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Unternehmen buhlen um klügste Köpfe: Heute Lehrling - morgen Chef

Unternehmen buhlen um klügste Köpfe: Heute Lehrling - morgen Chef

Unbefristeter Arbeitsvertrag, Tariflohn, betriebliche Altersversorgung: 13 Facharbeiter unterschrieben gestern bei der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) ihren Arbeitsvertrag.

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Jungfacharbeiter der Mibrag haben ihre dreieinhalbjährige Ausbildung beendet und werden vom Unternehmen alle unbefristet eingestellt.

Quelle: Andreas Doering

Profen/Frohburg. Das Unternehmen, das derzeit 150 Auszubildende als Elektroniker, Industriemechaniker und Maschinen- und Anlagenfahrer sowie in Randberufen wie Brunnenbauer und Bürokaufmann schult, hat keine Nachwuchssorgen. "Der Nachwuchs hat bei uns alle Entwicklungschancen", sagte Heinz Junge, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor. Mit dem Facharbeiter in der Tasche könnten die heutigen Berufseinsteiger auf dem zweiten Bildungsweg den Meister oder ein Fach- und Hochschulstudium draufsatteln. Damit stünde ihnen der Aufstieg vom Lehrling zum Geschäftsführer offen.

Obwohl durch die demografische Entwicklung weniger junge Leute auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt drängen als Bedarf besteht, sind die Ausbildungsplätze bei der Mibrag überzeichnet. Auf 59 eigene Lehrstellen und zehn Plätze für regionale Firmen im Ausbildungsjahr 2014/15 bewarben sich 260 Schulabgänger. Der 20-jährige Daniel Beinemann nannte als Vorzug: "Das Unternehmen ist in der Nachbarschaft". Er möchte künftig in die Werksfeuerwehr einsteigen, die das Sprungbrett für einen Job in einer Berufsfeuerwehr sein könnte.

Die Patenschaften zu Schulen in der Region sind für den Mibrag-Arbeitsdirektor ein Weg, geeigneten Nachwuchs für einen Job im Bergbau zu gewinnen. Mit dem Bau des Ausbildungszentrums in Profen hat das Unternehmen eine bessere Erreichbarkeit auch für Bewerber aus Sachsen geschaffen. Neu ist eine Einarbeitungszeit für die Berufsstarter in den Bereichen, in denen sie künftig eingesetzt werden. "Dadurch weiß man, wie es in dem Bereich abläuft und wie alle ticken", sagte Felix Lisiewicz, der heute in den Blaumann steigt und im Bereich Maschinentechnik arbeiten wird.

Während die Industrie aus dem Potenzial guter Schulabgänger auswählen kann, müssen andere Bereiche wie die Pflegebranche geeignete Bewerber suchen. "Viele Jugendliche, die sich bei uns bewerben, wollen zum Beispiel nicht am Wochenende oder in Schichten arbeiten. Dabei ist das gerade als Altenpfleger unerlässlich", sagte Enrico Kain, stellvertretender Heimleiter im Wohn- und Seniorenzentrum Frohburg (WSF). Während des freiwilligen sozialen Jahres werde oft deutlich, dass Bewerber den Anforderungen des Berufs nicht gewachsen seien. Daneben mangele es an Pünktlichkeit oder an Ordnungssinn. Dabei gebe es auch in der Pflegebranche Aufstiegschancen. Kain ist das beste Beispiel dafür. Vor 15 Jahren fing er zunächst als Zivildienstleistender im Haus in Frohburg an, 2004 wurde er dann Pflegefachkraft, heute ist er stellvertretender Heimleiter. "Wir bieten ständig Weiterbildungen an", erklärte Petra Scheibe, Vizechefin in der Tagespflege. "Denn Altenpfleger sind bei der demografischen Entwicklung die Zukunft."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.01.2015
Birgit Schöppenthau/Julia Tonne

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