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Geithain Uwe Schneider hat vor 25 Jahren sein Geschäft in Geithain gegründet
Region Geithain Uwe Schneider hat vor 25 Jahren sein Geschäft in Geithain gegründet
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15:31 27.09.2016
Start in beengten Verhältnissen: Conny und Uwe Schneider 1991 in ihrem Geschäft in der Chemnitzer Straße. Quelle: privat
Geithain

Nach der Fußballer-Karriere wollte Uwe Schneider unbedingt als Sportlehrer arbeiten. Dass es dazu nicht kam, lag am Wende-Herbst 1989. Er eröffnete dem Mann, der unter anderem bei Chemie Böhlen kickte, völlig ungeahnte Möglichkeiten: Jener eines Profis beim damaligen Drittligisten Augsburg zog er die eines selbstständigen Unternehmers vor. Noch ehe die D-Mark offiziell Zahlungsmittel wurde, verkaufte er in Geithain schon Sportbekleidung. Der Bedarf war groß, der Zuspruch entsprechend; viele Türen standen plötzlich offen. Die Gewerbeerlaubnis des Rathauses trägt die Jahreszahl 1991; darauf gründet sich das 25-jährige Geschäftsjubiläum.

„Die frühen Neunzigerjahre waren für den Handel eine traumhafte Zeit“, erinnert sich Uwe Schneider. Dass der gebürtige Döbelner sein Sportgeschäft gerade in Geithain eröffnete, war Zufall. Er suchte im gesamten Bezirk Leipzig nach geeigneten Räumen in einem Erfolg versprechenden Umfeld. Die Schneiderwerkstatt der PGH in der Geithainer Innenstadt kam ihm da Recht, weil mit der Miete entgegen. Die wenigen Quadratmeter Verkaufsfläche sorgten mitunter für ähnliche Wartezeiten wie in der gerade untergegangenen kleineren Republik, und im ersten schneereichen Winter mussten Kunden zur Anprobe auf dem Hof in die begehrten Ski-Hosen schlüpfen. Es waren die Zeiten, da Schneider mit dem Trabant unangemeldet bei Adidas in Herzogenaurach aufkreuzte, um für seine Kundschaft einzukaufen: „Adidas war uns doch ein Begriff.“ Es waren die Zeiten, als die großen Einkaufszentren auf der grünen Wiese im Umfeld von Leipzig und Chemnitz noch im Bau waren und es den Handel via Internet noch nicht gab. 1992 schon trat der Unternehmer dem Einkaufsverband Intersport bei, wurde bald schon autorisierter Händler: „Dadurch wurde die Warenbeschaffung viel leichter.“

Einkaufsstadt Geithain: Diesen Slogan des Gewerbevereins, in dem sich der 55-Jährige engagiert, unterschreibt er gern. „Unsere Stadt hat auch in den nächsten Jahren gute Chancen, sich zu entwickeln“, sagt er, erinnert an das 10. Eventshopping, das erst Anfang September viele hundert Menschen in das Zentrum und in die Geschäfte brachte. Uwe Schneider und seine Frau Conny sind in Geithain inzwischen zweifach vertreten. Der Laden am Markt sollte nur ein Interim sein während des Ausbaus der Chemnitzer Straße, doch die Zweiteilung bewährte sich. Für die Fortsetzung des kleinen Familienbetriebes samt Werkstatt ist gesorgt: Sohn Piet studierte bei Intersport Textilbetriebs- und Schuhfachwirt, arbeitet im Unternehmen mit. Zu dem gehört seit zwei Jahrzehnten als angestellte Verkäuferin Monika Rotzsch.

Wenn Uwe Schneider, der ein Jahrzehnt lang die Männer von Alemannia Geithain trainierte, auch selbst nicht mehr auf dem Rasen steht, den Kontakt zu vielen Vereinen hält er unbedingt. Dort wo er helfen kann,hilft er gern. Denn die meisten Vereine beziehen aus dem Hause Schneider speziell beflockte Shirts, Sportausrüstungen und vieles mehr. „Die können auch mal Sonntagnachmittag klingeln“.

In Geithain, einer Stadt mit zahlreichen familiengeführten Geschäften, sieht Schneider sein Unternehmen strategisch platziert, gut erreichbar aus Rochlitz und Penig, Bad Lausick, Colditz und dem Kohrener Land. Zur Kundenbindung trügen nicht zuletzt gemeinsame Erlebnisse bei: Ski-Tests in Alaska und auf den Gletschern der Alpen, Fahrten zum Wasa-Lauf nach Schweden. Vor Ort wahrnehm- und erreichbar zu sein und Service rund um den Sommer- und Wintersport bieten zu können, betrachtet Schneider als großes Pfund: „Das Potenzial des Internets und der großen Einkaufstempel ist zwar nicht zu unterschätzen, ist meiner Meinung nach aber ausgereizt.“

Nach der Wende nach Geithain gezogen zu sein, sei für die Familie eine richtige Entscheidung gewesen: „Wir gehören längst hierher, fühlen uns sehr wohl und sind richtige Geithainer geworden.“

Von Ekkehard Schulreich

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