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Tierschutz-Anzeigen: Geithainer Ludbert Schmuck muss 100 Euro Bußgeld zahlen

Tierpark Tierschutz-Anzeigen: Geithainer Ludbert Schmuck muss 100 Euro Bußgeld zahlen

In zwei von vier Punkten befand das Amtsgericht Grimma das damalige Vorstandsmitglied des Geithainer Tierparkvereins, Ludbert Schmuck, für schuldig, gegen Tierschutz-Belange verstoßen zu haben. Er muss ein Bußgeld von 100 Euro zahlen und verzichtet auf eine Revision.

Ludbert Schmuck im Geithainer Tierpark vor den Kaninchenställen.
 

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain.  Ein Freispruch zweiter Klasse war es nicht, immerhin eine Nicht-Verurteilung in zwei von vier Anklagepunkten: Ludbert Schmuck, ehemals Vorstands-, jetzt einfaches Mitglied des Geithainer Tierparkvereins, musste sich vor dem Amtsgericht Grimma verantworten. Der Vorwurf: Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Drei der Anzeigen erfolgten durch die Veterinärbehörde des Landkreises. Die hatte im vergangenen Jahr massive Kritik am durch Ehrenamtliche aufrecht erhaltenen Betrieb des Tierparks geübt und sogar dessen Fortführung in Frage gestellt (die LVZ berichtete mehrfach). Schmuck, der für die Wählervereinigung WVWV im Stadtrat sitzt, informierte das Parlament am Dienstagabend über den Ausgang des Verfahrens – und erntete ausdrückliche Anerkennung bei den Abgeordneten und Beifall bei den Bürgern auf dem Besucherrang.

Zwei Verhandlungstage vor Gericht, 100 Euro Bußgeld: Dabei will es Ludbert Schmuck belassen. Und auf eine Revision verzichten, die seine Rechtsschutzversicherung, die die Verfahrenskosten trägt, ebenfalls übernommen hätte: „Das wäre mir aber zu affig gewesen. Meine Lebenszeit ist begrenzt.“ Da sitze er doch lieber in seinem Garten und lausche den Vögeln, als Stunde um Stunde in einem Gerichtssaal zu verbringen.

Das Tierschutzgesetz verbietet es, Tieren „ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden“ zuzufügen. Das Gericht hatte zu prüfen und zu entscheiden, ob der Verein des Geithainer Tierparks dagegen verstieß und Schmuck deshalb haftbar zu machen sei. Es ging um die Haltung der Kaninchen. Vorwurf eins: Eines der Tiere sei auf einem Auge erblindet. Schmuck habe es versäumt, das Tier behandeln zu lassen. Vorwurf zwei: Die Kaninchen hätten keine ausreichenden Möglichkeiten, sich zu verstecken. Beide Vorwürfe hatten nach den Ausführungen eines hinzugezogenen Veterinärs keinen Bestand. Vorwurf drei: Bei einer Kontrolle im Dezember 2015 stellte die Kreisbehörde verschmutzte Buchten fest. „Das konnten wir nicht entkräften, weil keiner vom Vorstand zugegen war und auch keiner unserer Tierpfleger“, so Schmuck – der Wert legt auf die schriftlich fixierte Feststellung, dass er in persona als Sachkundiger für Papageien und Sittiche darüber hinaus 2013 lediglich für die Fütterung anderer Tiere des Parks Verantwortung übernommen habe. Widerlegen konnte er den Vorwurf dennoch nicht. Auch nicht den vierten: Ein Kaninchen habe eine nicht ordnungsgemäß gestutzte Kralle gehabt. Schmuck: „Wenn uns das bei einem von 15 Tieren durchgerutscht ist, ist es so. Das tut mir leid.“

Der Tierpark, dessen vor ein paar Monaten neu gewählten Vorstand er nicht mehr angehört, liegt Ludbert Schmuck weiter am Herzen. Er wolle ihn kraft seines Sachkunde-Zertifikates unterstützen. Dass aber ausgerechnet das Landratsamt, das ihn vor Gericht brachte, jetzt anfrage, ob er in dieser Funktion weiter zur Verfügung stehe, nannte er vor dem Stadtrat „die Krönung“. Er wolle den Verein nicht im Stich lassen, doch müsse er genau prüfen, welche neuerlichen Konsequenzen sich für ihn daraus ergeben könnten.

„Wir haben eben gehört, welche Widrigkeiten ein ehrenamtlich Tätiger mitunter zu überstehen hat“, brach Gabriele Sporbert (CDU) eine Lanze für Schmuck. Sie müsse annehmen, dass die Behörden im Falle des Geithainer Tierparks, einer von vielen nicht nur in Geithain geschätzten Einrichtung, zumindest bisher „eher nicht lösungsorientiert“ agierten. Dass die Sache vor Gericht ende, sei ärgerlich. Schmuck aber wolle sie – stellvertretend auch für die vielen anderen, die sich für den Tierpark einsetzten – danke sagen. Der Stadtrat und die Besucher äußerten deutlich ihre Zustimmung.

Von Ekkehard Schulreich

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