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Geithain Vorfreude in der Bad Lausicker Wohnstätte
Region Geithain Vorfreude in der Bad Lausicker Wohnstätte
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12:38 19.02.2018
Mit ihrem Theaterstück "Die blaue Rose" verschaffen sich die Schauspieler zur Weihnachtsfeier eine wichtige Selbstbestätigung. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Die Adventszeit geht ihnen nahe.

Ein mehrstöckige Pyramide mit elektrischen Lämpchen dreht sich im Flur. Tische sind mit Gestecken geschmückt. In den Zimmern und in der Kräutermanufaktur riecht es nach Plätzchen und erfrischenden Tees. „Die Adventszeit hier ist eine besondere Zeit. Und sie ist immer wieder schön“, sagt Birgit Claus. Sie kann sich ein Urteil erlauben, denn schon seit 1996 lebt sie in der Bad Lausicker Awo-Wohnstätte, seit derem Bestehen also. Im Laufe ihrer Lebensjahrzehnte hat sie ganz andere Weihnachtsfeste erlebt, schöne wie verstörende. Vielen der 43 Frauen und Männer, die zurzeit in der Bad Lausicker Einrichtung wohnen, geht es wie ihr, weiß Leiterin Veronika Erbs: „In der Zeit um Weihnachten werden Erinnerungen freigelegt an schöne Erlebnisse, die alle irgendwann hatten.“ Aber auch Bedrückendes kommt in den Wochen mit der frühen Dämmerung wieder hoch. Weil sie an Emotionen rühren, sind die Adventswochen und der Heiligabend Jahr für Jahr von einer besonderen Intensität – auf die sich die Bewohner und das Mitarbeiter-Team ganz bewusst einstellen.

„In den Wohnbereichen werden Weihnachtsbräuche gepflegt, wie es die meisten aus ihren Familien kennen“, sagt Erbs. Da wird Schmuck gebastelt, wird gebacken, da trifft man sich zum Liedersingen, schmückt gemeinsam das Haus. Zum dritten Mal schon wurde – auch um nach außen hin in die Kurstadt zur wirken – vor dem ersten Advent zum Kräuter-Weihnachtsmarkt in die hauseigene Manufaktur eingeladen. Eine Woche später dann die Weihnachtsfeier der Bewohner. Dieses Mal machten sie sich mit ihrem Theaterstück „Die blaue Rose“ selbst eine Freude und bescherten sich so auch ein wichtiges Stück Selbstbestätigung.

„Wir geben den Menschen Hilfestellung, ihren Alltag Stück für Stück wieder in den Griff zu bekommen. Ein Dauerwohnheim sind wir nicht,“ sagt Veronika Erbs. Nur wenige aus der Anfangszeit 1996 leben noch in der Einrichtung. Viele haben sich in anderen Wohnformen eingelebt, unterhalten zum Teil eine eigene Wohnung, wo sie bei Bedarf noch Betreuung erfahren. Die 18- bis 75-Jährigen haben traumatische Erlebnisse, unbewältigter Stress, ein gestörtes familiäres Hinterland krank gemacht. Umso wichtiger ist für sie das Erleben von Gemeinschaft gerade in dieser Zeit. Natürlich treffen sich die Bewohner am 24. Dezember zur Bescherung. Kleine Geschenke werden unter dem Weihnachtsbaum liegen, und Knecht Ruprecht klopft an die Tür. Zwar ist die Weihnachtsbeihilfe des Sozialamtes Geschichte, die Arbeiterwohlfahrt schließt die Finanzierungslücke. Für Erbs eine elementare Sache: „Eine Aufmerksamkeit muss sein. Damit jeder Bewohner spürt, an ihn wird gedacht.“

Ekkehard Schulreich

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