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Geithain Viel Beifall nach der "Hexenjagd"
Region Geithain Viel Beifall nach der "Hexenjagd"
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14:33 19.05.2015
Das Drama "Hexenjagd" von Arthur Miller hat die freie Theatergruppe "Kulturbeutel" aus Leipzig Freitagabend in der Frohburger Kirche St. Michaelis aufgeführt. Quelle: Jens Paul Taubert

Michaelis auf. Pfarrer Thomas Wawerka holte sie mit ihrem Stück nach Frohburg, bis zum Sommer hat er selber in der Theatergruppe mitgespielt.

Mit herzlichem Applaus bedankten sich die Zuschauer am Ende. "Mir hat es sehr gut gefallen", bestätigte die Niedergräfenhainerin Evelyn Wolf. "Das ganze Stück war gut", fand auch Sieglinde Kohl aus Frohburg. Schon in der Pause seien die Reaktionen sehr positiv gewesen, erzählte Thomas Böhm, der den Pfarrer Parris spielte. Spaß gemacht habe das Spiel in Frohburg, und das Stück sei durchaus auch zeitgemäß, findet er. Claudia Köhler, Darstellerin der Elizabeth Proctor, hatte der Kirchgemeinde gedankt. "Wir wurden sehr herzlich aufgenommen, haben uns schon fast zu Hause gefühlt, obwohl wir erstmals hier sind", erklärte die Hobby-Darstellerin.

Mit dem Drama "Hexenjagd" von Arthur Miller, das am 30. November Premiere hatte, sei die Wahl auf etwas "Hochdramatisches" gefallen, erklärte Regisseurin Mireille Martin gegenüber unserer Zeitung. Sie habe das Stück vor vielen Jahren gelesen und sei stark beeindruckt gewesen. Genauso sei es ihr beim wiederholten Lesen im Vorjahr gegangen. Das Stück basiere auf einer wahren Begebenheit und zeige ganz viele Facetten von Menschlichkeit und Emotionen. "Heute werden keine Hexen mehr gejagt, aber dass sich eine Gruppe zusammenfindet und Menschen Nachteile davon haben, das ist hochaktuell." Nicht zuletzt werde in dem Stück auch eine "wahnsinnig schöne Liebesgeschichte" erzählt.

Die 35-Jährige hat den "Kulturbeutel" 1998 gemeinsam mit einer Freundin gegründet. Sie spiele schon seit dem Kindergarten Theater. "Ich habe nicht geglaubt, dass das so lange hält. Da bin ich stolz drauf", erzählte die Leipzigerin. Sie ist Arzt und Physiker, praktiziert als Medizinerin. Bei der Aufführung am Freitag konnte sie nicht dabei sein, denn vor acht Wochen ist ihr drittes Kind zur Welt gekommen.

Zur Theatergruppe gehören ein gutes Dutzend Leute, einige sind von Anfang an dabei. Da auch Studenten mitwirken, gäbe es auch Fluktuation, derzeit sei die aber eher gering. Frohburgs Pfarrer Thomas Wawerka hat bis letzten Sommer beim "Kulturbeutel" mitgespielt. "Wir vermissen ihn sehr, er ist ein großes Talent", erzählte die Regisseurin. Er könne viel spielen, beispielsweise die großen Männerrollen. Natürlich habe man Verständnis, dass ihm als Pfarrer wenig Zeit bleibe. Ihn habe es während der Vorstellung "total auf die Bühne gezogen", bestätigte Thomas Wawerka am Freitag nach dem Schlussapplaus. Im positiven Sinne zeigte er sich von der Besucherzahl "sehr überrascht". Er habe diese Theateraufführung mal für die Stadt Frohburg anbieten wollen, erzählte er.

Die Theatergruppe bringt pro Jahr jeweils zwei Aufführungen auf die Bühne - ein Winter- und ein Sommerstück. Am 17. Mai hat "Einen Jux will er sich machen" Premiere, eine Posse von Johann Nepomuk Nestroy, eine "wunderbar lustige Komödie", so Mireille Martin. Mit der Sommerkomödie gastiert die Theatergruppe jeweils auch zwei Wochen im Schillerhaus Gohlis, ist in Leipzig und Umgebung zu Gast, wie beispielsweise in Markkleeberg.

Das Winterstück solle jeweils ein Kontrastprogramm sein, erklärte Martin. Mit ihm geht die Truppe nicht auf Tour, der Auftritt in Frohburg war somit etwas Besonderes - nicht aber das Spiel in einer Kirche. Der "Kulturbeutel" probt im Gotteshaus der Leipziger Bethlehemgemeinde, dort finden jeweils auch die Premieren statt. Kirchen beispielsweise in Leutzsch, Sommerfeld oder Connewitz waren ebenfalls schon Spielorte. Geprobt wird einmal in der Woche drei Stunden, kurz vor den Premieren auch mehr. Hinzu kommen Theaterwochenenden. "Das bringt gut voran", erzählte Mireille Martin.

Auch Kostüme und Bühnenbild machen die Mitstreiter des "Kulturbeutels" jeweils selber. Für das Sommerstück fällt die Ausstattung meist sehr opulent aus, als winterliches Kontrastprogramm geht es dann "sehr reduziert" und etwas moderner auf der Bühne zu. Zwischen schwarzen Tüchern traten die Darsteller am Freitag auf die Szene, überließen weitgehend der Fantasie der Zuschauer, was dahinter liegt: das Amerika des Jahres 1692, das Dorf Salem, Folter, Hinrichtungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.02.2014
Inge Engelhardt

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