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Geithain Warnerin vor den Gefahren der Mobilfunk-Strahlung
Region Geithain Warnerin vor den Gefahren der Mobilfunk-Strahlung
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11:06 20.05.2015

Keller-Temperaturen knapp über Null setzen der Steinbacherin nicht zu, hochfrequente Wellen, wie sie von Sendeanlagen wie der unmittelbar neben ihrer Wohnung, ausgehen, sehr wohl.

Silvia Czub gehört zu jenen offenbar nicht wenigen Menschen, die an Elektrohypersensibilität (EHS) leiden. Und zu jenen, die dieses Leiden aktiviert. Intensiv brachte sich Silvia Czub, die als Lehrerin in Grimma arbeitet, in den vergangenen Monaten in die Bad Lausicker Debatte ein, die sich mit schnellen Internet-Datenwegen für die unzureichend versorgten Ortsteile beschäftigt. Als Verhinderin und Technik-Feindin sieht sie sich keinesfalls. Sie will hinweisen auf Gefährdungen, die von elektromagnetischer Strahlung ausgehen. Drei Vorträge hielt sie: in Bad Lausick, Steinbach, Borna.

"Seit ich das öffentlich gemacht habe, geht es mir moralisch besser", sagt sie. Nicht nur die kommunale Politik habe sie erreichen können, sondern viele Menschen weit über die Region hinaus. "Mich haben viele angerufen und gehofft, dass ich ihnen helfen kann." Doch Beruf, Hausbau, Familie und Krankheit zu vereinbaren, kostet die 47-Jährige viel Kraft. Um die Kontakte zu bündeln, plant sie jetzt die Gründung einer Selbsthilfegruppe, die über den Bad Lausicker Raum hinaus auch in andere Bundesländer wirken will. Am Beginn jeder Unterrichtsstunde bittet Silvia Czub ihre Schüler, die Handys auszuschalten. "Meine Schüler tragen es mit Fassung", erzählt sie und lacht.

Eine Haltung, auf die sie vielerorts trifft: Nicht fragloses Verständnis für ihre Situation, aber Akzeptanz, der ein Beschäftigen mit dem für die meisten unbekannten Thema EHS, ein Krankheitsbild, das die Weltgesundheitsorganisation inzwischen der Krebs-Förderung verdächtigt, folgt. Als Silvia Czub im Sommer vergangenen Jahres in der LVZ erstmals über ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen und mögliche Ursachen sprach, wusste sie nicht, dass sogar in unmittelbarer Nähe ihrer Steinbacher Wohnung, auf dem Nachbarblock, ein Sendemast installiert ist. "Seit dem Herbst schlafe ich deshalb im Rohbau unseres Hauses. Ich hab es zwischendrin immer wieder mal in der Wohnung versucht, aber das hat keinen Zweck", sagt sie. Das Haus, das sie und ihr Mann vor allem aus eigener Kraft errichten, ist massiv und soll zumindest einen erheblichen Teil der Strahlung fernhalten. Einzug ist im Sommer geplant. "Ich kann meinen Alltag meistern", sagt sie. Aber sie weiß, dass andere das nicht können. Sie drohen an EHS zu zerbrechen. Aufmerksam verfolgt die Steinbacherin die aktuelle Debatte über Mobilfunk-Strahlung im Bundestag. Und sie wirbt für eine Petition, die sich für ein weltweites Verbot von WLAN-Geräten und Mobilfunksendern in und auf Wohnhäusern, Schulen und Krankenhäusern ausspricht. "Kommen 50 000 Unterschriften zusammen, dann muss sich der Bundestag damit befassen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.03.2013

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