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Geithain Unfall mit tödlichen Folgen in Borna verhandelt
Region Geithain Unfall mit tödlichen Folgen in Borna verhandelt
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02:00 06.03.2012

. Das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen die angeklagte 78-Jährige wurde am Montag am Amtsgericht Borna unter Auflage einer Geldstrafe von 700 Euro eingestellt.

Die dramatischen Umstände jenes 13. Juni vergangenen Jahres wirkten auch im Gerichtssaal nach. Von einem Besuch in der Burg Gnandstein kommend, bog die damals 77-Jährige mit ihrer Schwester auf dem Sozius des Opel Corsa auf die Bundesstraße 95 in Richtung Borna ein. Sie übersah den vorfahrtsberechtigten Renault Clio einer Seniorin. Es kam zum Zusammenprall. Mit tragischen Folgen: Die Schwester der Unfallverursacherin starb am Einriss der Brustschlagader. „Es war meine letzte Angehörige", erzählte die Dame auf der Anklagebank Amtsrichter Bernd Jähkel.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig hatte Klage von Amts wegen eingereicht. Auch Staatsanwältin Barbara Herbst sprach von einem „dramatischen Ereignis" und stimmte der Einstellung des Verfahrens zu, wenn M. bereit sei, 700 Euro für gemeinnützige Zwecke zu zahlen. Viel zu verhandeln hatten die Verfahrensbeteiligten nicht. Ein Dekra-Sachverständiger und zwei geladene Zeugen mussten nicht gehört werden.

Die Angeklagte könne sich „an die Sekunden unmittelbar vor dem Unfall nicht erinnern. Es ist wie ein weißer Fleck. Ich weiß nur, dass ich beim Abbiegen auf die Bundesstraße von irgendetwas irritiert war", berichtete sie dem Gericht. Sie selbst habe leichte Verletzungen davongetragen, die mittlerweile auskuriert seien.  Das Geschehene lastet noch heute auf ihr: „Es hat mich die ganze Zeit sehr beschäftigt. Ich habe es bisher nicht geschafft, mir die Situation am Unfallort anzuschauen." Amtsrichter Jähkel räumte nach der Rekonstruktion des Unfallgeschehens ein, dass „die Stelle schwierig zu überschauen" wäre.

Ein gerichtsmedizinisches Gutachten wies den Unfall im Juni als kausales Ereignis der tödlichen Verletzungen aus. Dass, wie von der Verteidigung argumentiert, eine Vorerkrankung der Arterien des Unfallopfers Todesursache sein könnte, wurde ausgeräumt.

Richter Bernd Jähkel sah die integere Frau durch den Verlust ihrer letzten Angehörigen bestraft genug und stimmte der Forderung der Staatsanwaltschaft zu. 700 Euro an „Ärzte ohne Grenzen" – die angeklagte Seniorin wirkte erleichtert, die Akte auf diese Weise schließen zu können. Die Unfallbeteiligte Dritte, Brigitte K., die als Zeugin gehört werden sollte, reichte der Angeklagten nach Ende der Verhandlung die Hand.

Thomas Lieb

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