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Geithain Unwetter in Geithain löst Straßendecke
Region Geithain Unwetter in Geithain löst Straßendecke
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00:37 20.05.2018
Diese im Herbst in der Altenburger Straße eingebauten Röhren aus Kunststoffgeflecht sollen eigentlich verhindern, dass im Altdorf westlich der Geithainer Nikolaikirche bei Starkregen Fäkalien in die Eula und die anliegenden Grundstücke gelangen. Doch das funktioniert offensichtlich nicht. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

Dass die Grimmaische Straße, Teil der Geithainer Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 7, hin ist – dieses Beweises hätte es gar nicht bedurft. Der starke Regenguss, der am Mittwochnachmittag über der Stadt niederging, lieferte ihn dennoch. Nicht nur, dass die Wassermassen fontänengleich und nicht zum ersten Mal Gullydeckel im Kreuzungsbereich Grimmaische Straße/Straße der Deutschen Einheit herauskatapultierten.

„Straße kaum noch befahrbar“

Vor allem unterspülten sie die ohnehin bereits flächig abgebröselte Asphaltschicht auf der Bundesstraße. Als der Regen abgelaufen war, zeigte sich das Ausmaß des Schadens. Die Deckschicht der Fahrbahn hatte sich gelöst. Gestein und Löcher behinderten den Verkehr.

„Für Motorradfahrer war es besonders gefährlich. Wir mussten handeln“, sagte Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Der Polizei, die vor Ort war, sei es nicht gelungen, Verantwortliche von Straßenmeisterei und Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) zu erreichen. „Wir haben deshalb schließlich unseren Bauhof in Marsch gesetzt und die Steine weggeräumt“, so der Bürgermeister.

Jetzt sei die Straße kaum noch befahrbar. Warnschilder seien aufgestellt. Höchste Zeit sei es für die Landesbehörde zu handeln. Dass der Ausbau der ebenfalls zur B 7 zählenden Eisenbahnstraße in diesem Jahr endlich beginnen werde, sei gut. Doch die Grimmaische Straße sei ebenso ein Problemfall.

Zwischen-Instandsetzung wird geprüft

„Der Landkreis als Unterhaltungspflichtiger ist bereits aktiv bei der zeitnahen Beseitigung der akuten Schadstelle“, sagt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. In den nächsten Wochen stimme man ab, ob, wann und in welchem Umfang eine großflächigere Zwischen-Instandsetzung erfolge.

„Nach der Fertigstellung der Ausbaumaßnahme in der Eisenbahnstraße werden die Planungen für die Grimmaische Straße beginnen. Da es sich nicht um eine einfache Fahrbahnerneuerung im Bestand handeln wird, ist von einer mehrjährigen Vorbereitungszeit auszugehen.“

Eula schwemmt wieder Fäkalien an

Ein zweites Problem führte das Unwetter nur wenige Meter entfernt vor Augen: Der Guss ließ den Staukanal unter der Altenburger Straße wieder einmal überlaufen. „Erneut schwammen Fäkalien in der Eula. Die Siebe, die das verhindern sollten, haben versagt“, so Rudolph. Für ihn sei das Maß jetzt voll; er werde eine Anzeige beim Umweltamt stellen.

Die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain (KWW) hatten im vergangenen Jahr erst ein System aus Sieben in den offenbar nicht ausreichend bemessenen Stauraum eingebaut, um derartige, in den vergangenen Jahren mehrfach vorkommende Verschmutzungen des Flusslaufs und der angrenzenden Grundstücke künftig auszuschließen (die LVZ berichtete).

Die Stadt hatte die Wirksamkeit dieser Investition von vornherein bezweifelt. Rudolph sieht einzig in einem Ausbau der Eula eine tragfähige Lösung, um Überflutungen vorzubeugen. Der Ausbau war bereits vor einem Jahrzehnt in einen Vertrag zwischen Landestalsperrenverwaltung und KWW gegossen worden. Ihn umzusetzen, scheiterte am fehlenden Geld, genauer an einer Nutzen-Kosten-Analyse des Freistaates. Die ergab, dass es günstiger sei, Überflutungen in Kauf zu nehmen und zu regulieren, als einen kostenintensiven Ausbau zu betreiben.

„Weil die Anlieger vorgesorgt haben, ist nichts in die Grundstücke gelaufen. Aber die Ufer sind wieder stark verunreinigt. Das ist nicht hinzunehmen“, sagt Anwohner Monty Irmscher. Binnen 20 Minuten seien 16 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter gefallen. Dass das den Fluss anschwellen lasse, könne man je noch verstehen; die Sauerei mit den Fäkalien allerdings keinesfalls.

Von Ekkehard Schulreich

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