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Tautenheimer Holzbau-Unternehmen bundesweit etabliert

Mittelstand Tautenheimer Holzbau-Unternehmen bundesweit etabliert

Der Bauboom beschert dem Tautenheimer Holzbau-Unternehmen Hennemann volle Auftragsbücher. Sport- und Industriebauten tragen riesige Dachkonstruktionen mit dem Markenzeichen der Firma. Obwohl der Chef seit 25 Jahren Nachwuchs ausbildet, sind Fachleute rar. Wenn Bewerber vor die Alternative gestellt werden, auf Montage zu gehen, lehnen sie ab.

Seit einem Vierteljahrhundert führt Peter Hennemann das gleichnamige Holzbau-Unternehmen in Tautenhaim.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Tautenhain. Sein Faible für Holz machte Peter Hennemann nach der Wende zur Grundlage für die wirtschaftliche Selbstständigkeit: Das Holzbau-Unternehmen, das er damals in Colditz gründete und das längst in Tautenhain heimisch ist, hat in seinem 25. Jahr volle Auftragsbücher. In Wolfsburg ist es die Dachkonstruktion, die seine Mitarbeiter einer neuen Sporthalle aufsetzen. In Wiesbaden ist es eine neu gebaute Wohnlage, in Mainz ein ganzer in Aufstockung befindlicher Straßenzug, der unter Dach und Fach kommen muss. Vier Montagetrupps sind von Tautenhain aus unter der Woche deutschlandweit im Einsatz. Zudem kümmern sich mehrere Mitarbeiter um kleinere Aufträge in der Region: einen Dachstuhl für ein Einfamilienhaus, eine kleine Überdachung.

Arbeit, sagt Hennemann, gebe es genug – allerdings: „Leute zu kriegen, wird immer schwerer. Wenn sie Montage hören, winken alle ab.“ 25 Lehrlinge, Zimmerleute, hat Peter Hennemann im zurückliegenden Vierteljahrhundert ausgebildet. Im Unternehmen geblieben sind drei, „und die sind inzwischen auch schon Mitte 30“.

Hennemann, 56, hat den Holzberuf von der Pike auf gelernt, Berufsausbildung mit Abitur hieß der Königsweg zu DDR-Zeiten. Anderthalb Jahrzehnte arbeitete er im Geithainer Sägewerk, lernte die verschiedensten Bereiche der Produktion kennen, schob ein Fernstudium Holzbearbeitung nach. Damit war er gut gerüstet, als sich – überraschend – die Möglichkeit bot, sich als Unternehmer selbstständig zu machen. Mit fünf Mitarbeitern fing er an, inzwischen liegt deren Zahl relativ konstant bei 20.

„Wir bewerben uns auf größere Ausschreibungen, beschränken uns aber auf reine Zimmererarbeiten“, beschreibt der Firmenchef seine Philosophie. Die Dachkonstruktionen, zumeist aus Leimholz, würden zugeschnitten auf die Baustellen geliefert; die Tautenhainer setzten die komplexen Gebilde dann zusammen. Aufgrund des aktuell hohen Bedarfs mietete Hennemann zu den drei eigenen Kränen einen vierten an; zudem wird von sechs Hebebühnen aus gearbeitet. Von Anfang an arbeite man mit einer Zimmerei im Allgäu zusammen, die in vielen Fällen das Holz zuschneide. Nur kleine Aufträge würden am Betriebssitz projektiert und zugerichtet, sagt Peter Hennemann: „Das große Reißbrett von Robotron, das im Büro steht, nutze ich aber nur, wenn ich mal am Computer nicht weiterkomme.“

Als im Leipziger Zoo das historische Elefantenhaus erweitert werden sollte, waren die Hennemänner gefragt, ebenso beim Neubau des Dickhäuter-Hauses in Erfurt. In Sondershausen entsteht in Kürze eine Salz-Lagerhalle, in Markkleeberg wurde das Dach für die neue Schwimmhalle gebaut. Nach der Jahrtausendwende war man sogar international im Geschäft; Beispiele sind das Dach einer Radsport-Arena in Portugal und hektargroße Produktionshallen in Serbien. Heute beschränken sich Hennemanns internationale Aktivitäten auf den privaten Bereich: Nach mehrjähriger Pause nahm er 2016 erneut an der Charity-Rallye Dresden-Dakar-Banjul teil.

In den Neunzigerjahren gehörte der Mittelständler in der Region zu den Ersten, die auf Windenergie setzten. Inzwischen speisen fünf Windkraftanlagen auf dem Höhenzug, auf dem das Betriebsgelände – die umgebaute Rinderanlage der Tautenhainer Genossenschaft – liegt, Strom ins Netz ein, Leistung satte 4,1 Megawatt. Hinzu kommen 500 Kilowatt, die Fotovoltaik auf den Dächern beisteuert. „Das war damals eine neue Technologie. Die haben wir probiert“, blickt Hennemann zurück. Keine schlechte Entscheidung, allerdings klaffe die Schere zwischen der Einspeisevergütung, die er erhalte, und dem aktuellen Strompreis heute weiter auseinander denn je.

Von Ekkehard Schulreich

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