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Geithain Vollbiologie Ebersbach: Wer nicht investierte, soll jetzt blechen
Region Geithain Vollbiologie Ebersbach: Wer nicht investierte, soll jetzt blechen
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00:00 31.03.2012
Der Versorgungsverband Grimma/Geithain will jetzt fünf Ebersbacher Grundstückseigentümer mit einen Zwangsgeld belegen. Quelle: Ekkehard Schulreich
Ebersbach

Fünf Säumigen droht der Verband nun an, jeweils 1500 Euro Zwangsgeld zu fordern.

„Die Umrüstung der Kläranlagen auf eine biologische Abwasserreinigung hat in Ebersbach große Fortschritte gemacht", sagt Lutz Kunath, Geschäftsführer des Versorgungsverbandes Grimma/Geithain, der LVZ. Von jenen Grundstücken, die an einen öffentlichen Kanal angeschlossen sind und deren Eigentümer deshalb vom Verband einen Sanierungsbescheid erhielten, besäßen lediglich zehn noch keine biologische Kläranlage. Drei der Betreffenden hätten um eine Fristverlängerung ersucht und, weil begründet, auch bekommen. Zwei planten den Bau einer abflusslosen Grube. Womit besagte fünf Grundstückseigentümer übrigblieben, die, so Kunath, „ab April mit der Festsetzung des angedrohten Zwangsgeldes in Höhe von 1500 Euro rechnen müssen". Dass fehlendes Geld es Grundstückseigner schlicht nicht erlaube, in die Klärtechnik zu investieren, das habe in Ebersbach keine Rolle gespielt, so der Geschäftsführer: „Lediglich in einem einzigen Fall stehen wir im Kontakt mit dem Kommunalen Jobcenter, um eine Förderung für eine Kleinkläranlage oder wenigstens einer abflusslosen Grube zu erreichen."

Wer sich gegen eine neue oder nachgerüstete Kleinkläranlage entscheide und statt dessen auf eine abflusslose Grube setze, befinde sich im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen, so Kunath. Es unterlaufe die Ziele, die man mit der vollbiologischen Abwasserreinigung verfolge, nicht, wenn einer solchen preiswerten Grube der Vorzug gegeben werde vor dem sogenannten Stand der Technik, der kostenintensiver sei. Allerdings: „Eine solche Grube rechnet sich nur, wenn im Jahr weniger als 20 Kubikmeter Wasser anfallen."

Schon 2010 sollte die Abwasserreinigung in Ebersbach vollbiologisch erfolgen. Die Frist wurde später bis 30. Juni 2011 verlängert. Zahlreiche Ebersbacher setzten sich juristisch gegen die Abwasserpolitik des Verbandes zur Wehr, zogen dann aber zurück, als das Verwaltungsgericht Leipzig ihnen unmissverständlich eine Niederlage voraussagte. Ausschlaggebend dafür, dass das Dorf Jahre früher als die meisten anderen sächsischen Dörfer - für die das Jahr 2015 gilt - handeln musste, nennt Kunath die Belange des Trinkwasserschutzes und die Situation des das Dorf durchziehenden Baches, der als Vorflut dient und teilweise verrohrt ist. Der Ortschaftsrat konnte dieser Argumentation nie folgen und entnahm aus dem Ebersbach selbst Wasserproben. Die, so Ortsvorsteher Andreas Steiner im vergangenen Jahr, belegten, dass „unsere Abwasserwerte schon heute stimmen". Eine Sanierung des deshalb gar nicht nötig.

„Die Ablaufwerte aus den Kläranklagen sind das Entscheidende", sagt Lutz Kunath auf die LVZ-Frage, ob die Umrüstung der Anlagen in den meisten Ebersbacher Höfen inzwischen Wirkung zeige und sich die Wasserqualität des Baches zumindest ein wenig verbessert habe. Eine Güteverbesserung des Bachwassers lasse sich nicht pauschal feststellen. Sie schwanke. Zudem spiele eine Verdünnung von Abwässern im Bach keinerlei Rolle bei der Normfestsetzung: „Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die geforderten Grenzwerte für biologische Kleinkläranlagen einzuhalten sind, sobald das Abwasser die Kläranlage verlässt und in einen Kanal oder direkt in ein Gewässer eingeleitet wird."

Für all jene Grundstücke, die in die Vorflut direkt einleiten, also keinen Kanal des Verbandes nutzen, ist die Wasserbehörde des Landkreises Leipzig zuständig. Hier kann Sachgebietsleiterin Petra Hahn Vollzug melden: „Alle Direkteinleiter in der Ortslage Ebersbach haben auf biologische Kläranlagen umgerüstet."

Ekkehard Schulreich

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