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Geithain Vollbiologie: Zeichen stehen auf Verständigung
Region Geithain Vollbiologie: Zeichen stehen auf Verständigung
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14:06 03.06.2010
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. In der Frage der Vollbiologie auf dem Land wollen die Bürgermeister jetzt nach Kompromissen suchen.

 

Am Anfang stand eine Nagelprobe: Bad Lausick, Colditz, Trebsen und Zschadraß hatten Einspruch eingelegt gegen den Mehrheitsbeschluss vom Mai, der dem auferlegte, sich in Gänze um Bau, Finanzierung und Betrieb der vollbiologischen Abwasserklärung auf dem Land kümmern. Deshalb rief die Verbandsvorsitzende und Geithainer Bürgermeisterin Romy Bauer denselben Beschluss noch einmal auf; jetzt hätte er einer Zweidrittel-Mehrheit bedurft. Dieser Abstimmung kam Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger zuvor mit seinem Antrag, den Punkt abzusetzen. „Es wäre eine Frage der politischen Moral, dass wir uns zu einem Kompromiss verständigen", sagte er. Anderenfalls drohte er, gegen die vier Einsprüche, die er unzureichend begründet nannte, rechtlich vorzugehen. Die Konsens-Ideen seines Zschadraßer Amtskollegen Matthias Schmiedel und von Verbandsgeschäftsführer Lutz Kunath gingen für ihn „in die richtige Richtung, aber nicht weit genug". Bergers Vorstoß bekam eine Mehrheit. Die Einsprüche bleiben aber weiter auf dem Tisch und bremsen bis zu einer Entscheidung darüber den Verband in seiner Handlungsfähigkeit.

„Wir müssen alle an einem Strang ziehen, und das möglichst in die gleiche Richtung", warb Kunath für sein Kompromiss-Papier, das Parallelen zu den Zschadraßer Überlegungen aufweist. Schmiedel seinerseits warnte ausdrücklichvor zu hohen Abwassergebühren. Sie könnten nicht der Weg sein, um diese Investitionen zu finanzieren. Romy Bauer machte sich stark für die Fortführung zum Teil schon vertraglich fixierter Projekte in mehreren Ortsteilen, die nun auf Eis lägen. Dazu sollte man sich auf der nächsten Versammlung bekennen. Dietmar Senf (Großbothen) machte bei allen versöhnlichen Tönen deutlich: „Es muss klar sein, dass das nicht nur eine taktische Variante ist, um uns ruhigzustellen."

Ein Zankapfel blieb ein erneutes Mal das von der Landesdirektion bestätigte Abwasserbeseitigungskonzept. Es insgesamt zur Diskussion zu stellen, forderte Berger. Was Kunath ablehnte. Für Carsten Graf (Mutzschen) keinesfalls einleuchtend: „Es sollen ja gerade zur nächsten Versammlung wieder Ausnahmen von diesem Konzept beschlossen werden." Der Nerchauer Bürgermeister Uwe Cieslak unterstützte seine Position: „Das Konzept müssen wir an vielen Stellen ändern – wenn wir den Investitionsaufwand kennen." Für einen Anschlusszwang („Zur Solidargemeinschaft gehören alle.") plädierte Josef Eisenmann (Bad Lausick). Zudem müsse man sagen, wie man mit jenen Orten verfahre, die Lösungen unabhängig vom Versorgungsverband suchten wie zum Beispiel Thierbaum.

Am 30. Juni treffen sich die Bürgermeister erneut, diesmal in interner Runde, um ihre Positionen anzunähern. Schließlich, sagte Lutz Kunath, hätten alle Mitglieder das gleiche Ziel: die Abwasserinvestitionen für die Bürger so akzeptabel wie möglich zu gestalten. 

Ekkehard Schulreich

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