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Tonstudio „Freakwave“ holt Bands und Solisten nach Frauendorf

Akustik-Experten am Regiepult: Tonstudio „Freakwave“ holt Bands und Solisten nach Frauendorf

Nicht in Leipzig ist das Tonstudio „Freakwave“ zu finden, sondern ein Stück draußen, südlich des Leipziger Neuseenlands. Im idyllischen Frauendorf spielen Bands Alben ein, treten Jazzmusiker vor die Mikrofone, werden Filme für das Fernsehen nachvertont.

Silvio Tusche (re) und Stefan Schröder am Regiepult. Hier laufen alle Fäden zusammen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Frauendorf. Nicht im angesagten Leipziger Westen, nicht in der dafür gleichermaßen prädestinierten Südvorstadt ist das Tonstudio „Freakwave“ zu finden, sondern ein Stück weit draußen, südlich noch des Leipziger Neuseenlands. Im idyllischen Frauendorf, zu Frohburg gehörend, spielen Bands ihre Alben ein, treten Jazzmusiker vor die mit dem Regieraum gekoppelten Mikrofone, werden dokumentarische Filme für das Fernsehen nachvertont. Im lichtdurchfluteten Untergeschoss eines Einfamilienhauses haben drei junge Männer vom Fach – Musiker, Tontechniker – einen Traum verwirklicht. Das professionelle Refugium trifft offenbar den Nerv von Bands und Solisten, die sich für arbeitsintensive Tage nach Frauendorf zurückziehen.

Ursprünge in Plagwitz

Die Wände der drei Aufnahmeräume und Regie sind speziell verkleidet, die Decken abgehangen. „Akustisch optimiert, im Raum-in-Raum-System, wie es sich für ein ordentliches Tonstudio gehört. Den Schall dämpfen statt lenken – das war einmal, in Leipzig“, sagt Silvio Tusche, in dessen Elternhaus Freakwave eine Bleibe fand. Die Ursprünge des Studios lagen vor einem Jahrzehnt nahe des Bahnhofes Plagwitz in Leipzig. Dort wollte man raus, fand im Leipziger Süden keine Räume, die brauchbar und zugleich bezahlbar waren. Frauendorf sei aber alles andere als eine Verlegenheitslösung, sagt der 39-Jährige, der Tontechnik in Zürich studierte, in der Erwachsenenbildung als Techniker tätig ist und als Musiker weiß, was gewünscht wird: „Musiker mögen es für Aufnahmen eher ruhiger und haben kein Problem damit, ein Stück aus der Stadt hinauszufahren.“ Zumal, ergänzt Stefan Schröder (38), gebürtiger Geithainer, von Hause aus Diplomingenieur, zum Studio Wohnräume auf Zeit gehörten: „Wer zu uns kommt, bleibt meist ein paar Tage und kann abends draußen am Lagerfeuer jammen.“ Nicht zuletzt sei Frauendorf aufgrund der Autobahn 72 schnell zu erreichen.

Akustikgitarre, Schlagzeug und andere klassische Instrumente stehen und liegen im größten Raum des Studios griffbereit, so als hätten die Musiker nur mal eben eine Zigarettenpause eingelegt. Aufnahmeraum drei ist kleiner, dient vornehmlich, um Gitarre oder Bass aufzunehmen. Aufnahmeraum zwei ist vor allem Sprachaufnahmen, Nachvertonungen, Synchronisationen vorbehalten. Was in den Studios geschieht, läuft im großen Regieraum zusammen. Hier am Mischpult werden die einzelnen Spuren zusammengeführt, wird variiert, optimiert, gemixt – bis das Ergebnis die Macher und das Studio-Team überzeugt. Voraussetzung dafür sei das hochwertige Equipment, sagt Tusche: „Das stellen wir auch jenen zur Verfügung, die sonst kaum darüber verfügen.“

Studio lädt am 3. September ein

Das Duo Silvio Tusche und Stefan Schröder, die Gesellschafter der Freakwave Tonstudio GbR sind, wird verstärkt durch André Quaasdorf. Der 44-Jährige aus Leipzig studierte Klavier und Gitarre an der Musikhochschule Weimar, spielte in diversen Metal- und Rockbands, arbeitet als Dozent und kümmert sich um Mastering, Sounddesign und Webpräsentationen. Gern zählt er auf, wer das Frauendorfer Studio – dessen Aufbau vor drei Jahren begann – inzwischen nutzte: Andreas Schirneck, der einst mit Klaus Renft spielte und der mit seinen Songs heute deutschlandweit auf Tour ist; „Überdosisnichts“ aus Döbeln, „Trash em Down“ aus Magdeburg, ein Rapper aus Altenburg. „Sogar eine Familie war mal hier, die für einen 60. Geburtstag gemeinsam Lieder aufgenommen hat. Auch dafür haben wir uns Zeit genommen“, sagt Silvio Tusche: „Wir haben im Grunde Bock auf alles.“ Und wenn es sich anbietet, greifen die Freakwaver selbst zum Instrument – wie Stefan Schröder, als er Schirneck mit Percussions unterstützte: „Das war sozusagen mein Einstand als Studiomusiker.“

War das Studio in Frauendorf bisher kaum wahrnehmbar, soll sich das am 3. September ändern. „Drei Jahre sind wir hier jetzt schon drin, da wird endlich mal eine Flasche Sekt fällig“, bestätigte Silvio Tusche. All jene, die das Studio kennen lernen wollten, müssten sich an diesem Tag nicht nur mit dem bloßen Augenschein begnügen, so André Quaasdorf: „Wer will, kann einen Bass, Gitarre in die Hand nehmen oder sich ans Schlagzeug setzen und loslegen.“

www.freakwave-tonstudio.de

Von Ekkehard Schulreich

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