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Vorfreude auf das Theaterjubiläum

Vorfreude auf das Theaterjubiläum

Märchenhaft geht es seit Sonnabendnachmittag im Töpfermuseum Kohren-Sahlis zu. Wurde dort doch die Sonderausstellung "Märchen" eröffnet. Sie zeigt nicht nur Wettbewerbsbeiträge zum "Kohrener Töpfermarkt-Brunnen-Preis" des Kohrener Töpfermarktvereins, sondern auch zahlreiche Dinge - von Kostümen und Kulissen bis zu Fotos -, die auf die Märchentheaterstücke der örtlichen Grundschule verweisen.

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Kostüme, Requisiten und Kulissen sind in der Sonderschau im Töpfermuseum zu sehen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis. Und das aus gutem Grund: Seit nunmehr 20 Jahren bereichern solche Aufführungen das Töpfermarktgeschehen.

Die Idee, einen solchen Preis auszuloben, hatte der Töpfermarktverein anlässlich des Theater-Jubiläums. Er rief alle Töpfer und Handwerker, die in diesem Jahr am 31. Mai und 1. Juni zum 22. Töpfermarkt in Kohren-Sahlis mitwirken auf, zum Thema "Märchen" ein kleines Kunstwerk anzufertigen. "Es soll würdigen, dass die Grundschule nunmehr zwei Jahrzehnte auf diese Art und Weise das Fest bereichert, es in all diesen Jahren keine einzige Wiederholung von Theaterstücken gab", so Gundula Müller, die Vorsitzende des Töpfermarktvereins. Welche Arbeiten der Töpfer und Handwerker dabei von den Bürgern als die gelungensten angesehen werden, können die Besucher des Töpfermuseums bis zum 1. Juni selbst per Stimmzettel bestimmen. Sie haben dazu unter anderem am 31. Mai freien Eintritt ins Museum. Der Töpfermarktverein sponsert das. Wenn das Ergebnis feststeht, werden die Einreicher der drei schönsten Stücke am Nachmittag des 1. Juni mit kleinen Preisen geehrt. Dem Ersten winkt beispielsweise, dass er zum Markt im Jahr 2015 keine Standgebühren berappen muss.

Auch in der Kohren-Sahliser Grundschule freut man sich, dass das alljährliche Bemühen auch auf diese Weise gewürdigt wird. Alles begann 1995 mit der Aufführung von "Till Eulenspiegel". Schulleiterin Doris Häßler erinnert sich an die Anfänge. "Ich hatte bis dahin von älteren Kohrenern immer wieder gehört, wie schön es doch früher war, als hier eine Heimatbühne und Laienspielgruppe zu Theateraufführungen einlud. Warum sollen wir diese Tradition nicht wieder aufnehmen?", dachte sie sich, fand im Kollegium der Schule Gehör und Unterstützung und leitete 15 Jahre die Theatergruppe. Im ersten Schulhalbjahr wurde das Ganze seither immer gedanklich vorbereitet, das jeweilige Stück ausgewählt, die Texte beschafft und bearbeitet, der Bedarf an Kulissen, Kostümen und Requisiten bedacht. Zudem wurden mit den Tanzgruppen des Ganztagsangebots der Kunst- und Musikschule "Ottmar Gerster" zum Märchen passende Tänze ausgewählt. Die Proben begannen im zweiten Schulhalbjahr, nachdem vor den Winterferien die Rollen verteilt wurden. "Hier ist das große Engagement der Eltern hervorzuheben. Sie lernen Texte mit den Kindern, beschaffen Kostüme und Utensilien, sind kreativ und erfinderisch. Wie uns im Laufe der Jahre auch zahlreiche hilfsbereite Firmen und Handwerker immer wieder halfen", so Häßler. So gab es unter anderem "König Drosselbart", "Schneewittchen", "Max und Moritz" oder Rotkäppchen" zu sehen. 2014 darf man sich auf "Die zertanzten Schuhe" freuen.

Damit sich der große Aufwand lohnt, wird das Theaterstück nicht nur zum Töpfermarkt aufgeführt, auch wenn dort alljährlich die Premiere ist. Schöne Tradition ist inzwischen, dass am Pfingstmontag die Steppkes den Mühlentag und Kunstmarkt am Lindenvorwerk mit ihrem Auftritt bereichern. Mehrere Jahre waren sie auch in Kraschwitz zu Ritterfesten mittenmang, sogar bei einer LVZ-Wanderung wie auch beim DRK in Geithain und im Seniorenheim traten sie auf. In der Schulturnhalle ist dann immer das Theater-Halali. Zu Schuljubiläen wurden Altkohr'ner Geschichten einstudiert und gezeigt.

Seit drei Jahren hat Ines Barthel die Leitung der Theatergruppe übernommen. Ihre Tochter Silvia, eine ehemalige Schülerin, ist Theaterschneiderin und näht die besonderen Kostüme. "So ist mir um die Zukunft nicht bange", freut sich auch die Schulleiterin auf den Jubiläumsauftritt. Und hofft wie stets auf schönes Wetter und viele Gäste. Die Schau im Töpfermuseum dürfte die Vorfreude noch steigern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.04.2014
Thomas Lang

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