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Teile des Rittergutes Beucha bei Bad Lausick sind eingestürzt

Denkmal gefährdet Teile des Rittergutes Beucha bei Bad Lausick sind eingestürzt

Urplötzlich stürzte der Dachgiebel des leerstehenden Kuhstalls am Rittergut Beucha (Stadt Bad Lausick) in sich zusammen. Womit die Entwicklung des in der Hand mehrerer Eigentümer befindlichen Ensembles noch schwieriger werden dürfte, das als kulturhistorisch wertvollstes des Ortsteiles gilt.

Die Vermarktung des Beuchaer Ensembles wird durch den entstandenen Schaden noch schwerer, als schon zuvor.

Quelle: Ekkehard Schulreich

Bad Lausick/Beucha. Ein Teil des Beuchaer Rittergutes ist eingestürzt: Der Dachstuhl des ehemaligen, seit der Wende leer stehenden Kuhstalls an der Westseite des denkmalgeschützten Ensembles brach in sich zusammen. „Wir sind einfach nur erschrocken, konnten uns den Lärm erst gar nicht erklären“, sagt Wulf Gunter Brandes, der mit seiner Frau Jana Klinger-Brandes und den Kindern das nur wenige Meter entfernte Herrenhaus bewohnt. Das eingestürzte Gebäude gehört einem anderen Eigentümer, der vor Jahren schon Teile der alten Brennerei abgerissen habe. Doch betroffen ist Brandes nicht nur, weil nun die Giebelwand seiner Scheune bloß liegt. Die kulturhistorisch wertvolle Substanz des Rittergutes mit Scheunen, Ställen, Remisen, Pächterhaus, dem Schloss, dem Park und dem Innenhof, die in ihrem Kern aus der Zeit nach 1600 stamme, gehöre verschiedenen Eigentümern. Das mache seit Jahr und Tag den Erhalt und die Wiederbelebung des Areals zu einem Riesenproblem: „Was einsturzgefährdet ist, hat mit uns gar nichts zu tun.“ Aber es werde mit der Familie immer wieder in Verbindung gebracht.

Vor knapp zwei Jahrzehnten entdeckten die beiden Beucha für sich, erwarben das Herrenhaus samt Park, Gartenhaus und Scheune, begannen mit der Wiederherrichtung des Teiles der Immobilie, der das Dorf über Jahrhunderte prägte. Auch für andere Bereiche habe es Interessenten gegeben, so einen Brauer aus dem Fränkischen, der in einem Flügel gern eine Spezialitätenbrauerei samt Ausschank eingerichtet hätte, sagt Jana Klinger-Brandes. Doch solche und andere Initiativen scheiterten letztlich am Desinteresse anderer Eigentümer. Auch mit dem Besitzer jenes Gebäudes, das jetzt zusammengerutscht ist, habe man anderthalb Jahrzehnte Kauf-Gespräche geführt, „um zu verhindern, was jetzt passiert ist“ – ohne Ergebnis.

Das baulich desolate Umfeld des Herrenhauses erschwere die Vermarktung, so Wulf Gunter Brandes: „Das hören wir von den Besuchern immer wieder. Erst wenn sie den Park sehen, sind sie versöhnt.“ Das treffe für die Besucher des kürzlichen Sommertheaters ebenso zu wie jene, die die von Jana Klinger-Brandes organisierten Touren zu privaten Schlossherren im Leipziger Südraum absolvierten.

Wenn historische Gebäude ihrem Schicksal überlassen würden, sei durchaus die öffentliche Hand gefragt, einzugreifen, meint Falk Noack vom Steinbacher Ortschaftsrat. Dass dieses Gebäude über kurz oder lang einstürzen würde, sei doch absehbar gewesen – ganz zu schweigen von der Gefährdung, die etwa für spielende Kinder ausgehe. Die Stadt Bad Lausick dürfe sich nicht auf die Position zurück ziehen, sie habe keine Handhabe. „Leider lässt sich in Beucha die Uhr nicht mehr zurück drehen, und so muss wohl weiter damit gerechnet werden, dass im Gutshof weitere Teile einbrechen und das Dorf ein hässliches Wahrzeichen in der Ortsmitte bekommt.“ Statt mit den Schultern zu zucken, sollte man im Rathaus lieber handeln. Der Ortschaftsrat will sich am 13. September mit dem Geschehen befassen.

Bei dem eingestürzten Gebäudeteil „handelt sich nicht um ein Einzeldenkmal, aber um einen Teil der Sachgesamtheit des Rittergutshofes. Wir werden mit dem Eigentümer Kontakt zur weiteren Vorgehensweise aufnehmen“, sagte Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes, der LVZ. Das Rittergut Beucha sei schließlich der „größte und architektonisch wertvollste Hof des Ortes und von kunsthistorischer, baugeschichtlicher und kulturgeschichtlicher Bedeutung“.

Von Ekkehard Schulreich

Bad Lausick/Beucha 51.1491673 12.5830219
Bad Lausick/Beucha
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