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Tierpark Geithain: Eselin Ronja hat jetzt viele „Kleine Hirten“ als Paten

Patenschaften Tierpark Geithain: Eselin Ronja hat jetzt viele „Kleine Hirten“ als Paten

Keinesfalls eine Eselei, sondern wohl überlegtes Engagement: Die „Kleinen Hirten“ der Niedergräfenhainer Kindertagesstätte werden Esel-Paten. Sie sammelten den Jahresbeitrag von 50 Euro, um den Geithainer Tierpark zu unterstützen – ein Ort im Grünen, den sie sehr gern besuchen. Tierpatenschaften sind für die Einrichtung sehr wichtig.

Da hatte Ludbert Schmuck gut lachen: Die „Kleinen Hirten“ überbrachten ihm 50 Euro, die sie für die Tierpatenschaft gesammelt hatten.

Quelle: Andreas Döring

Geithain/Niedergräfenhain. Mikis oder Ronja oder doch Biene? – Die Mädchen und Jungen der Evangelischen Kindertagesstätte „Kleine Hirten“ in Niedergräfenhain hatten die Qual der Wahl: Für welchen Esel des Geithainer Tierparks wollen sie eine Patenschaft abschließen? „Das Beste ist, wir gehen uns die Tiere noch mal angucken – und dann entscheiden wir“, sagte Katrin Lachmann, die die Einrichtung leitet. Über drei Monate hatten sich die Kinder intensiv mit Haustieren befasst. Eine Patenschaft zu übernehmen, sollte – angeregt auch durch den Elternrat – Abschluss und Höhepunkt dieses Projektes sein. Dass dabei einer der Geithainer Esel ins Blickfeld rückte, kam nicht von ungefähr, sagte Lachmann: Die Figur Freddy, der Esel sei den Kindern aus Büchern und von CDs bekannt. Da liege es nahe, im Geithainer Tierpark für ein solches Grautier die Verantwortung zu übernehmen. 50 Euro Jahresbeitrag kamen durch Spenden zusammen. „Wir wollen die Patenschaft aber nicht nur für ein Jahr, sondern für länger aufrecht erhalten“, so Lachmann. Sie wüssten dabei viele Eltern und Großeltern auf ihrer Seite und hofften, dass das auch künftig so sei.

Der Ortstermin am Gehege brachte schnell Klarheit. „Ronja, Ronja“, rief Nick, und andere Steppkes unterstützten ihn. Die Entscheidung für sie fiel einhellig – auch weil der Name dank des Kinderbuches und des Films „Ronja Räubertochter“ durchaus ein Begriff ist. Ludbert Schmuck vom Vorstand des Vereins Tierpark Geithain versuchte mit Äpfeln, die Erwählte ans Gitter zu locken, doch setzte sich Eselin Biene fast immer wieder durch. Und auch das Lama zeigte sich an den Früchten höchst interessiert – und schreckte nicht davor zurück, im Eifer des Gefechts ordentlich zu spucken. Für Kinder und Erzieherinnen ein höchst ambivalentes, nach dem Schreck aber vergnügliches Erlebnis.

„Tierpatenschaften sind für uns sehr wichtig“, sagte Ludbert Schmuck, sehr erfreut über den symbolischen Scheck und die monitäre Zuwendung aus Niedergräfenhain. Es sei im Lauf der Zeit gelungen, im Grunde alle Tiere – vom Wellensittich bis zum Pferd – auf diese Weise unter die Haube zu bringen. Um manche Tiere kümmerten sich mehrere Paten, denn vor allem die Tierarztkosten seien erheblich, aber auch für das Futter komme dieses Geld zupass. Schließlich werde der Tierpark, vor drei Jahrzehnten als städtische Einrichtung gegründet, längst durch einen Verein und damit ehrenamtlich getragen. Die große LVZ-Aktion Ende 2013 sei so etwas wie eine Initialzündung für die Patenschaften gewesen. Privatleute, Unternehmen, Vereine, Kindereinrichtungen – zahlreiche Unterstützer aus Geithain, aber auch aus Bad Lausick, Borna und anderen Orten seien dem Verein auf diese Weise verlässliche Partner. Zwar würden Patenschaften für ein Jahr geschlossen, doch verlängerten viele immer wieder, und für die anderen Tiere fänden sich schnell neue Interessenten.

Die Niedergräfenhainer „Kleinen Hirten“ werden wohl jetzt noch öfter als bislang schon den Geithainer Tierpark ansteuern. Nicht nur wegen der Tiere allgemein und wegen des Spielplatzes inmitten von Grün, sondern vor allem, um Ronja zu besuchen. Katrin Lachmann: „Der Tierpark ist wirklich sehr schön. Zum Glück kommen wir mit dem Bus gut her und auch wieder zurück nach Niedergräfenhain.“

Von Ekkehard Schulreich

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