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Geithain Tödliche Hundeattacke: Chihuahua „Toffee“ hatte keine Chance
Region Geithain Tödliche Hundeattacke: Chihuahua „Toffee“ hatte keine Chance
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14:34 01.06.2018
Ein Schäferhund und ein Labrador haben in Greifenhain bei Frohburg einen Chihuahua zu Tode gebissen. (Symbolfoto) Quelle: Pixabay
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Frohburg/Greifenhain

Marco Köhler aus Greifenhain und seine Lebensgefährtin sind geschockt: Was sich am Sonntagabend nach einem Spaziergang in dem Frohburger Ortsteil ereignete, werden sie so schnell nicht vergessen. „Nach einem Spaziergang in Familie mit der kleinen Chihuahua-Dame Toffee wollten wir das Wochenende im Hof auf unserer Sonnenbank abschließen“, erzählt Köhler. Plötzlich tauchten zwei freilaufende Hunde, ein Schäferhund und Labrador, in der Einfahrt auf. Sie griffen den Chihuahua sofort an, verbissen sich in dem kleinen Tier. Weder Köhler noch seine Lebensgefährtin konnten gegen die Attacke etwas ausrichten. „Selbst nach kraftvollen Tritten meinerseits konnte die extrem gefährliche Situation nicht geklärt werden.“ Schließlich aber hätten die Angreifer abgelassen, seien vom Hof auf ein Grundstück in der Nachbarschaft gedrängt worden, wo der Schäferhund und der Labrador gehalten werden. Der Chihuahua blieb mit schweren Verletzungen auf dem Hofpflaster zurück und starb schließlich.

„Das Schlimmste aber war, dass ein zweijähriges Kind unmittelbar daneben stand. Wir hatten uns zwar zwischen die wütenden Hunde und den Jungen gebracht und konnten es vor Schaden bewahren. Aber was wäre geschehen, wenn Toffee in unmittelbarer Nähe des Jungen gewesen wäre und er sie gestreichelt hätte“ – Marco Köhler möchte sich gar nicht ausmalen, was dann hätte geschehen können. Die Bilder verblassten nicht. Seine Lebensgefährtin sehe sich seither außerstande, den Hof wieder zu betreten: „Das war eine harte Nummer. Das kann man nicht beschreiben.“ Da tröstete es wenig, dass die Eigentümerin der beiden Angreifer-Hunde versuchte, den Chihuahua am Leben zu halten – was nicht gelang. „Sie hat sich entschuldigt, bedauert, was geschehen ist.“

Köhler versteht das schlimme Geschehen als eine Art Weckruf an das Dorf; schließlich sei es nicht die erste Attacke von Hunden in Greifenhain gewesen. In seiner Straße und im Dorf wohnten viele Familien mit Kindern und auch Hunden. Die Kindertagesstätte „Regenbogenland“ befinde nur wenige Schritte entfernt. Spaziergänger seien häufig in den Straßen unterwegs: „Wir müssen doch in unserem eigenen Grundstück und im Dorf sicher sein können.“

Bei der Polizei hat Köhlers Lebensgefährtin Anzeige gestellt. Sie hat das Veterinäramt des Landkreises und das Ordnungsamt der Stadt Frohburg eingeschaltet. Von „einem besonders tragischen Fall“ spricht Behördenmitarbeiterin Marion Schwurack gegenüber der LVZ. Dass Hunde andere attackierten, geschehe glücklicherweise sehr selten. Die Stadt werde die Anzeige an den Landkreis zur Weiterverfolgung übergeben. Marco Köhler hofft, dass die Sache nicht im Sand verläuft: „Wir sammeln jetzt Unterschriften im Dorf. Die übergeben wir dem Ordnungsamt mit der Forderung, geeignete Maßnahmen zu unserem Schutz zu ergreifen.“ Halter von Hunden seien in der Verantwortung der Dorfgemeinschaft, aber auch den Tieren gegenüber. Der müssten sie sich uneingeschränkt stellen.

Von Ekkehard Schulreich

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