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Geithain Wendet sich Kohren nun nach Geithain? Fusion mit Frohburg verschiebt sich
Region Geithain Wendet sich Kohren nun nach Geithain? Fusion mit Frohburg verschiebt sich
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07:00 06.09.2016
Blick auf den Kohrener Töpferbrunnen. Kommt Geithain als neuer Partner für ein Zusammengehen in Sicht? Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Kohren-Sahlis/Geithain

Zerschnitten ist das Tischtuch zwischen Kohren-Sahlis und Frohburg nicht. Dass der Stoff indes Stellen aufweist, bei denen das Gewebe weniger fest ist, das war in den zurückliegenden Monaten der Annährung beider Kommunen aneinander immer wieder zu hören. Vor allem die Finanzierung des Fremdenverkehrsverbandes Kohrener Land benannte der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) mehrfach als einen aus seiner Sicht entscheidenden Problempunkt – und er fand darin die Unterstützung der klaren Stadtrats-Mehrheit. Dass der Eingemeindungstermin 1. Januar 2017 nicht mehr zu halten ist, war zuletzt ebenso oft zu hören.

Dass er jetzt in der Tat verschoben wird, soll der Frohburger Stadtrat auf seiner Sitzung am Donnerstag beschließen. Parallel dazu zeigt sich, dass man in Kohren-Sahlis den Weg nach Frohburg als nicht den einzigen aus der finanziellen Misere betrachtet: Eine Annäherung an Geithain und Narsdorf, die ihrerseits jetzt über eine Fusion verhandeln wollen, findet bereits statt – und sie ist aus raumordnerischer Sicht durchaus nicht von der Hand zu weisen. Das Geithainer Bauamt unterstützt Kohren-Sahlis seit wenigen Tagen bei der Betreuung von Bauvorhaben. „Das läuft super“, sagt Siegmund Mohaupt (CDU), Kohrens Bürgermeister. Ein solches Gesuch auf Amtshilfe, das man im Zuge des Fusionsprozesses folgerichtig an Frohburg gestellt habe, sei dort ablehnend beschieden worden. Dass aus der aktuellen Hinwendung zu Geithain mehr werden könnte, will Mohaupt keinesfalls ausschließen. Der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) habe ihm den Wunsch seines Stadtrates übermittelt, Geithain wolle sich in Kohren-Sahlis in aller Form als ein potenzieller Partner zumindest vorstellen: „Das nehmen wir natürlich an – ganz klar.“

Dass die Eigenständigkeit der Stadt Kohren-Sahlis über den 1. Januar 2017 hinaus in die Verlängerung gehen soll, lässt sich auch an der Kohrener Haushaltplanung ablesen: Nach der Debatte in den Ausschüssen soll sich der Stadtrat in zwei Wochen mit dem Doppel-Etat 2016/17 befassen – ganz ungeachtet der Tatsache, dass das Minus von einer runden halben Million Euro nicht abzutragen ist. Um eine Fusion mit Frohburg vorzubereiten, sieht Mohaupt mehrere Baustellen: nicht nur die Haushaltlage beider Städte und die Situation des Fremdenverkehrsverbandes; erheblichen Gesprächsbedarf diagnostiziert er auch beim gemeinsamen Brandschutzbedarfsplan.

Dass Kohren-Sahlis demnächst noch die Pferde wechselt und statt mit Frohburg lieber mit Geithain zusammengeht, wäre mit der Position des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen durchaus kompatibel. „Kohren-Sahlis hätte aus unserer Sicht zwei gleich gute Möglichkeiten gehabt: den Weg nach Frohburg oder den nach Geithain“, sagte Andreas Berkner, Leiter der Planungsstelle, kürzlich der LVZ. Das sieht Siegmund Mohaupt ähnlich. Ein Gebilde aus Frohburg und Kohren-Sahlis wäre von der Zahl der Einwohner her vergleichbar mit Geithain plus Narsdorf plus Kohren-Sahlis. „Geithain und Narsdorf werden das bis spätestens Mitte nächsten Jahres durchgezogen haben“, sagt er. Da sei es nur konsequent zu erwägen, wo Kohren-Sahlis stehen könnte in einem solchen Prozess, der den Südzipfel des Landkreises Leipzig nachhaltig neu strukturiere.

Von Ekkehard Schulreich

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