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Geithain Wendejubiläum: Buch und Ausstellung geplant
Region Geithain Wendejubiläum: Buch und Ausstellung geplant
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17:46 19.05.2015
Carmen Schmidt vom Museumsteam und Bernd Richter, der Vorsitzende des Heimatvereins, im Gespräch. Quelle: Jens Paul Taubert

Ein Buch über die Ereignisse der Wendezeit in Geithain und der Region soll entstehen, begleitet von einer Sonderausstellung im Museum.

Bernd Richter, der neue Vorsitzende des Heimatvereins, war von 1990 bis 1994 Stadtverordneter in Geithain, besitzt noch zahlreiche Unterlagen aus dieser Zeit und hat vieles persönlich miterlebt. Auch bei den zehn Sitzungen des Runden Tisches in Geithain zwischen Dezember 1989 und April 1990, die Pfarrer Helmut Scholz leitete, war er jeweils dabei.

Als sein Vorgänger im Amt des Vereinsvorsitzenden, Gottfried Senf, vor zwei Jahren den dritten Teil der Geithain-Chronik erarbeitete, hat Richter einen Part über die Zeit 1989 bis 2000 zugearbeitet. Nun soll diese Wendephase im Mittelpunkt einer eigenständigen Publikation stehen, die wichtige Ereignisse zwischen den letzten Kommunalwahlen der DDR im Mai 1989 bis etwa zur Bundestagswahl im Herbst 1990 beleuchtet. "Am Thema besteht großes Interesse", das habe er in zahlreichen Gesprächen bemerkt. Dabei soll das Geschehen in Geithain und der Region natürlich nicht losgelöst von den Ereignissen in Sachsen, Deutschland und der Welt betrachtet werden. Eine Chronik werde widerspiegeln, was jeweils in der sächsischen Kleinstadt geschah und was sich parallel in der "großen Politik" abspielte.

Richter hofft für das Projekt auf Fördermittel des Kulturraums Leipziger Raum, ein entsprechender Antrag wird gestellt. Das geplante Buch soll im Sommer 2014 erscheinen, schon fast 50 Seiten hat Bernd Richter chronologisch erarbeitet. "Hundert Seiten werden es bestimmt", schätzt er. Jene Versammlung vom 5. November 1989 mit rund 2500 Teilnehmern im Geithainer Stadion soll genauso Aufnahme finden, wie die Erinnerungen von Frank Böttger an die Wendezeit, die unsere Zeitung 2009 veröffentlicht hat. Ein möglichst umfassendes Bild soll entstehen. Deshalb sind alle, die etwas beitragen können, aufgerufen, sich möglichst zeitnah zu melden. Gesucht sind Beiträge, Erinnerungen, Fotos, Flugblätter, Aufrufe - alles, was die Geschehnisse dieser Zeit beleuchtet. Dabei soll es nicht nur um Geithain alleine gegen, sondern auch um die Ereignisse in Bad Lausick, Frohburg, Kohren-Sahlis und nach Möglichkeit auch in den Landgemeinden. "Wir werden dafür auch noch auf die Heimatvereine der anderen Kommunen zugehen", kündigt Bernd Richter an. Er hat beispielsweise schon den Geithainer Joachim Weinrich gebeten, seine selbst verfassten Gedichte zu Geithain ins Aufnahmegerät zu sprechen und hat sie dann abgeschrieben.

Das Heimatmuseum der Stadt bereitet parallel eine Sonderausstellung vor, die von September bis Ende 2014 zu sehen sein wird. Sie wird Teile des Materials aus dem Buch zeigen, aber darüber hinaus auch weitere Zeitdokumente. "Ich freue mich über dieses Gemeinschaftsprojekt und die Zusammenarbeit mit dem Heimatverein", betont Carmen Schmidt vom Museumsteam. "Ich denke schon, dass das interessiert - für die Jungen vielleicht als erste Begegnung mit dem Thema und für die Älteren als Rückblick." Die Museumsmitarbeiterin könnte sich vorstellen, dass es im Rahmen der Sonderschau auch eine Gesprächsrunde im Museum gibt - vielleicht zwischen Zeitzeugen und Schülern. "Es wäre gut, die Herzen mit zu erreichen", betont Schmidt, die auf eine Fortsetzung der Kooperation mit dem Heimatverein hofft.

Wer Erinnerungen, Fotos oder Dokumente aus der Wendezeit zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich beim Heimatverein Geithain zu melden. Der hat immer dienstags von 9.30 bis 11.30 Uhr Sprechzeit im Torhaus, Telefon 034341/44929; E-Mail: geithainerheimatv@gmx.de

Kontakt ist auch über das Heimatmuseum möglich, das ab April nach der Winterpause wieder öffnet. Bis dahin ist Carmen Schmidt jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 14 Uhr erreichbar. Telefon 034341/4 44 03, E-Mail: heimatmuseum.geithain@googlemail.com

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.03.2013

Inge Engelhardt

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