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Geithain Vision: Stadtbus pendelt halbstündig durch Bad Lausick
Region Geithain Vision: Stadtbus pendelt halbstündig durch Bad Lausick
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17:14 26.10.2018
Ein Stadtbus für Bad Lausick? In Brandis rollt er bereits seit Ende 2016 – und wird gut angenommen. Quelle: Thomas Kube
Bad Lausick

Ab Ende nächsten Jahres im Halbstundentakt durch Bad Lausick, um jeden Zug in und aus Richtung Leipzig zu erreichen: Eine Stadtbus-Linie soll das möglich machen, die der Mitteldeutscher Verkehrsverbund, der Landkreis und die Regionalbus Leipzig GmbH gemeinsam konzipiert haben. Damit würde das Vorhaben „Muldental in Fahrt“, das vor knapp zwei Jahren in und um Grimma, Brandis, Bad Lausick und Colditz angestoßen wurde und das ein deutlich ausgeweitetes und getaktetes Bus-Angebot zum Ziel hat, abgerundet. Bad Lausick müsste sich mit 40 000 Euro im Jahr an den Kosten beteiligen. Das Konzept wurde am Donnerstagabend im Stadtrat vorgestellt.

Beispiel Brandis gilt als Vorreiter

Vom Gewerbegebiet Angerwiesen am westlichen Stadtrand über Bad- und Querstraße – eine Schleife an der Oberschule nicht zu vergessen – zum Bahnhof. Von dort mit Stopp bei Rewe, Rossmann, Penny und dem Freizeitbad „Riff“ durch die Waldstraße zum Dr.-Schützhold-Platz im Kurviertel – und das halbstündlich, sonnabends stündlich. Hier würde sich die Linie teilen, stündlich Sachsen- und Medianklinik ansteuern oder im selben Takt das Neubaugebiet, das darüber hinaus durch reguläre Linienbusse erschlossen wird. So soll der öffentliche Verkehr der Zukunft in der Kurstadt aussehen.

In Brandis gebe es einen solchen Stadtbus seit 2016 bereits, sagte Regionalbus-Geschäftsführer Andreas Kultscher: Fahrgastzuwachs innerhalb der Stadt seither 30 Prozent. Ähnliches hält er in Bad Lausick für möglich. Allein der dichtere Fahrplan seit 2017 – und mehrere zusätzliche Haltestellen etwa an der Erich-Weinert-Straße und der Ostseite des Bahnhofs – hätten hier elf Prozent mehr Menschen bewogen, auf Öffentliche umzusteigen.

Mehr Zustiegsmöglichkeiten in Bad Lausick

Ehe der Stadtbus im Dezember 2019 eingeführt werden könnte, werden weitere Haltestellen für die Linie 278 in Heinersdorf entlang der Bornaer Straße aufgestellt. Ziel für das Stadtgebiet: in Summe eine Verfünffachung der Einstiegsmöglichkeiten. Die Stadtbus-Linie soll montags bis freitags halbstündlich von 5 bis 20 Uhr, sonnabends stündlich von 5 bis 23 Uhr, sonntags bis 20 Uhr oder als Rufbus verkehren. Zum Einsatz kommen zwei Mini-Busse mit 16 Sitzplätzen, Aufstellfläche für Kinderwagen und Rollstuhl, mobile Rampe inklusive. Rund 400 000 Euro soll die Linie im Jahr kosten; mit zehn Prozent müsste sich die Kommune daran beteiligen.

Günstige Stadttarifzone geplant

Eine entscheidende Frage war für Werner Moh (CDU): „Was zahle ich?“ Aktuell koste eine Fahrt in der Zone Bad Lausick 1,90 Euro, die Kurzstrecke 1,60 Euro, so Kultscher: „Wir möchten eine günstigere Stadttarifzone einrichten.“ Zudem: Pendler, die in Bad Lausick in den Zug stiegen, bekämen den Stadtbus quasi geschenkt, da sie sich ohnehin schon in dieser Tarifzone bewegten.

„Ist es nicht sinnvoller, in einem Ring zu fahren“, fragte Udo Goerke (CDU), der mit einigen Stadträten vor der Sitzung bereits eine Probefahrt auf der neuen Linie unternommen hatte. Das passe aufgrund der Straßensituation nicht, so die Antwort. Zudem wolle man sicherstellen, dass die Linie jeden Bus nach/aus Leipzig mit vier, fünf Minuten Übergangszeit erreiche.

Kurkliniken werden besser angebunden

Würden die Kliniken wie geplant angebunden, wäre das eine erhebliche Verbesserung für die Kurgäste, meinte Henry Heibutzki, Geschäftsführer der Kur GmbH. Der rote Gästebus, den das Unternehmen im Einsatz habe, könnte sich dann voll auf Ausflugsfahrten und Ähnliches konzentrieren.

„Etwas, das wir uns leisten sollen“, nannte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) den Stadtbus. Er komme Pendlern, Älteren, Kindern und Jugendlichen, Kurgästen, „Riff“-Besuchern und Ausflüglern gleichermaßen zugute. In den Ausschüssen werde man in den nächsten Monaten über Details zu reden haben. Dass dabei auch die Bürgerschaft Gehör finde, wünschte sich Wilfried Wesener, der von der Zuschauerbank die Debatte verfolgte. Er habe einiges zu dem Konzept zu sagen, das er „so nicht akzeptieren“ könne. Udo Goerke ermutigte ihn, mit seinen Vorschlägen gezielt auf die Stadtratsfraktionen zuzugehen.

Von Ekkehard Schulreich

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