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Termindruck: Autobahnbau bei Borna geht trotz Schnee und Frost weiter

A 72 Termindruck: Autobahnbau bei Borna geht trotz Schnee und Frost weiter

Gewimmel auf der Baustelle trotz Winterwetter: Nördlich von Borna ist der Erdbau für die Autobahn 72 und die künftige Anschlussstelle in vollem Gange. Bis zu sieben Meter tief wird die Autobahn hier eingegraben. 2020 soll der Abschnitt von Borna-Nord bis Rötha fertig sein. Derzeit wird der Baugrund verdichtet.

Emsiges Gewimmel herrscht auf der Baustelle nördlich von Borna, wo sich künftig die Autobahnanschlussstelle Borna-Nord befinden wird. Im Hintergrund ist das Logistikzentrum Lekkerland zu sehen.

Quelle: Andreas Döring

Borna. Frost, Eis und Schnee sind in der Regel nicht die willkommenen Begleiter einer Baustelle im Freien. Die ruhen deswegen häufig im Winter. Nördlich von Borna ist das beim Bau der Trasse für den künftigen A-72-Abschnitt bis Rötha derzeit anders. Auf dem Gelände westlich der Bundesstraße 95 zwischen dem nördlichen Stadtrand bis an das Bächlein Eula heran wird gebaggert, Erdreich transportiert, gebohrt und gerüttelt was das Zeug hält.

Seit Dezember bis einen Tag vor Weihnachten war auf der Baustelle Betrieb bis in die dunklen Abendstunden hinein. Gleich am ersten Arbeitstag im neuen Jahr ging es weiter. Und als in dieser Woche die Temperaturen nachts unter minus zehn Grad gefallen waren, wurde am nächsten Vormittag nur kurz erwogen, die Arbeiten vorübergehend einzustellen. Immerhin sorgt der leicht gefrorene Boden dafür, dass hier niemand im Schlamm versinkt.

„Klar, die haben echten Termindruck“, bestätigt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) den Eindruck, dass hier aufs Tempo gedrückt wird. Dabei sind die Fristen für den Autobahnbau erst nach oben korrigiert worden, wird jetzt wie berichtet von 2020 als Jahr der Fertigstellung des Autobahnabschnittes Borna-Nord bis Rötha gesprochen.

Nördlich von Borna geht es in diesen Wochen darum, den Baugrund für die Anschlussstelle mit ihrer Brücke über die künftige Autobahn, für eine Brücke über die Eula, für ein Regenrückhaltebecken und für die künftige Fahrbahn selbst zu bereiten. Denn auf dem Boden, den die Bauleute hier vorfinden, kann man guten Gewissens nicht bauen. Warum, wird schnell klar bei einem Blick auf das Material, das ein riesiger Spiralbohrer aus der Tiefe herausbefördert: schwarz-braunes lockeres und bröseliges Erdreich, das Reste von Kohle enthält. „Wir müssen den Baugrund stabilisieren“, sagt Siebert.

Hier bei Borna hat man sich für die Technologie der so genannten Rüttel-Stopf-Verdichtung entschieden. Im Abstand von zwei Metern werden Löcher in den Boden gebohrt. Die füllt ein zweites Großgerät über ein in die Bohrung eingeführtes Rohr mit tragfähigem Material, das dabei verdichtet wird.

Unter den beiden Brücken werden die so entstehenden Stopf-Säulen 15 Meter tief in den Boden eingebracht, unter dem Regenrückhaltebecken acht Meter und unter der künftigen Fahrbahn sechs Meter. Insgesamt werden knapp 4300 Löcher befüllt, die hintereinander gereiht mehr als 60 Kilometer ergeben. Das Material, welches den Baugrund für die Autobahn bei Borna befestigt, stammt übrigens aus Grimma. Es ist brauner Kies, der dort nach dem Hochwasser von 2013 aus der Mulde herausgebaggert wurde.

Während die Großgeräte den Boden verdichten, befördern mehrere Traktoren mit Kippmuldenanhänger tonnenweise Erdreich über das Areal, bewegen sich etliche Bagger und Raupen und eine Walze nach einem für Laien undurchschaubaren Plan. Von außen, also von der B 95 und von Borna aus ist von dem Gewimmel nicht allzuviel zu sehen. Das liegt daran, dass die Autobahn in diesem Bereich bis zu sieben Meter tief eingegraben wird, die Baumaschinen deswegen jetzt schon teilweise auf einer tieferen Ebene arbeiten.

„In einem Jahr“, sagt Siebert, „wird das hier alles schon ganz anders aussehen.“ Dann dürfte der Trassenverlauf schon ziemlich genau zu erkennen sein, dann werden wahrscheinlich auch die Brücken im Bau sein. Bevor die allerdings auf dem stabilisierten Baugrund errichtet werden, wird der mittels hoch aufgeschütteter Erdhaufen noch zusätzlich verdichtet. Allein an der Stelle der späteren Brücke mit der Auf- und Abfahrt Borna-Nord, über die künftig auch die Bundesstraße 176 über die Autobahn führt, wird zuvor ein 110 000 Kubikmeter großer Haufen errichtet, der mehrere Wochen liegen bleiben muss. Ähnliches geschieht dort, wo künftig die Brücke über die Eula steht. In einem darunter liegenden Rohr wird gemessen, wie stark sich der Untergrund noch bewegt.

Schon das zeigt, wie zeitaufwendig der Autobahnbau ist, weswegen sich die Verantwortlichen des Lasuv mit dem Nennen genauer Termine zurückhalten. Erst im Laufe des Frühjahrs oder Sommers 2018, heißt es, wird direkt im Bereich des jetzigen Autobahnendes bei Borna gebaut. Der Verkehr muss dann umgeleitet werden, wofür die Zufahrt zum Gewerbegebiet Ost und die dann schon verlegte Bundesstraße 176 genutzt werden soll. Ob der Zeitplan aufgeht, ist so ungewiss wie das Wetter im Winter.

Von André Neumann

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