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Von Kind auf mit Kunst verbunden: Viola Stefan zeigt in Bad Lausick Aquarelle

Neue Ausstellung Von Kind auf mit Kunst verbunden: Viola Stefan zeigt in Bad Lausick Aquarelle

Aufschlussreich und nahegehend war die Vernissage, mit der am Dienstagabend in der Bad Lausicker „Riff“-Galerie eine neue Schau eröffnet wurde: Viola Stefan zeigt Aquarelle. Der Kunsthistoriker Gerd W. Fiedler schlug in seiner Laudatio einen Bogen von ihren Bildern zum Werk des Vaters Günter Rackwitz, einem Leipziger Maler, der vor zwei Jahrzehnten in der Kurstadt ausgestellt hatte.

Wie vielfältig die Kunst des Aquarellierens sein kann, zeigt Viola Stefan in der Bad Lausicker Riff-Galerie.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Kugeldisteln, Magnolien, Tulpenblüten: Die Aquarelle von Viola Stefan sind eine Einladung, sich einzulassen auf eine Welt fließender Farben. Farben, die kraftvoll, mitunter zurückhaltend, in jedem Falle aber voll Sinnlichkeit Stimmungen spiegeln und im Betrachter hervorzurufen verstehen. Die Leipziger Künstlerin gestaltet die neue Schau in der Bad Lausicker Riff-Galerie. Zur Vernissage am Dienstagabend führte der Kunsthistoriker Gerd W. Fiedler in das erst in den vergangenen Jahren entstandene, dessen ungeachtet aber bereits durchaus opulente Werk der 65-Jährigen ein. Die nennt sich selbst lachend gern Spätlese, obwohl das Malen sie über alle Lebensjahrzehnte hinweg begleitete. Das kann nicht verwundern als Tochter einer Illustratorin und des Malers und Grafikers Günter Rackwitz (1922 bis 1999). Einen Schub bekam ihr bildkünstlerisches Schaffen erst Jahre nach dem Tod des Vaters. Die berufliche Tätigkeit in der Immobilienbranche beanspruchte die studierte Betriebswirtschaftlerin in einem Maße, die nur wenig anderes zuließ.

Auszustellen, ein Publikum und Austausch zu finden, das nimmt Viola Stefan als Motivation: „Es ist schön, wenn man nicht nur für die Schublade malt. Ich versuche, Empfindungen zu transportieren, den Betrachter mit ins Bild zu nehmen. Wenn das gelingt, ist das für mich das schönste Kompliment.“ Aktuell sind Bilder von ihr parallel gleich an zwei Orten zu sehen: in der Leipziger Media-City bis Ende des Monats, seit Dienstag nun für mehrere Wochen in Bad Lausick. „Ich bin von Kind auf mit Kunst verbunden“, sagt sie, meint die kreative Auseinandersetzung, aber auch die Rezeption: „Mein Vater hat mich in alle Museen geschleppt.“ Seine Persönlichkeit und sein Werk hätten sie geprägt; dennoch habe sie ganz bewusst zu einer eigenen Handschrift gefunden. Oft habe sie ihrem Vater über die Schulter geschaut. „Doch er arbeitete am liebsten ganz ungestört in seinem Atelier. Jetzt merke ich: Es geht mir genauso.“

Die Ausstellung in Bad Lausick betrachtet sie ein wenig auch als eine Hommage an Günter Rackwitz. Schließlich stellte der zu Beginn der Galerie-Aktivitäten 1997 selbst im Riff aus. Drei Bilder findet der Besucher der Schau deshalb gleich am Eingang. Sie führen vor Augen, wo die Schnittmengen und die Eigenwilligkeiten des künstlerischen Schaffens von Vater und Tochter liegen. Rackwitz‘ Flusslandschaft und Landidyll leiten über zu Landschaftskompositionen, von denen Stefan einige ausdrucksstarke in der Exposition zeigt.

Eine gelungene Ausstellung und ein höchst vergnüglicher Abend – so lautet das Fazit von Riff-Betriebsleiterin Annett Koza: „Dazu trug unbedingt auch die Laudatio des Kunsthistorikers Gerd W. Fiedler bei, die sich liebevoll der Künstlerfamilie Stefan/Rackwitz widmete und Aufschlussreiches über die Kunst des Aquarellieren bot.“

Für das kommende Jahr konnte Viola Stefan bereits zwei weitere Ausstellungen vereinbaren – neben jener in Schkeuditz, dem Geburtsort des Vaters, eine in der Geithainer Stadtbibliothek. Beide sind dann ausdrücklich familiäre Doppel, wobei der Geithainer besondere Relevanz zukommt: „Mein Vater hat hier im Emaillierwerk über viele Jahre einen künstlerischen Zirkel geleitet. Nicht wenige erinnern sich noch daran.“ Die Idee zu dieser Schau entstand, als Viola Stefan nach langer Zeit wieder in Geithain weilte: zur Vernissage der Jubiläumsschau des Grafikers Rolf Münzner.

Von Ekkehard Schulreich

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