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Telefonterror einer dubiosen Firma nervt Geithainer

Telefonterror einer dubiosen Firma nervt Geithainer

Bei Richard Kühne (74) und seiner Frau liegen die Nerven blank. Bis zu 20mal täglich klingelt bei den Geithainern das Telefon, am anderen Ende immer wieder eine Automatenstimme, die zum (teuren) Rückruf animieren will.

Geithain. Der Geithainer hat Anzeige erstattet. Die Wiener Firma „Friedrich Müller", die laut Kühne dahinter steckt, ist bei der Verbraucherzentrale seit Jahren bekannt. Gegen den Firmeninhaber findet am Amtsgericht Leipzig voraussichtlich ein Verfahren wegen Betrug statt.

Der Ärger begann im Februar. Täglich an die zehn Briefe aus Wien habe er erhalten, erzählt Richard Kühne. „Wir gratulieren! Garantierter Gewinn bis zu 10 000 Euro", steht da und die Aufforderung sich unter einer 090er-Nummer registrieren zu lassen. Einmal rief der 74-Jährige zurück, das kostete ihn 54 Euro. Danach wollte er nur noch Ruhe. Mitte März zeigte er das Unternehmen wegen Belästigung und Nötigung bei der Polizei an. Von der Verfolgung werde abgesehen, schrieb ihm die Staatsanwaltschaft Leipzig am 10. Mai: „Der Beschuldigte hat in einem anderen anhängigen Verfahren eine Strafe zu erwarten. Die Strafe, die wegen der angezeigten Tat verhängt werden könnte, fiele daneben voraussichtlich nicht beträchtlich ins Gewicht."

Gegen den Firmeninhaber, der weder Friedrich noch Müller heißt, ist ein Strafbefehl anhängig, erklärt jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung Mathias Winderlich, stellvertretender Pressesprecher des Amtsgerichtes Leipzig. „Dabei geht es um den Verdacht des Betruges im Zusamnmenhang mit einer Firma in Wien", bestätigt er. Der Beschuldigte habe Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, es werde jedoch voraussichtlich eine Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Leipzig stattfinden. Ein Termin stehe noch nicht fest.

Richard Kühne hilft das zunächst nicht, für ihn kam es nach der Postflut noch schlimmer: Seit Ende Juli klingelt mehrfach am Tag das Telefon. Zuerst ist er noch rangegangen – am anderen Ende immer eine Automatenstimme, die ihn als „Gewinner" zum Rückruf verleiten will. Am 19. August erstattete der Geithainer erneut Anzeige, registriert seit dem akribisch alle Anrufe der Belästiger. Am 18. August waren es beispielsweise 18, am 1. September 19, einen Tag später 23, am 4. September zehn.

„Wir lassen es bimmeln, egal, wer dran ist", sagt der Rentner. Doch vor allem seiner Frau, die gesundheitlich angeschlagen ist, gehe das sehr an die Nerven. Freunde, Bekannte und die erwachsenen Kinder wundern sich, dass niemand erreichbar ist. „Das soll aufhören", ist Kühnes größter Wunsch.

„Die Polizei sieht derzeit keinen weiteren Ermittlungsbedarf und hat die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft zur Prüfung und weiteren Entscheidung übergeben", erklärt auf Nachfrage Wolfram Knauf, Sprecher der Polizeidirektion Westsachsen, und empfiehlt, diese Anrufe bei der für Verfolgung von Missbrauchsfällen zuständigen Bundesnetzagentur zu melden. (Vordrucke gibt es hier zum Download).

Diesem Rat schließt sich Renate Janetzek von der Verbraucherzentrale in Leipzig an. „Beste Vorbeugung gegen Telefonterror ist, sich mit persönlichen Angaben zurückzuhalten. Es ist kein Geheimnis, dass diese weiterverkauft werden", warnt sie. Beim Stichwort „Friedrich Müller", weiß die Expertin sofort Bescheid, seit rund zehn Jahren beschweren sich Bürger über dubiose Gewinnversprechen des Unternehmens im Freistaat, auch im Internetauftritt der Verbraucherschützer bringt das Stichwort zahlreiche Treffer.

Inge Engelhardt

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