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Teichgebiet darbt weiter

Teichgebiet darbt weiter

Kein Land in Sicht für eine Lösung hinsichtlich des Wasserspiegels im Eschefelder Teichgebiet. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich die (weitschweifige) Auskunft des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) zur Situation bringen.

Ein Trauerspiel: Der Wasserstand im Großteich Eschefelds ist für Vogelbruten derzeit viel zu gering.

Quelle: Jens Paul Taubert

Eschefeld. Was bedeutet: Vor Ort wird man eventuell noch lange mit dieser Situation leben müssen. Naturschützer und Fischer befürchten dadurch nicht nur ungeheure Schäden für die Fauna, sondern erwarten für die Zukunft noch viel immensere Kosten, um hier wieder etwas ins Lot zu bringen.

"Eine kurzfristige Abhilfe gegen den temporären Niedrigwasserstand und die damit zusammenhängenden Folgen für den Vogelschutz ist nicht möglich", lässt SIB-Pressesprecherin Andrea Krieger auf die Nachfrage unserer Zeitung nach einer Woche wissen. Und: "Das Landratsamt des Landkreises Leipzig als Untere Naturschutzbehörde, die Landesdirektion Sachsen als Obere Naturschutzbehörde, das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft als Oberste Naturschutzbehörde und der SIB als Eigentümer eines Teils der Flächen im Naturschutzgebiet prüfen derzeit, ob und welche nachhaltigen Optionen zur Verbesserung des Vogelschutzes bei Niedrigwasserstand bestehen und wie diese gegebenenfalls umgesetzt werden können."

Das besagt nichts Gutes, lässt lange Zeiträume befürchten und eben alle Optionen offen. Kein Wunder, wenn die Naturschutzgruppe Eschefelder Teiche da fragt: "Soll das Naturschutzgebiet Eschefelder Teiche etwa geschliffen werden?" Denn die Gefahren bei Trockenheit in diesem Gebiet seien seit vielen Jahren allen zuständigen Behörden, selbst denen des Freistaats Sachsen, bekannt.

Vor Ort kann deshalb keiner die Reaktionen verstehen. Naturschutzgruppenmitglied Steffen Wolf: "Der Status eines Naturschutz-, Europäischen Vogelschutz- und FFH-Gebietes scheint dem Freistaat und in Vertretung dem Umweltamt als zuständige Behörde nicht klar zu sein. Auch der Schutz von bestandsbedrohten Arten scheint ihm entfallen zu sein. Anders kann man sich das Handeln beziehungsweise Nichthandeln nicht mehr erklären." Die Gruppe verweist auf die jahrelangen Bemühungen zum Erhalt der Pumpstation an der Wyhra, an die Rohrleitung zu den Eschefelder Teichen, für die hunderttausende Euro an Steuergeldern ausgegeben wurden, ohne sie letztlich zu nutzen. Vor wenigen Jahren wurde das marode Wyhrawehr in Frohburg auch für den Rückstau zu der Pumpstation erneuert. "Doch auf Anfrage der Gruppe beim Umweltamt hieß es, dass es nach neuer ,Leseweise' der Rechtsverordnungen derzeit keine Handhabe für den Vollstau zum 1. April jedes Jahres unter Nutzung des Zupumpens mehr gäbe. Wir distanzieren uns als Naturschutzgruppe von dieser Arbeitsweise", heißt es im Statement der Gruppe. Neben dem Totalausfall an Vogelbruten seien Folgeschäden zu befürchten. Ein Schilfbewuchs, der durch den niedrigen Wasserstand entstehen würde, müsste mit Steuermitteln wieder beseitigt werden.

Als ähnliche Vorfälle bereits 2004 und 2007 zu verzeichnen waren, hätten alle beteiligten Ämter den Naturfreunden versichert, dass dies nicht noch einmal passiere. Und nun? "Mit viel Aufwand wurde in diesem Frühjahr die Brutinsel von Lach- und Schwarzkopfmöwe und Schwarzhalstaucher für etwa 15 000 Euro saniert. Nun stehen die Inseln trocken. Vielen Dank!", so Wolf.

Auch Udo Wolf, Fischer und Pächter der Eschefelder Gewässer, ist sauer. "Allein wenn 20 Zentimeter Wasserstand fehlen, ist die Teichbewirtschaftung nicht mehr zulässig, bin ich als Fischer nicht mehr berechtigt, weiter zu agieren", schildert er. 40 Prozent Verluste dürfte sein Betrieb durch diese Situation in diesem Jahr haben. Auch er mahnt eine baldige Lösung an, denn: "Wenn sich erst auf den 30 Hektar, die jetzt trocken sind, Schilf ausbreitet, kostet das Hunderttausende Euro, um dem Herr zu werden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2014
Lang, Thomas

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