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Umnutzung der Mehrzweckhalle Narsdorf muss beantragt werden - nach 15 Jahren

Umnutzung der Mehrzweckhalle Narsdorf muss beantragt werden - nach 15 Jahren

Über anderthalb Jahrzehnte waren die Narsdorfer der Meinung, eine Mehrzweckhalle zu haben. Nun hat die Baubehörde des Landratsamtes noch einmal nachgeblättert und stellte fest: Beantragt und erteilt wurde nur die Genehmigung, eine Sporthalle zu errichten.

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Weihnachtsprogramm Narsdorfer Grundschüler im Dezember. Die Mehrzweckhalle ist Mittelpunkt des kulturellen Lebens im Dorf.

Quelle: Jens Paul

Narsdorf. Nun muss die Kommune sich kümmern und dafür Kosten und Verwaltungsaufwand in Kauf nehmen. Vermutlich hätte schon die Einweihungsfeier der Halle am  25. Mai 1996 überhaupt nicht stattfinden dürfen. Dicht bei dicht saßen die Zuschauer, als die jungen Frauen des Feuerwehr-Karneval-Klubs (FKK) Narsdorf ihr Können zeigten und Instrumentalisten der damals noch existierenden Mittelschule des Ortes auftraten. Mit einem Betrag von unter einer Million Mark und ohne Kredit sei es gelungen, den Bau innerhalb eines Jahres hochzuziehen, freute man sich an diesem Pfingsttag. Über die noch nicht ganz fertigen Sanitäranlagen und kleine Mängel habe man dabei hinweggesehen, schrieb unsere Zeitung damals. Hinweggesehen hatten offensichtlich auch alle darüber, dass sich die Baugenehmigung lediglich auf die Errichtung einer Sporthalle bezog und die Gemeinde auch nichts anderes beantragt hatte. Wie das passieren konnte, das gibt heute allen Beteiligten ein Rätsel auf. Aufgefallen war dieser Fehler nach über 15 Jahren der Bauverwaltung des Landratsamtes und die lässt keinen Zweifel daran: Die Gemeinde muss einen Antrag auf Nutzungsänderung stellen. Das werde man auch tun, bestätigt Bürgermeister Andreas Große (parteilos). „Ich will vermeiden, dass jemand auf die Idee kommt, die Halle zu schließen“, betont er. Als das Thema im Vorjahr aufkam, hatte die Kommune ein Planungsbüro beauftragt, die – spärlichen – Unterlagen von damals zu sichten und 3000 Euro eingeplant, um das Problem zu lösen. „Alles Eigenmittel, das schmerzt!“, so Große. Doch nun steht fest, dass diese Summe wohl bei Weitem nicht reichen wird, denn auch spezielle Brandschutzkonzepte gelten laut Versammlungsstättenrichtlinie für Objekte, in denen teils über 200 Personen zusammenkommen – was in Narsdorf definitiv der Fall ist. Was für Auflagen das nach sich ziehen wird, und wie kostenintensiv diese werden – Große weiß es noch nicht. „In der Halle ist alles ebenerdig, ich denke Flucht- und Rettungswege sind ausreichend vorhanden“, hofft er. Inwieweit das den aktuellen Vorschriften entspreche, sei allerdings offen. Mehr als eine böse Überraschung hat die Kommune bei Brandverhütungsschauen schon erlebt. „Bedauerlich, dass wir da jetzt nacharbeiten müssen“, bestätigt das Gemeindeoberhaupt. Für ihn stehe das im Widerspruch zu Aussagen – ob in Dresden oder vom Landkreis – man wolle das dörfliche Leben stärken. „Die Gemeinden, die sich etwas geschaffen haben, bekommen nun mit dem Festhalten an den Vorschriften zusätzliche Probleme“, bedauert der Bürgermeister. Schön wäre aus seiner Sicht gewesen, wenn sich ein Kompromiss gefunden hätte, beispielsweise mit Auflagen zur maximalen Bestuhlung und der Pflicht, einen Plan zu den Flucht- und Rettungswegen zu erstellen. Doch um Umnutzungsantrag und Brandschutzkonzeption führt ganz offensichtlich kein Weg herum, so muss die Kommune nun ihre Hausaufgaben machen – koste es, was es wolle. „Wir sind sehr froh, dass die Halle so gut genutzt wird, betont der Bürgermeister. Sie sei fast hundertprozentig ausgelastet. Schulveranstaltungen finden hier statt, Vereine engagieren sich, Rassegeflügelschauen laden regelmäßig ein. Der FKK stellt jedes Jahr mehrere Faschingsveranstaltungen auf die Beine und im Vorjahr war die Mehrzweckhalle Mittelpunkt des Schul- und Heimatfestes. „Super, dass wir die Halle haben. Das muss auch so bleiben“, steht für Große fest.

Inge Engelhardt

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