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Geithain Tröpfelbrunnen statt Töpferbrunnen: Dem Kohrener Wahrzeichen fehlt es an Wasser
Region Geithain Tröpfelbrunnen statt Töpferbrunnen: Dem Kohrener Wahrzeichen fehlt es an Wasser
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06:00 20.08.2016
Es tröpfelt nur: Der wasserspeiende Hund nimmt das Maul nicht voll genug. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis

An sommerlich heißen Hundstagen liegt es nicht, dass dem üblicherweise Wasser speienden Hund des Kohren-Sahliser Töpferbrunnen das kühle Nass aus der Schnauze allenfalls tröpfelt. Vielmehr ist fehlendes Geld der Grund dafür, dass des dem weithin bekannten Wahrzeichen der Töpferstadt an Wasser mangelt. „Da können sich die Kinder nicht mal die Hände nass machen“, sagte Siegrid Barthel (CDU) im Stadtrat. Sie beobachte Ausflügler, die den Marktbrunnen – ein Meisterwerk des Kunstkeramikers Kurt Feuerriegel – bewunderten, es aber bedauerten, dass das Wasser nicht ordentlich laufe. „Das ist doch ein Armutszeugnis für unsere Stadt.“ Barthel schlug vor, die Bürger um Spenden zu bitten. Dann sei die Kommune in der Lage, den Hahn wieder ordentlich aufzudrehen.

Dass der Brunnenzufluss seit Längerem schon gedrosselt sei, bestätigte Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU). Der Brunnen werde zudem nur zwischen 9 und 18 Uhr in Betrieb genommen. Dennoch summierten sich die Wasserkosten auf 3000 bis 5000 Euro im Jahr – Geld, das sie Stadt nicht habe. Dass der Brunnen nicht plätschert, sei in der Tat ein Problem, bestätigte Thomas Pohling (CDU). Allerdings sei es nicht gut, auch in diesem Falle auf die Bürger zuzugehen. Schließlich spendeten die schon für viele Dinge: den Spielplatz am Montottoneplatz, für ein neues Feuerwehrauto und anderes. Dass der Brunnen wieder seine ureigene Funktion erfüllen müsse, diese Forderung unterstützte Gundula Müller (FDP). Schließlich stehe ein Jubiläum ins Haus: Feuerriegel, der im gesamte Kohrener Land künstlerisch Spuren hinterließ, habe 1927 den Brunnen entworfen; ein Jahr später wurde er auf dem Markt der pittoresken Töpferstadt als Blickfang und Zeichen des Handwerkerstolzes platziert. Der Bürgermeister sagte zu, das Gespräch mit der Oewa GmbH zu suchen. Das Unternehmen hatte vor Jahren der Stadt eine Zeit lang das Wasser spendiert.

Das bestätigt Sprecherin Tina Stroisch, sieht allerdings keinen Spielraum, sich erneut auf diese Weise zu engagieren. „Wir haben die jährliche Unterstützung für den Töpferbrunnen in der Gemeinde Kohren-Sahlis zum Ende des Jahres 2011 eingestellt. Seit 2007 hatten wir die Gemeinde mit einem jährlichen Spendenbetrag für den Betrieb des Brunnens unterstützt.“ Die Entscheidung, dieses Engagement zu beenden, sei vor dem Hintergrund der Gleichbehandlung der Kommunen im Gebiet des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain getroffen worden, für den wir als Betriebsführer tätig sind. Die Ansage habe damals gelautet, keine Kommune dauerhaft zu unterstützen, so Stroisch: „An diesem Grundsatz hat sich bis heute nichts geändert.“

Von Ekkehard Schulreich

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