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Geithain Waldbauern-Familie lässt Kindergruppen und Vereine gerne ihren Wald erkunden
Region Geithain Waldbauern-Familie lässt Kindergruppen und Vereine gerne ihren Wald erkunden
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14:04 02.01.2012
Familie Modrak im Steinbacher Wald. Quelle: Jens Paul Taubert
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Steinbach

Dem sächsischen Umweltministerium war das vor Kurzem Anlass für eine Auszeichnung für vorbildliche Waldbewirtschaftung.

„Wir haben noch keine Kinder erlebt, die gerne nach Hause gegangen wären. Am liebsten wären sie alle geblieben", sagt Hans Modrak mit Blick auf dem Erlebnisraum Wald, den er mit Frau und Töchtern gern den Heranwachsenden öffnet. Ein Raum, der für viele längst zu einem kaum bekannten Land geworden ist. Dieser Entwicklung wirkt die Familie, die seit 1998 in Steinbach ansässig ist und nach eigenen Angaben wohl die einzige, die allein vom Waldbau lebt, seit Jahren mit pädagogischen Angeboten entgegen. Schnitzeljagd, Fährten lesen, Baumarten bestimmen, Früchte ertasten, Nistkästen prüfen und ausbessern, Schätze mit Hilfe einer Schatzkarte finden und zum Abschluss auf dem Wirtschaftshof der Modraks über dem Feuer Knüppelkuchen rösten an einem selbst geschnitteten Stock: Für viele Mädchen und Jungen ist das Romantik pur.

„Etwas ganz Besonderes war das Zuckertütenfest, das wir im letzten Sommer für den Kindergarten Kitzscher ausgerichtet haben", erzählt Lisa Modrak. Dass die 23-Jährige mit dem Wald verbunden ist, liegt auf der Hand: Hier, unter dem hohen Kronendach des Steinbacher Waldes wuchsen sie und ihre Schwestern Anne (21) und Kristin (18) auf. Lisa ist inzwischen Försterin, Anne Forstwirtin; beide verstärken seit ihrem Berufsabschluss den elterlichen Betrieb. Und Kristin? „Ich mache erst mal mein Abitur, dann überlege ich mir das noch", sagt sie, nach ihrer Wald-Zukunft gefragt. Doch sie hat längst den Brennholz-Verkauf in ihrer Regie.

Kindern ihren Wald nahezubringen, den Geschwistern ist das ebenso wichtig wie ihren Eltern. Ausgangspunkt war ein Wandertag, denn Annes Klasse plante, als das Mädchen in der Fünften war. Freizeitpark und Kletterhalle standen zur Auswahl; letztlich aber erkundete man gemeinsam den Steinbacher Wald. „Und Anne war das peinlich, sie fürchtete, die anderen lachen sie aus", sagt Mutter Ulrike Modrak. Das Gegenteil war der Fall: „Plötzlich wollten alle Jungs zu Annes Geburtstag eingeladen werden, weil sie sich auf eine Waldparty freuten." Jahre sind seither vergangen. Mehrere Dutzend Kindergartengruppen, Schulklassen, aber auch der Glastener Heimatverein, die Lauterbacher Sportler, der Bad Lausicker AMC Herrmannsbad ließen seither den Wald in seiner Schönheit und Komplexität auf sich wirken. „Für viele ist der Wald ein unbekanntes Wesen", diagnostiziert Hans Modrak. Und er ist entschlossen, das zu ändern: „Wir wollen diese Angebote ausbauen." Dass der Verband der Sächsischen Privatwaldbesitzer die Familie für einen Sonderpreis des Umweltministers vorschlug - mit Erfolg -, freut und bestärkt sie.

„Wir haben einen Pakt mit der Ewigkeit", bringt Modrak die Arbeit der Waldbauern-Familie auf den Punkt. In Steinbach, Lauterbach und anderen Orten betreibt sie eine nachhaltige Holzwirtschaft. Im Mittelpunkt steht die Stieleiche, doch auch Arten, die vor Jahrhunderten den Wald der Region prägten, erhalten wieder eine Chance: Elsbeere und Speierling zum Beispiel. Holz für Bau und Handwerk wird verkauft, Brennholz für all jene, die mit dem natürlichen Rohstoff heizen oder die die Wärme eines Kamins zu schätzen wissen.

Darüber hinaus wird anerkanntes Saatgut produziert, Roteicheln vor allem, aber auch Samen von Winterlinde, Bergahorn und Hainbuche. Kräftige, gesunde Bäume dafür gibt es eine Menge. Eine mächtige Buche, Stammdurchmesser 1,40 Meter, avancierte kürzlich bei einer Kindergruppe zum Traumzauberbaum, erzählt Lisa Modrak. Nicht nur, dass die Kinder den Stamm gemeinsam zu umfangen suchten und von der ausladenden Krone beeindruckt waren. „Jeder durfte dem Baum einem Wunsch zuflüstern, aber keinen, der mit Geld zu erfüllen ist."

Ekkehard Schulreich

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