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Vulkanmalerin bannt Gesteine der Region auf Leinwand

Geopark Porphyrland Vulkanmalerin bannt Gesteine der Region auf Leinwand

Sie ist fasziniert von den Vulkanen dieser Welt. Am Sonntag eröffnet Aurélie Staiger ihre Ausstellung im Herrenhaus Röcknitz, in der sie auch Gesteine aus dem Geopark Porphyrland verarbeitet hat. Die Werke der Vulkanmalerin sind bis 11. September zu sehen.

„Magnitude M“ heißt die Ausstellung mit Bildern von Aurélie Staiger, die am Sonntag im Herrenhaus Röcknitz eröffnet wird.

Quelle: web

Thallwitz/Röcknitz. Wer an Vulkane denkt, hat Krakatau, Vesuv oder Stromboli im Sinn. In jüngster Zeit ist es auch der Eyjafjallajökull auf Island, der zu Ruhm gelangte, als seine Aschewolken den internationalen Flugverkehr lahmlegte. Dass aber die Region rund um Wurzen, Grimma oder Rochlitz das größte Vulkangebiet Mitteleuropas darstellt, ist sicher noch nicht im allgemeinen Bewusstsein angekommen. Deshalb, sagten sich die Akteure des Geoparks Porphyrland, kann es nichts schaden, auch künstlerisch auf das Thema aufmerksam zu machen. Ins Boot holte man sich dafür Aurélie Staiger, die einzige Vulkanmalerin Deutschlands.

Die Stuttgarterin ist die erste Künstlerin, die den Begriff Vulkanmalerei explizit auf ihre Kunst anwendet. Die Baden-Württembergerin lässt sich nicht nur von den Feuer speienden Bergen inspirieren. Vielmehr verwendet sie für ihre Arbeiten auch echtes Vulkangestein. Vermengt mit leuchtenden Farben, kennzeichnet es ihre Bilder. Auf Einladung des Geoparks Porphyrland hat sich Aurélie Staiger nun das Vulkangestein der Region vorgenommen.

„Das Porphyrland ist ein spannender Ort für Vulkanmalerei“, begründet Geopark-Managerin Kerstin Fiedler die geologische Kunstaktion. Gerade ist der namhafte Vulkanologe Christoph Breitkreuz mit neuen Forschungsergebnissen an die Öffentlichkeit getreten. Der Professor stufte den nordwestsächsischen Vulkanitkomplex als eine Supervulkanregion ein. „Hier haben Kräfte gewirkt – denen vergleichbar, die den Yellowstone Nationalpark in den USA geschaffen haben“, bringt es der Thallwitzer Ortschef Thomas Pöge auf den Punkt. „Wir können unsere Region also ohne Weiteres mit einem der größten und bekanntesten Vulkangebiete dieser Welt vergleichen.“ Die Ausbruchsstärken zwischen Magnitude acht und neun und die Fülle des geförderten Materials legen für Experten nahe, dass im Gebiet der heutigen Mulderegion gewaltige Kräfte gewirkt haben. „Die Eruptionen vor rund 290 Millionen Jahren gehören zu den stärksten, die die Welt je gesehen hat.“ Genug Relikte der Erdgeschichte also, um Aurélie Staiger mit Arbeitsutensilien auszurüsten.

Fein zerkleinerten Quarzporphyr und roten Rochlitzer Porphyrstaub bekam sie ausgehändigt, um ihre Phantasie in diesem enormen vulkanischen Geschehen mit riesigen Magmabecken, Spaltenvulkanismus und Glutwolken anzuregen. Was daraus entstanden ist, kann ab Sonntag im Herrenhaus Röcknitz – einem der vier Geoportale der Region – bestaunt werden. Zur Eröffnung der Ausstellung lädt der Geopark am Sonntag, 15 Uhr, ins Herrenhaus Röcknitz ein. „Hier werden dann Bilder aus unseren einheimischen Vulkangesteinen neben Motiven aus Material vom Eyjafjallajökull, Vesuv, Ätna oder Stromboli hängen“, freut sich Geopark-Managerin Kerstin Fiedler. 25 ihrer großformatigen Bilder bringt Aurélie Staiger mit nach Röcknitz.

Von 2001 bis 2007 absolvierte die Künstlerin ein Studium der Malerei und Grafik am Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie Bochum, ihre Diplomprüfung schrieb sie zum Thema Vulkanmalerei. Seit 2007 ist Aurélie Staiger freischaffend tätig. Ihre Werke spiegeln die Vulkane der Welt in ihrer Aktivität, aber auch ihrer Gefahr und Schönheit wieder. „Magnitude M“ erschien ihr angesichts der Wucht der vulkanischen Ereignisse im Porphyrland ein passender Titel für die aktuelle Schau zu sein. Musikalisch begleitet wird die Vernissage von Saxophonist Bernd Brückner mit vulkanischen Impressionen. Auch die Dauerausstellung „Zeit – Wandel – Stein. Bewegte Geologie einer Landschaft“ und der Geo-Erlebnisgarten können besucht werden. Geöffnet ist die Schau sonntags von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Die Ausstellung wird anschließend ab 19. September auf Burg Mildenstein in Leisnig gezeigt. Unterstützt wird die Aktion auch vom Heimatverein Röcknitz, der Gemeinde Thallwitz, dem Landkreis Leipzig, der Kulturstiftung der Sparkasse Muldental und der Basalt AG.

„Magnitude M“, 19. Juni bis 11. September, Geoportal Herrenhaus Röcknitz, An der Wasserburg 3, Vernissage am Sonntag um 15 Uhr, geöffnet sonntags 14 bis 16 oder nach Vereinbarung unter 03425/928281.

 

Von Simone Prenzel

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