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Touristiker, Korbflechter und Töpfer präsentieren Kohrener Land in Leipzig

Fremdenverkehr Touristiker, Korbflechter und Töpfer präsentieren Kohrener Land in Leipzig

Töpfereien in Kohren-Sahlis, das Schloss Frohburg und die unterirdischen Gänge von Geithain sind touristische Geheimtipps im Kohrener Land. Mit diesen und weiteren Hotspots präsentiert sich die Region auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse. Nachdem der Kohrener Fremdenverkehrsverband in finanzelle Schieflage geraten war, braucht er jetzt unbedingt Rückenwind.

Die Produkte des Töpferhandwerks sind ein Markenzeichen des Kohrener Landes.

Quelle: André Kempner

Kohren-Sahlis/Frohburg/Leipzig. Das Kohrener Land lockt immer stärker Besucher aus Sachsen-Anhalt und Thüringer zu einem Tagesausflug. „Viele neue Kunden aus Halle, Zeitz und Gera fragen nach Radtouren und Familienausflügen, beispielsweise zu Ostern“, sagte Regine Heinze, Leiterin der Geschäftsstelle des Fremdenverkehrsverbandes Kohrener Land. Der Gemeinschaftsstand auf der Mitteldeutschen hatte am ersten Besucherwochenende des Messedoppels Haus-Garten-Freizeit und Mitteldeutsche Handwerksmesse eine riesige Nachfrage erlebt. „Durch die gute Infrastruktur sind Besucher aus den angrenzenden Bundesländern in rund einer Stunde mitten in der Region“, so Heinze. Das erhöhe die Reichweite der Touristiker. Die Fachfrau kann außerdem auf konkrete Aufträge verweisen. So vermittelte sie einen mehrtägigen Chöreworkshop mit rund 90 Teilnehmern ins Kohrener Land. „Auch die Handwerke waren am Abend mit den Umsätzen zufrieden“, so Heinze weiter. Bei Korbmachern, Töpfern und weiteren Kunsthandwerkern habe die Kasse geklingelt. „Das war ein guter Auftakt“, sagte Heinze. Fremdenverkehrsverband und Kunsthandwerker sind noch bis Ende des nächsten Wochenendes auf der Leipziger Messe vertreten sein.

Der Rückenwind, den die Touristiker auf der Familienschau in Leipzig spüren, ist bitter nötig. Seit 25 Jahren vermarktet der Fremdenverkehrsverband Kohrener Land touristische Einrichtungen der Region. Er betreibt Lobby-Arbeit für rund 140 Mitglieder – Unternehmen der Gastronomie, Hotellerie und des Tourismus, Kommunen, Privatpersonen, Förderer. Trotz des Jubiläums ist den Akteuren angesichts der finanziellen Schieflage, in der sich der 1991 gegründete Verband befindet, nicht zum Feiern zumute. Das Budget ist seit Langem auf Kante genäht. Um den Haushalt für 2015 rund zu bekommen, war im Herbst beschlossen worden, dass alle Mitglieder für das Vorjahr einen Sonderbeitrag zum eigentlichen Jahresbeitrag zahlen. Dieser Vorschlag traf nicht nur auf Verständnis. Dennoch gab es jetzt grünes Licht für eine Fortführung der Arbeit. Wie sich auf einer Versammlung kürzlich herausstellte, widersprach nur ein Mitglied dem Vorschlag. „Die deutliche Mehrheit möchte, dass unser Verein über 2016 hinaus weitermacht“, sagte der Vorsitzende Karsten Richter. Das sei wichtig für die touristische Vermarktung regionaler Angebote, vor allem aber für die Leader-Förderung im Land des Roten Porphyrs, für die der Verband gemeinsam mit dem Tourismusverein Rochlitzer Muldental verantwortlich zeichnet.

„Wir schreiben jetzt unsere Mitgliedskommunen an und bitten sie, bis Ende März zu sagen, ob und in welcher Form sie den Verein künftig finanziell unterstützen können“, so Richter weiter. Bis Ende April folge ein Workshop, der sich mit der strategischen Neuausrichtung befasse. Im Mai solle auf einer weiteren Runde mit den Mitgliedern klargemacht werden, wie es weitergeht: „Dort müssen wir die Weichen stellen.“

Dass der Fremdenverkehrsverband Kohrener Land trotz der aktuellen finanziellen Krise eine Zukunft haben könnte, wollte der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) auf der Sitzung seines Stadtrates durchaus zugestehen. Allerdings sehe Frohburg als Verbandsmitglied „derzeit noch keine finanzierbare Lösung, da vor allem die Kommunen nicht mehr die Hauptlast tragen können.“ Der Verwaltungsausschuss der Stadt Frohburg will sich am 25. Februar mit der Haltung der Stadt befassen. Am 10. März dann kommt das Thema in den Stadtrat, um entschieden zu werden.

Von Ekkehard Schulreich und Birgit Schöppenthau

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