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Geithain Warenhaus ohne Preise schlägt in Naunhof ein
Region Geithain Warenhaus ohne Preise schlägt in Naunhof ein
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00:22 10.02.2018
1. Kleider-Tausch-Party in Naunhof im Pfarrhaus. l-r Annett Winkler, Uta Glinka, Anne Römpke, Anke Gülnar. Foto: Andreas Döring BOG MTL Quelle: Andreas Döring
Naunhof

Weit mehr Interessenten, als erwartet, kamen am Dienstagabend zum ersten Naunhofer Kleidertausch ins Pfarrhaus. Die Organisatorinnen sprachen somit von einem Erfolg der Veranstaltung, die sie mit einem speziellen Hintergedanken ins Leben gerufen hatten. Ob sie eine zweite Auflage starten, hängt dennoch von einer konkreten Voraussetzung ab.

Kleider, Jacken, Schuhe, Accessoires, meist hatten Frauen ihre Schränke durchgeforstet und nicht mehr benötigte Anziehsachen mitgebracht. Im Gemeindesaal der evangelisch-lutherischen Kirche sortierten sie Uta Glinka, Anne Römpke und Anke Gülner, so dass der Raum wie ein kleines Kaufhaus wirkte. Nur mit dem Unterschied, dass es keine Preisschilder gab. Jeder der über 70 Besucher konnte sich nach Herzenslust eindecken, ohne auch nur einen Cent zu bezahlen.

„Wir wollen bewusst das Kommerzielle außen vor lassen“, erläuterte Anne Römpke (31). „Der Kleidertausch hat für uns eine soziale Bedeutung, denn Geben und Nehmen prägen die Gemeinschaft.“ Zweiter wichtiger Hintergrund sei der Nachhaltigkeits- und Fairnessgedanke.

Die Mitorganisatorin verwies auf den hohen Ausstoß von Kohlendioxid bei der Herstellung und beim Transport von Kleidung. Eine Jeans habe beispielsweise 50 000 Kilometer hinter sich, bevor sie auf dem deutschen Ladentisch landet. So werde in der Türkei die Baumwolle zu Garn gesponnen, aus dem in Taiwan der Stoff hergestellt werde. Aus Polen stamme die Farbe, mit dem der Stoff in Tunesien eingefärbt werde. Das Nähen erfolge in China. „Dazu kommen die schlechten Arbeitsbedingungen in manchen Ländern und der lasche Umgang mit Chemikalien, der zu Lasten der Menschen und Umwelt geht“, so Römpke. „Deshalb sollten wir nicht immer wieder neu kaufen, sondern so viel wie möglich in den Kreislauf bringen. Und wer neu kauft, sollte auf eine faire Produktion achten.“

Petra (59) aus Brandis hatte in der LVZ von der Veranstaltung erfahren. Sie brachte eine ungetragene Jacke ihres Sohnes mit und verließ den Saal mit gestrickten Pulswärmern. „Oft ist zu hören, dass mit den Sachen, die wir in Kleidercontainer werfen, Geschäfte gemacht werden. Der Kleidertausch hier läuft hingegen solidarisch ab“, begründete sie ihren Besuch in Naunhof. Der solidarische Gedanke wurde in der Tat konsequent bis zum Ende verfolgt. Was auf den Ständern hängen blieb, geht an die Kleiderkammer Grimma.

Mit dem Tausch endete die Reihe „Naunhof im Gespräch“, die sich im vergangenen Jahr Themen wie Nachhaltigkeit, Konsum und bedingungsloses Grundeinkommen gewidmet hatte. „Zum Abschluss wollten wir nicht nur reden, sondern diese Worte einmal in die Praxis umsetzen“, erklärte Uta Glinka (46). „Einige fragten uns, ob es wieder mal so einen Kleidertausch gibt. Vorstellen können wir uns das aber nur, wenn eine Gruppe auf uns zukommt, die ihn mitorganisieren würde.“

Von Frank Pfeifer

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