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Geithain Von Linden umstandene Landmarke soll weiter grünen
Region Geithain Von Linden umstandene Landmarke soll weiter grünen
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12:48 08.08.2011
Ortstermin mit Denkmalpflege und Straßenbauamt. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Das markante Rondell ist damit ein historisch wichtiger Platz. Um ihn zu erhalten, trafen sich jetzt Vertreter von Straßenbauamt Leipzig, Denkmalpflegebehörde und Ortschaftsrat.

„Wir haben nur noch ganz wenige solcher Rondells. Es ist deshalb wichtig, sie zu erhalten", sagt Heimatgeschichtler Rudolf Priemer. Zwar seien an dem kreisförmigen Platz zwei Linden neu gepflanzt worden, doch fürchte er insgesamt um dem Bestand der gut 100 Jahre alten Bäume. Den historischen Ort zu sichern und ihnen für Ausflügler kenntlich zu machen, etwa durch eine Informationstafel am unmittelbar vorbeiführenden Rad- und Gehweg, müsse das Anliegen sein. Priemer, der in der Region bekannt ist für seinen Einsatz hinsichtlich Heimatpflege und Brauchtum, und die LVZ baten kurzerhand zu einem Ortstermin.

Als Haltepunkt für die Postkutschen bezeichnete Günter Unteidig von der Denkmalbehörde des Landkreises das Rondell, das wohl Ende des 18. Jahrhunderts bepflanzt wurde. Es markiere in etwa die Mitte von Köllsdorf, das im 16. Jahrhundert, spätestens aber im Zuge des Dreißigjährigen Krieges aufgegeben worden sei. „Zu DDR-Zeiten hatten wir angenommen, es könnte eine Wallanlage sein. Das hat sich aber nicht bestätigt", so Unteidig. Er hatte die Kopie einer Karte von 1767 mitgebracht, die die Köllsdorfer Flur und den Verlauf der Wege klar verzeichnet. Die heutige Chaussee, auf der im 19. Jahrhundert Postkutschen verkehrten, sollte vor Jahrhunderten schon ein Stück verschoben werden und, durch das Kirchholz führend, Steinbach und Borna günstiger erreichbar machen.

Als das Straßenbauamt Leipzig vor einem knappen halben Jahrzehnt die heutige Staatsstraße zwischen Bad Lausick und Lauterbach aus- und den Radweg anbaute, wurde auf die historischen Platz Rücksicht genommen. Vom Straßenraum wurde er durch Borde abgekoppelt; halten kann heute keiner mehr hier - und damit auch niemand, wie zuletzt permanent, Müll abladen. Während die fünf Linden auf der Westseite gesund wirken, hat sich gegenüber nur einer der alten Bäume gehalten. Zehn bis 15 Jahre gibt ihm Peter Feser vom Straßenbauamt noch. Neben ihm wurden zwei neue Linden gesetzt, die Lücke damit aber nicht ansatzweise geschlossen. Alexander Nestler, Referatsleiter der Behörde, zeigte sich aufgeschlossen, zwei weitere Linden in die Erde zu bringen und den Kreis damit zu schließen. „Im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme kriegen wir das bestimmt hin, aber nicht diesen Herbst", sagte er. Im Gegenzug würde der Wildwuchs an Holunder und Robinie gekappt. Sich gegebenenfalls um eine Informationstafel zu kümmern, sei Aufgabe der Stadt.

Bei Sepp Schenkel, dem Lauterbacher Ortsvorsteher, kam diese Initiative gut an. Er habe als Junge noch auf den Steinblöcken des Rondells gesessen. Der Baumkreis müsse erhalten bleiben. Denn auch wenn heute Autos in hohem Tempo die Anlage durchquerten: „Dieser Ort ist für uns ein Ruhepunkt."

Ekkehard Schulreich

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