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Vier Wochen Aufschub: Vollsperrung trifft Bad Lausick erst ab Juni

Stadtrat Vier Wochen Aufschub: Vollsperrung trifft Bad Lausick erst ab Juni

Immerhin ein Aufschub der Vollsperrung um vier Wochen ist erreicht: Der Bad Lausicker Bürgermeister Michael Hultsch reklamiert das als Erfolg der Stadt. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr will für den Bau eines Kreisverkehrs die Staatsstraße 11 nun erst vom 19. Juni an bis zu Frühjahr 2018 dicht machen.

In der Leipziger Straße in Bad Lausick wird ein Kreisverkehr entstehen. Die Bauarbeiten werden mit einer Vollsperrung verbunden sein.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Dass das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) die Staatsstraße 11 in Bad Lausick nicht schon in dieser Woche sperrte, sondern die Sperrung bis Mitte Juni aufschob – diese Entscheidung rechnet sich die Stadt Bad Lausick zu. „Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, die Vollsperrung zu verschieben. Die Bauarbeiten beginnen schließlich zuerst in Nebenbereichen. Es wäre niemandem zu erklären, warum man in dieser Zeit schon die Durchfahrt dicht machen würde“, sagte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) in der Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend.

Dass der Bau des Kreisverkehrs in der Leipziger Straße samt der bis zum Frühjahr 2018 währenden erheblichen Verkehrseinschränkungen in dieser Runde erneut Thema sein würde, konnte nicht überraschen. Dass das Bauvorhaben in der Kurstadt auf wenig Gegenliebe stößt, wurde in den vergangenen Jahren bei Vorgesprächen mit der Landesbehörde immer wieder deutlich gemacht.

„Kann denn nicht noch einmal mit dem Lasuv darüber gesprochen werden, ob eine halbseitige Sperrung ausreicht?“, fragte Marko Krötzsch (CDU). Die viele Monate dauernde Vollsperrung sei für das ortsansässige Gewerbe eine große Last, und auch die Feuerwehr habe im Brandfall Probleme, das Gewerbegebiet Angerwiesen zu erreichen. – Schon 2016 habe man im Gespräch mit dem Lasuv nach Alternativen gesucht und keine gefunden, sagte Hultsch: „Dort ist man der Auffassung, dass man die Baufreiheit benötigt.“ Es werde allerdings in mehreren Abschnitte gebaut, so dass für den innerörtlichen Verkehr nicht immer jeder Weg versperrt sei.

Der Bürgermeister griff eine Anregung von Unternehmern auf, die schmale, nicht ausgebaute Verbindung zwischen Bornaer Straße und Angerwiesen während der Vollsperrung in Richtung Gewerbegebiet zu öffnen. Eine wechselseitige Verkehrsführung mittels Ampel verbiete sich wegen der geringen Breite und weil es auf der Bornaer Straße (B 176) zum Rückstau käme.

Gerd Heinze (Linke) erneuerte die Kritik am Bau 2,50 Meter breiter Fußwege. Die Breite sei unnötig und belaste die Stadt bei Bau und Unterhaltung über das unvermeidbare Maß hinaus. Udo Goerke (CDU) verwies allerdings auf den erreichten Kompromiss: Die Breite des Gehweges sei Vorschrift; man habe sich aber mit dem Lasuv darauf verständigt, den nur an einer Fahrbahnseite zu errichten.

Die bereits angekündigte Vollsperrung der Leipziger Straße zwischen Eigener Scholle und Käthe-Kollwitz-Straße werde voraussichtlich erst ab der Woche vom 19. Juni erforderlich, informiert Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. Sie begründet das mit „technologischen Änderungen im Bauablauf“. Das Bauunternehmen Strabag werde zunächst mit den Arbeiten an der Mischwasserleitung in der kommunalen Straße Eigene Scholle beginnen. Dafür brauche es die Vollsperrung der Staatsstraße noch nicht. „Das Landesamt setzt damit die im Bauvertrag enthaltene Forderung, die durch die Baumaßnahme unvermeidlichen Verkehrsbehinderungen auf ein Mindestmaß zu beschränken, konsequent um.“ Eine Verzögerung im Gesamtablauf der Baumaßnahme sei nicht zu erwarten. Die Behörde informiere die Autofahrer „rechtzeitig vor Errichtung der Vollsperrung im genannten Abschnitt“. Tritt die Vollsperrung in Kraft, gilt eine weiträumige Umleitung.

Die Hinweistafeln mit dem Vermerk „OD (= Ortsdurchfahrt) Bad Lausick gesperrt“ sind bereits aufgestellt, allerdings noch durchkreuzt. Die Baumaßnahme, die neben dem Bau eines Kreisels mit 34 Metern Durchmesser, Gehweg und Straßenbeleuchtung den Ausbau von Wasser- und Abwassersträngen umfasst, soll bis in den Frühling nächsten Jahres dauern.

Von Ekkehard Schulreich

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