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Terpitzer Becken soll 218 000 Kubikmeter Ratte-Wasser bremsen – Bau kommt nicht voran

Hochwasserschutz im Kohrener Land Terpitzer Becken soll 218 000 Kubikmeter Ratte-Wasser bremsen – Bau kommt nicht voran

Ein Rückhaltebecken bei Terpitz würde nicht nur Terpitz selbst, sondern auch Teile von Kohren-Sahlis, Streitwald und Frohburg bei Hochwasser schützen. Seit 2007 wird der Bau geplant. Wann eine Genehmigung erteilt wird, ist noch immer offen.

Sonst spielt die Ratte eher eine beschauliche Rolle. Wie hier beim Entenrennen 2012.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis. Für den Fall, dass starker Regen den Rattebach urplötzlich stark anschwelllen lässt und dem Kohren-Sahliser Ortsteil Terpitz der Untergang droht, plant die Landestalsperrenverwaltung (LTV) den Bau eines Rückhaltebeckens. Von dem würden auch weitere bachabwärts liegende Anrainer des meist sehr gebändigt fließenden Baches profitieren, selbst in Streitwald und Frohburg. Doch die Planungen, die 2007 begannen, ziehen sich hin. Eine Termin, wann die Bauarbeiten beginnen, ist nicht in Sicht.

„In diesen Tagen blicken wir natürlich besorgt zum Himmel, wenn Gewitter angesagt sind“, meint Elke Henschel angesichts der schweren Zerstörungen, die Sturzfluten in Niederbayern und im Schwäbischen verursachten. Henschel lebt nicht nur im beschaulichen Dörfchen Terpitz in einem Einschnitt des Rattebachs; sie ist auch Vorstandsvorsitzende der Terpitzer Wassergenossenschaft. Seit 1909 bereits kümmert sich diese Vereinigung, zu der sich damals mehrere Bauern zusammenschlossen, um die Versorgung des Fleckens mit Trinkwasser. Wenn eines Tages das Rückhaltebecken gebaut würde – was sich nicht nur die Terpitzer, sondern auch viele anderer Kohrener wünschen – wäre auch die Genossenschaft betroffen. Das Einzugsgebiet des Wassers werde davon nicht berührt, doch liege die Wasserleitung künftig unter dem Stausee, so Henschel. Deshalb müsse sie so ertüchtigt werden, dass sie keinen Schaden nehme – und das „kostenneutral für unsere Genossenschaft“. Mit der Landestalsperrenverwaltung habe es erst Anfang Juni wieder einen Termin gegeben: „Wir sind in die Planungen eingebunden. Das ist ein konstruktives Miteinander.“ Allein: Das Verfahren dauere lange – zu lange.

Und es hat einen Namen, der das ausdrückt: Planfeststellungsverfahren. Geführt wird es unter der Regie der Landesdirektion Sachsen. Im Herbst vergangenen Jahres seien geänderte Unterlagen übergeben worden. Die seien nötig gewesen, um naturschutzrechtliches Konfliktpotenzial auszuräumen, sagt der Kohren-Sahliser Stadtrat und sächsische Landtagsabgeordnete Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU). Die Stellungnahmen dazu würden zurzeit bearbeitet. Er hoffe bald mit einem Erörterungstermin, der das Verfahren abschließe und damit den Weg ebene für den Baubeginn.

„Wir haben auf jeden Fall vor, dieses Bauwerk zu errichten“, sagt Henriette Salewski, LTV-Betriebsteilleiterin in Rötha. Wann Baurecht vorliege, lasse sich noch nicht sagen. Um das Vorhaben überhaupt genehmigungsfähig zu gestalten, müsse für Eingriffe in die Natur zusätzlicher Ausgleich geschaffen werden. Der könne in der Neuanbindung eines Ratte-Altarmes bestehen. Das geplante Becken, das durch einen bis zu acht Meter hohen und 150 Meter langen Damm gebildet wird, soll 218 000 Kubikmeter Wasser aufnehmen können. Salewski: „Das Becken hat überörtliche Wirkung und ermöglichst einen weitreichenden Hochwasserschutz für die Unterlieger.“ Es schütze vor einen 100-jährigen Hochwasser.

Da das Becken immer wieder im Stadtrat von Kohren-Sahlis thematisiert wird, will Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) möglichst bald LTV-Vertreter einladen, um den aktuellen Stand aus erster Hand zu erfahren. Das soll nach Möglichkeit noch vor der Sommerpause geschehen.

Von Ekkehard Schulreich

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