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Unaufgeklärte Straftaten empören Frohburger

Unaufgeklärte Straftaten empören Frohburger

Seit Wochen geht Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch jeden Morgen mit einem unguten Gefühl und der bangen Frage zur Arbeit: Was wohl wurde in den vergangenen Stunden durch Einbrüche oder derartige Versuche, Brände oder Sachbeschädigungen in Mitleidenschaft gezogen? Denn nahezu täglich sind auch unserer Zeitung Informationen über solche Vorfälle in der Rennstadt zu entnehmen.

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Nur ein Tatort: Die Kinder- und Jugendbegegnungsstätte Frohburg nach dem Brand.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Die Polizei ermittelt, konnte aber bisher in keinem Fall irgendeines Täters habhaft werden. Was bei vielen Bürgern Unverständnis hervorruft.

Die Liste der Straftaten allein in diesem Monat ist lang: Am Männertag wurden in die Kinder- und Jugendbegegnungsstätte eingebrochen und in der Folge durch einen Brand etwa 20 000 Euro Schaden verursacht. Wenige Tage später wurde die Scheibe der Tür einer Anwaltskanzlei am Markt eingeworfen. Zwar scheiterten die Einbruchsversuche in die Stadtbibliothek und das Schlosscafé, von denen LVZ am 10. Juni berichtete. Doch der angerichtete Sachschaden lag bei etwa 2300 Euro. Tags darauf waren der Kiosk am Freibad und die Fischerstube Objekte der Begierde, wiederum nur wenig Zeit verging, bis mehrere Kindereinrichtungen der Stadt unwillkommenen Besuch erhielten. Gestohlen wurde weder in der Krippe „Storchennest“ noch in der Kita „Spatzennest“ etwas – aber ein Schaden von 4000 beziehungsweise 2000 Euro verursacht. Am Wochenende dann zerschnitten Unbekannte ein Kletternetz im Spielgelände des „Spatzennestes“ - 450 Euro Schaden.

Doch zu all diesen Vorfällen konnte die Polizei bisher keinen Täter ermitteln, bestätigt Michael Hille, Pressesprecher der Polizeidirektion Westsachsen, auf Nachfrage dieser Zeitung. „Es wurde und wird intensiv gearbeitet. Wir haben Spuren gesichert und verfolgt, kriminaltechnisch alles untersucht. Doch bisher ohne Erfolg.“ Er wünschte sich deshalb, dass aus der Bevölkerung konkrete Hinweise kämen, wenn irgendwelche Beobachtungen gemacht wurden, die mit den Taten in Zusammenhang ständen. Auch sollten die Frohburger verstärkt Augen und Ohren offen halten, wenn sie Verdächtiges entdeckten.

Nicht nur die Mitarbeiter der betroffenen Einirchtungen und der Stadtverwaltung sind empört über die unsinnigen Taten. Auch Andreas Mertin aus Nenkersdorf, der einen Enkel in der Kita „Spatzennest“ gut betreut weiß, ist aufgebracht: „Ich kann nicht verstehen, dass die Polizei den Tätern nicht auf die Schliche kommt. Die Betreuer und viele Helfer hier geben sich soviel Mühe, dass die Kinder sich wohlfühlen. Die Stadt hat immer ein offenes Ohr, um finanziell für attraktive kommunale Einrichtungen zu sorgen. Und dann muss man immer wieder solch völlig sinnlose Sachen erleben“, bewegt ihn.

Bürgermeister Wolfgang Hiensch sieht das nicht viel anders. „Ich bin durch die Taten eigentlich erschüttert und frustriert. Insbesondere deshalb, weil wohl mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden muss, dass die Einbrüche, Brände und der Vandalismus in der Kinder- und Jugendbegegnungsstätte und den Kindereinrichtungen der Stadt in einem Zusammenhang stehen und der Täterkreis wohl hauptsächlich in Frohburg zu suchen ist. Dabei schient das Hauptziel Zerstörung und nicht Diebstahl zu sein.

Ihn, aber auch Erzieher, Mitarbeiter, Eltern und andere frustiere aber auch, dass Hinweisen zur Einkreisung eines potentiellen Täterkreises offensichtlich nicht nachgegangen werde. „Ich hatte bereits vorige Woche gegenüber der Polizei am Telefon eine Vermutung zu Tätern geäußert und mich bereit erklärt, ohne dass ich Beweise liefern kann oder meine Informationsquellen Preis gebe, diese Vermutung zu Protokoll zu geben. Bis heute hat sich niemand von der Polizei bei mir wieder gemeldet“, ließ er zur Wochenmitte wissen.

Thomas Lang

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