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Verkehrsvision: Mit dem Bus bequem zu Arzt, Einkauf, Jugendtreff und S-Bahn

Verkehrsvision: Mit dem Bus bequem zu Arzt, Einkauf, Jugendtreff und S-Bahn

Aus den Frohburger Ortsteilen per Bus in die Kernstadt kommen, die S-Bahn am Frohburger Bahnhof gut erreichen: Der Integrierte Taktfahrplan soll das ab dem nächsten Frühjahr schon ermöglichen.

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Wer in Frohburg mit dem Bus ankommt, muss erst noch zum Bahnhof laufen, um Regionalzug oder S-Bahn zu benutzen. Direkt am Bahnhof halten derzeit kaum Busse.

Quelle: Jens Paul Taubert

Der Landkreis Leipzig und das Verkehrsunternehmen ThüSac wollen den Busverkehr im Südosten des Landkreises völlig neu strukturieren. Das schließt Geithain, Kohren-Sahlis und Verbindungen Richtung Bad Lausick und Borna ein. Das erklärte Ziel: das Fahren mit Bus und Bahn attraktiver machen durch viele abgestimmte und getaktete Fahrten. Zurzeit erarbeitet die Thüsac eine entsprechendes Konzept. Steht ein neuer Grundfahrplan, sollen die Kommunen in die detaillierte Ausgestaltung einbezogen werden. Das Vorhaben ist vergleichbar mit dem Modell Muldental-Dreieck, das zwischen Grimma, Bad Lausick, Brandis und Colditz für deutlich bessere Angebote und Verknüpfungen sorgen soll.

Der Schülerverkehr als Maß aller Dinge könnte bald schon Geschichte sein. Nicht nur, weil die Zahl der zu befördernden Schüler, aktuell ein Schwerpunkt des Busverkehrs, weiter sinkt. "Wir wollen, dass der ÖPNV für jeden funktioniert, ob er nun zum Arzt, zum Einkauf, zur Arbeit oder in den Jugendtreff im Nachbardorf will", sagt Kultusamtsleiterin Ines Lüpfert. Das bedeute ein Abkehr von der bisherigen Strategie des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), die dazu geführt habe, dass in der schulfreien Zeit nur wenige Busse verkehrten - und dass es gerade am Morgen und nach dem Mittag viele parallele Fahrten gebe. "Was wir brauchen, ist ein verlässlicher, vertakteter Fahrplan. Wenn der funktioniert, ist das für alle attraktiv", sagt sie. Und wer meine, das sei Luxus und schlicht unbezahlbar, der irre: Man plane das Neue im heutigen Kostenrahmen, denn es gebe viele Möglichkeiten, effizienter zu sein.

Ein zentraler Punkt im neuen Netz werden sogenannte Verknüpfungsstellen sein. Zu einen die zwischen Bus und Bahn. Der Geithainer Bahnhof sei hier ein gutes Beispiel, auf ihre Weise auch die Station Narsdorf, wo viele Pendler vom PKW in den Regionalexpress umstiegen. Zweifelsohne ausbaufähig sei diese Verknüpfung am Frohburger Bahnhof, sagt die Amtsleiterin. Aktuell steuerte den nur eine Linie an. Die Forderung des Frohburger Bürgermeisters Wolfgang Hiensch (BuW), mit einer Neustrukturierung der Busverbindungen in die Ortsteile der neuen kommunalen Struktur Rechnung zu tragen - und der künftigen, wenn ab 2017 Kohren-Sahlis Teil dieser Stadt sein wird -, kann Lüpfert verstehen. Auf der Grundlage der Ergebnisse besagten Konzeptes werde man dem Rechnung tragen. Das werde sicherlich auch den Ausbau der Haltestelle Prießnitz Dreieck am Bauernrathaus, wo schon heute zwischen drei Linien umgestiegen werden könne, einschließen.

Ab Mitte Dezember erhält Geithain via S-Bahn eine Direktverbindung nach Halle: Zwei Jahre nach dem Start des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes rollt dann nicht mehr die S4 zwischen Geithain und Hoyerswerda, sondern die S3 verbindet Geithain und die Saalestadt via Schkeuditz miteinander. Das soll die Zahl der Fahrgäste weiter erhöhen. Aktuell steigen in Geithain täglich 1125 Reisende in Züge ein. "Für die ländliche Region ist das eine sehr gute Zahl", sagt Martina Stenker, Mitarbeiterin ÖPNV im Landratsamt des Landkreises Leipzig. Die Hälfte der Nutzer setzten allerdings auf die Regionalexpress-Linie nach Leipzig beziehungsweise Chemnitz, lediglich 331 auf die S-Bahn. 151 entschieden sich für die Mitteldeutsche Regiobahn nach Leipzig via Bad Lausick.

Busse nach festem Takt bis in den Abend hinein, nicht nur montags bis freitags, sondern auch an den Wochenenden - das soll mehr Leute aus dem eigenen Auto heraus und hinein in die Öffentlichen bringen. Zudem ein dichteres Netz an Haltestellen. Wie kleine Orte besser erschlossen werden können, untersucht aktuell eine zweite Studie; eine Variante könnte der Ausbau des Rufbus-Systems sein. Der entscheidende Baustein zum Erfolg ist für Ines Lüpfert: "Wir müssen dorthin, wo die potenziellen Fahrgäste sind. Nur so gewinnen wir sie für uns."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.09.2015

Ekkehard Schulreich

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