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Was macht eigentlich... Gerhard Gey? Zeit für die Enkel und zweimal Fitnessstudio

Ex-Landrat Gerhard Gey Was macht eigentlich... Gerhard Gey? Zeit für die Enkel und zweimal Fitnessstudio

Er hat losgelassen. Nach 25 Jahren als Landrat dreier Landkreise. Nach seiner Verabschiedung Ende Juli ist der frühere Landrat Gerhard Gey (CDU) in seinem neuen Leben angekommen. „Und mir ist es noch keinen Tag langweilig gewesen“, sagt der Mann vom Jahrgang 1950.

Gerhard Gey (CDU/Mitte) mit Gattin Inge bei seiner Verabschiedung mit Ex-Regierungspräsident Walter Christian Steinbach (CDU).

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Er hat losgelassen. Nach 25 Jahren als Landrat dreier Landkreise. Mit seiner Verabschiedung Ende Juli ist der frühere Landrat Gerhard Gey (CDU) in seinem neuen Leben angekommen. „Und mir ist es noch keinen Tag langweilig gewesen“, sagt der Mann vom Jahrgang 1950. Da passte es, dass Gattin Inge ihr mehr als vier Jahrzehnte währendes Arbeitsleben als OP-Schwester sozusagen zeitgleich beendete. Und so standen nach der Verabschiedung erst einmal Reisen an – nach Island sowie mit den Enkelkindern auf einem Hausboot auf den Gewässern rund um Berlin.

Der Tag von Gerhard Gey ist gut gefüllt. „Ich habe vor allem Hausaufgaben gemacht“, erzählt er und meint damit etwa die Abholzung von 14 kranken Bäumen im eigenen Garten. 14 Baumstümpfe zeugen von der Gey`schen Handarbeit. Der promovierte Ingenieur für Tierproduktion entmüllt das private Archiv, geht mit seiner Frau zweimal in der Woche ins Fitnessstudio und verfolgt natürlich die große und kleine Politik. Mit einem gewissen Abstand, „weil ich die Dinge in guten Hände weiß“, jedenfalls in der Kreisverwaltung. Und weiter: „Ich bin zufrieden mit dem, was ich erreicht habe.“ Es sei ihm nicht schwergefallen, loszulassen, sagt der Mann, der sich als Landrat immer weniger als Politiker verstanden hat (der er natürlich war). Sondern eher als Manager oder Dienstleister. „Ich bin ja damals nicht in die Kommunalpolitik gegangen, um Landrat zu werden oder einen anderen Posten zu bekommen.“ Er habe, damals im Jahr 1990, seinen Beitrag zur deutschen Einheit leisten wollen.

Die Zahl seiner Besuche im Bornaer Landratsamt ist deshalb recht überschaubar. Dass er bei der Verabschiedung des langjährigen Ersten Beigeordneten Wolfgang Klinger (CDU) im Dezember mit dabei war, versteht sich. Und seine mehrfach angekündigte Befürchtung, er müsse aufpassen, am 1. August, dem Amtsantritt seines Nachfolgers Henry Graichen (CDU), nicht wie gewohnt ins Bornaer Büro zu fahren, hat sich am Ende doch bewahrheitet. Allerdings aus gutem und nachvollziehbarem Grund. Simone Seidel, Geys langjährige Sekretärin, feierte justament an diesem Tag ihr Dienstjubiläum. Wie ihr Dienstherr war sie vor einem Vierteljahrhundert ins Landratsamt, damals in der Grimmaer Karl-Marx-Straße, gekommen.

Gerhard Gey hat sich fest vorgenommen, „nicht in irgendwelche Dinge hineinzureden“. Höchstens zu antworten, wenn er gefragt werden sollte. Das ändert nichts daran, dass er verfolgt, wie das beherrschende Thema seiner letzten Monate im Amt, die steigende Zahl von Asylbewerbern, nach seinem Ausscheiden und dem Merkel-Satz – „Wir schaffen das“ – eine völlig neue Dimension bekommen hat. Ein alter Fahrensmann wie Gerhard Gey weiß aber auch, dass es immer wieder dramatische Herausforderungen gibt. Und er denkt dabei an die großen Hochwasserkatastrophen.

Als Rentner, ein Wort, bei dem einem einer wie Gey eher nicht in den Sinn kommt, hat mit vielen selbstgestellten Aufgaben zu tun. Gey ist Präsident des Trägervereins „Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen“. Er pflegt die Homepage der Tennisabteilung des SV Grimma 1919 und bereitet die zahlreichen Urlaubsbilder zu Dokumentarfilmen auf. Oder er schreibt Texte für Lieder zu Gitarre, die er dann bei Feiern mit Freunden vorträgt.

Die gibt es jetzt häufiger noch als früher. Ehefrau Inge Gey kümmert sich dabei um die Termine. Logisch. „Mein Mann hatte immer jemanden, der sich um seine Termine gekümmert hat.“

Von Nikos Natsidis

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