Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Traumberuf Lehrer
Region Geithain Traumberuf Lehrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:05 19.05.2015
Sophie Thalmann (links) und Jana Stuck freuen sich, in ihrer Heimat Sachsen als Lehrer arbeiten zu können. Quelle: Jens Paul Taubert

Pädagogischen Nachwuchs an den sächsischen Schulen einzustellen, das finden die beiden Lehrerinnen wichtig.

Als Neuntklässlerin reizte Sophie Thalmann der Beruf Reiseverkehrsfrau und sie beschloss, das Abitur zu machen. Die 28-Jährige wohnt in Bad Lausick, wo sie auch die Realschule besucht hat. Nach Klasse zehn ging sie ans Berufliche Schulzentrum (BSZ) Grimma. Dort hatte sie eine schöne Zeit, erlebte ein tolles Verhältnis der Schüler untereinander, aber auch der jungen Leute zu ihren Lehrern. Um sich eine solche Atmosphäre ein Leben lang zu bewahren, beschloss sie, Lehrer zu werden. In Leipzig studierte die Kurstädterin Pädagogik mit den Fächern Deutsch und Geschichte auf Lehramt, unterrichtet derzeit Deutsch und Ethik.

Gut hätte es passieren können, dass sie nach Mecklenburg zieht, denn in der Region hatte sie keine Referendariatsstelle bekommen und absolvierte diese praktische Ausbildungsphase an einem Sportgymnasium in Neubrandenburg. Wäre sie in Mecklenburg-Vorpommern geblieben, hätte die junge Frau nächstes Jahr verbeamtet sein können. "Ich wollte aber hierher zurück, das ist meine Heimat." Deshalb hat sie darauf verzichtet. "Es ist wichtig, dass junge Kollegen eingestellt werden, Nachwuchs an den Schulen da ist", findet die Deutschlehrerin.

Auch für Jana Stuck ist es ein ganz wichtiger Punkt, dass Absolventen die Möglichkeit haben, in der Region zu bleiben. Viele ihrer Kommilitonen hätten trotz Super-Abschluss keine Stelle bekommen. "Dann lassen sie alles zurück, um in die alten Länder zu gehen. Das könnte Sachsen in einigen Jahren zum Verhängnis werden", befürchtet die Burgstädterin. "Ich komme aus Sachsen, habe Burgstädt immer gemocht, ich möchte auch in der Region arbeiten", erklärt sie.

Jana Stuck hatte sich schon als Jugendliche vorstellen können, Lehrer zu werden. Doch sie absolvierte in Chemnitz zunächst eine Ausbildung zur staatlich geprüften Fremdsprachenassistentin. Bei einem Auslandspraktikum an einer Sprachschule in Dublin sollte sie eigentlich an der Rezeption sitzen. "Mich hat es aber mehr in die Klassenräume gezogen", erzählt die 29-Jährige. So studierte sie im Anschluss Pädagogik in Dresden, entschied sich für die Fächer Englisch und Französisch auf Lehramt, was sie nun auch in Geithain lehrt. Ihr Referendariat konnte sie am Gymnasium in Rochlitz absolvieren.

Die erste Unterrichtsstunde der neuen Lehrerin an der Paul-Guenther-Schule war Französisch in einer 7. Klasse. "Natürlich mussten wir uns erst einmal gegenseitig kennenlernen, aber ich habe schon gespürt, dass die Schüler mir als neuem Lehrer gegenüber offen waren und es gut fanden, dass jemand Junges kommt." Bei ihr habe vor diesem ersten Klingeln die Vorfreude überwogen.

Eine "positive Erfahrung", war für Sophie Thalmann die erste Deutschstunde vor Fünftklässlern. Sie war "aufgeregt und gespannt." Nicht viel anders ging es wohl den Jungen und Mädchen, denn für sie war nach dem Wechsel von der Grundschule ebenfalls alles neu.

