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Geithain Thierbaumer Kirche erneuert ihren Wald
Region Geithain Thierbaumer Kirche erneuert ihren Wald
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08:00 06.11.2016
Blick auf Thierbaum mit der Kirche. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick/Thierbaum

Der Waldumbau geschieht im Leipziger Land und im Muldental nicht nur im ausgedehnten Landeswald, wo der Staatsbetrieb Sachsenforst etwa im Colditzer Forst anfällige Fichtenbestände in klima- und schädlingsresistenteren Laubmischwald umbaut. An diesem Prozess, der das Gesicht des Waldes in den nächsten Jahrzehnten nachhaltig verändern wird, beteiligt sich jetzt auch die Kirchgemeinde des kleinen Bad Lausicker Ortsteils Thierbaum. Sie besitzt rund anderthalb Hektar Wald, der sich auf einer Feldflur östlich der Leupahner Sandgrube befindet. Bei Stürmen in den vergangenen Jahren habe es immer wieder Windbruch gegeben, habe man umgestürzte Bäume herausholen müssen und zu Brennholz zersägt, sagt Michael Klose vom Kirchenvorstand. „Der Impuls, hier auf Waldumbau zu setzen, kam von Sachsenforst.“

Revierförster Michael Hecht, der in Nachfolge von Hans Kotschmar seit Kurzem das Privatwaldrevier Muldental-Kohrener Land betreut, ist der Ansprechpartner für die Thierbaumer. Die Entscheidung, die großen Fichten zu fällen, habe sich als weitsichtig erwiesen, sagt Klose: „Inzwischen gibt es auch ein Käfer-Problem.“ Deshalb werde in der kommenden Woche mit der Fällung begonnen – allerdings nicht in Form eines Kahlschlages: „Eichen, Birken, Kiefern und einige andere Bäume bleiben stehen.“ Im Frühjahr forste man dann mit Eichen und Linden auf. Dabei setzt die Kirchgemeinde auf eine Unterstützung des Freistaates, der die Pflanzung und deren Pflege bezuschusst. Den Antrag wollen die Thierbaumer jetzt stellen.

Einen Wald zu pflegen und für die nächsten Generationen neu zu bestücken, gehöre sicher nicht zum Kerngeschäft der Kirche, aber auch hier gelte, Eigentum verpflichte, sagt Pfarrer Andreas Ilgen, der die Kirchgemeinde Schwarzbach/Thierbaum betreut. Seit runden drei Jahrzehnten hier im Amt, sei dieses Thierbaumer Vorhaben etwas Neues für ihn; es genieße seine Sympathie. Immerhin sei besagte Parzelle der einzige Wald, den die Kirchgemeinde besitze. Außer der Entfernung von Schadholz habe man hier bisher keine gezielte Bewirtschaftung betrieben und werde das auch künftig nicht tun. Doch den Bestand zu sichern, sei sinnvoll – zumal er gefördert werde und der Verkauf des einzuschlagenden Holzes zumindest eine kleine Einnahme in die Kirchenkasse bringe.

Wer Wald umbaue, könne auf verschieden bemessene Förderung zurückgreifen, erläutert Michael Hecht. „Im konkreten Fall handelt es sich um Waldumbau außerhalb von Schutzgebieten. Hier ist eine 75-prozentige Förderung möglich.“ Die umfasse Bodenvorarbeiten, Neupflanzung, Zaunbau als Schutz vor Wildverbiss und die Kulturpflege im ersten Jahr. Wer hingegen eine Erstaufforstung betreibe, könne die Kosten dafür sogar bis zu 90 Prozent gefördert bekommen.

Für Michael Klose sind das gute Nachrichten. „Ohne die Betreuung durch Sachsenforst stünde man allein auf weiter Flur“, sagt er. Es verdiene Anerkennung, dass von Staats wegen Unterstützung gegeben würde. Nutznießer seien schließlich alle, denn Wald sei ein Wert, von dem alle profitierten.

Von Ekkehard Schulreich

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