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Geithain Vollbiologie auf dem Land: Befreiung vom Anschlusszwang gefordert
Region Geithain Vollbiologie auf dem Land: Befreiung vom Anschlusszwang gefordert
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15:48 11.05.2011
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Bad Lausick

Das fordert die Wählervereinigung Dorfentwicklung, doch ihr Beschlussantrag wurde im Bad Lausicker Stadtrat nach einer kontroversen Debatte zurückgestellt.

Vollbiologisch gereinigtes Abwasser in einen Kanal des Versorgungsverbandes einleiten zu müssen, der undicht und marode sei, das ist für Gerhard Köpping „mehr als Unsinn". Der Thierbaumer Ortsvorsteher leitet die Bad Lausicker Stadtratsfraktion der Wählervereiningung Dorfentwicklung. Die wollte den Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann auf der jüngsten Ratssitzung verpflichten, beim Versorgungsverband die Aufhebung des Anschluss- und Benutzungszwanges für dezentrale biologische Grundstückskläranlagen aufzuheben. Doch der Beschluss kam nicht zustande; die Dorfentwicklung zog ihr Papier zurück. Der Grund dafür liegt für Fraktionsmitglied Bernd Neitsch auf der Hand: Das, was der Bürgermeister als Beschlussvorlage einreichte, wich in Teilen von den Positionen der Dorfentwicklung ab „und damit vom dem, was wir mit den Ortsvorstehern der Ortsteile besprochen hatten". Weil ein Beschluss aber rechtlich wasserdicht sein müsse, habe man entschieden, erst noch einmal im Technischen Ausschuss darüber zu reden, so Neitsch. Für die Mai-Sitzung des Ausschusses war das zu knapp, sodass das Thema wohl im Juni dort aufgerufen wird.

„Verloren ist damit nichts, aber dann ist wieder Zeit weg", bedauert Gerhard Köpping. Von der Richtigkeit ihres Vorstoßes sei die Fraktion überzeugt. Denn der Versorgungsverband sei weder willens noch in der Lage, im gesamten ländlichen Raum Gruppenkläranlagen zu errichten. Die Grundstückseigentümer müssten also selbst aktiv werden und neue Anlagen bauen. Damit aber sei es längst nicht getan, denn oft müssten die Leitungen auf dem Grundstück umgebunden, zum Teil Pumpen eingebaut werden. Pro Kubikmeter, das in den Kanal fließe, verlange der Verband 1,92 Euro. „Das ist nach unserer Auffassung völlig ungerechtfertigt und belastet die Eigentümer zusätzlich. Die Qualität biologisch gereinigten Abwassers ist mit Oberflächenwasser gleichzusetzen", sagt Köpping. Ganz zu schweigen vom schlechten Bauzustand vieler Kanäle, aus denen das Wasser versickere.

Dass die Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang unbefristet erfolgen sollte, darüber waren sich die Ortsteilvertreter mit der Ausnahme Glastens weitgehend einig. Diskutieren könne man darüber aber noch einmal im Technischen Ausschuss, meinte Köpping. In der Vorlage, die Bürgermeister Josef Eisenmann schließlich dem Stadtrat präsentierte, hieß es allerdings, der Zwang sei dann aufzuheben, „wenn der Nachweis und die Genehmigung zur anderweitigen Verbringung des Abwassers - Versickerung, Verrieselung, Nutzung im zweiten Wasserkreislauf - durch die Untere Wasserbehörde vorliegt". Eisenmann gab zu bedenken, dass eine Befreiung von diesem Zwang die anderen teurer zu stehen käme. Würde ein Viertel der heutigen Einleiter das künftig nicht mehr tun müssen, stiege die Kanalbenutzungsgebühr für die anderen um 15 bis 20 Cent pro Kubikmeter.

Ekkehard Schulreich

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