Das altehrwürdige Gebäude der Schule gefällt beiden Pädagoginnen gut, sie fühlen sich unterdessen heimisch, angekommen. Beide betonen, wie gut sie vom Kollegium aufgenommen worden sind. "Da ist eine riesige Hilfsbereitschaft, man kann sich immer erkundigen, bekommt ungefragt Material", erzählt Sophie Thalmann. Ihre Kollegin hat schon im Referendariat erlebt, als junge Pädagogin als Bereicherung angesehen zu werden. Neue Ideen seien gefragt.

Wie anstrengend der Job ist, das sei von Tag zu Tag, von Klasse zu Klasse unterschiedlich, erzählt Sophie Thalmann. Natürlich brauche sie zur Vorbereitung mehr Zeit als erfahrene Kollegen. In vier Klassenstufen Deutsch und in ebenso vielen Ethik, das brauche viel Vorbereitung. Jana Stuck sieht das ähnlich, doch die Arbeit mit Schülern macht ihr Spaß. "Wenn man mal mit den Kindern gemeinsam lachen kann, da bekommt man auch etwas zurück." Dass die Schüler ihre Freizeit mit Fernseher und Computer verbringen, das wirke sich schon in der Schule aus. "Natürlich sind die Schüler früh auch aktiver, als donnerstags in der 8. Stunde", sagt die Deutschlehrerin. Als eine Fünftklässlerin überrascht sagte: "Ethik ist gar nicht so langweilig, wie ich dachte", hat sie sich gefreut. Wichtig sei, die Schüler in ihren Lebenswelten abzuholen. Ein Thema in Klasse neun sind beispielsweise die verschiedenen Lebensstadien. "Viele Schüler haben engen Kontakt zu ihren Großeltern, lernen viel von ihnen, vor allem die Jungen von ihren Großvätern", hat die Pädagogin festgestellt.

Jana Stuck merkt, dass ihre Arbeit etwas bringt, wenn die Schüler von Stunde zu Stunde freier sprechen, mehr Wörter in der fremden Sprache benutzen, sich besser verständigen können. Die meisten hätten zum Glück großes Interesse an Englisch, an amerikanischer Kultur und englischsprachiger Musik. Alle Schüler der beiden jungen Pädagoginnen sprechen fließend Deutsch, so dass es hier keine Probleme gibt.

Sophie Thalmann ist in der 5. Klasse stellvertretende Klassenleiterin, gerade die Jüngeren hätten das Bedürfnis, vieles zu erzählen, was nichts mit dem Unterrichtsstoff zu tun hat. Die beiden jungen Frauen achten jedoch strikt darauf, stets den gebührenden Abstand zu den Schülern zu bewahren. "Man kann nicht alles von sich preisgeben", sagt Jana Stuck.

Doch es sei durchaus gut, wenn die Jugendlichen mitbekommen, dass der Lehrer auch ein Mensch ist, der sich mit Freunden trifft und mal zu einem Konzert geht. Die Burgstädterin liest gern, singt im Chor und ist oft mit ihrem Hund unterwegs. "Sie sind sehr hellhörig, wenn man mal was von sich erzählt", lächelt auch Sophie Thalmann, die zweimal in der Woche Zumba und Aerobic macht, einen roten Kater hat und ebenfalls gern liest.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.12.2013
Engelhardt, Inge

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weihnachtsmärkte gehören zur Adventszeit, wie Stollen zu Heiligabend. So gibt es nicht nur in den Städten diese heimeligen Feste, sondern auch in vielen kleineren Ortsteilen der Region wurde in Sachen Weihnachtsvorfreude aufgetrumpft.

19.05.2015

Geithain. Möglichst viele neue Paten für den Geithainer Tierpark sind bis Weihnachten gesucht. Die Leipziger Volkszeitung unterstützt den Tierparkverein dabei, diese besondere Möglichkeit der Hilfe bekannt zu machen.

09.12.2013

Einen Weihnachtsmann, der Gitarre spielt und singt - den gibt es in Bad Lausick. Auch gestern Nachmittag erwarteten ihn die Kinder mit großer Erwartung. Trotz des wenig winterlichen Wetters gut besucht, klang der Weihnachtsmarkt der Bad Lausicker Gewerbetreibenden am Abend mit der Auslosung der Tombola-Preise aus.

19.05.2015
Anzeige