dass es zu Unfällen kommen kann, wird ignoriert“, so Runkwitz. Erst wenn die Felder freigegeben seien, dürfe man sich auf die private Nachsuche begeben. Mitunter haben die Kartoffelbauern auch Probleme mit Dieben, die gleich mit dem Auto auf einen Schlag fahren und Knollen säckeweise einladen: „Solche Fälle werden von uns konsequent dokumentiert und zur Anzeige gebracht.“

Von Ekkehard Schulreich

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