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Wer weiß etwas über Else Otto?

Wer weiß etwas über Else Otto?

Else Otto treibt Hagen Witruk um. Im Lagerraum für Elektroteile hat der Geschäftsführer der Geo - Gesellschaft für Emaillierung und Oberflächentechnik Geithain mbH - im Vorjahr ein Gemälde gefunden, das die ehemalige Mitarbeiterin des Geithainer Emaillierwerkes darstellt.

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Das restaurierte Porträt von Else Otto hängt im Verwaltungsgebäude der Geo.

Quelle: Privat

Geithain. Er hat es restaurieren lassen, nun hängt es im Verwaltungsgebäude der Geo, und ihr Chef fragt sich immer wieder, warum dieses Bild gemalt wurde, wie der Maler hieß und wer Else Otto war.

 

 

Nur spärlich sind die Informationen, die bisher zutage traten. In dem per Hand geführten Buch zur Sozialversicherung des früheren Emaillierwerkes taucht Else Otto auf. Aus dem Eintrag geht hervor, dass sie am 29. Dezember 1906 in Rötha geboren wurde. Ihre Versicherungskarte war am 18. Januar 1938 ausgestellt worden. Sie soll in Geithain gewohnt haben in dem Haus Ecke Nikolaistraße/Kuttelpforte. Zu DDR-Zeiten war sie im Betrieb als Punktschweißerin tätig, hat Griffe an Töpfe angeschweißt. Solche Töpfe machten den Namen Geithains weithin bekannt.

Gemalt worden sein soll Else Otto in den 60er Jahren. Ihr Bild hing bis zur Wende im Speisesaal des Betriebes bis dieser weggerissen wurde. Zu gern wüsste Hagen Witruk mehr über die Geschichte dieses Porträts. Wer etwas weiß, den bittet er darum, sich in der Geo zu melden - und verspricht sich gute Chancen auf weitere Informationen, denn viele Familien in Geithain und Umgebung sind eng mit der "Emaille" verbunden.

 

 

Schon 1914 bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges produzierten hier 250 Beschäftigte rund 600 Tonnen emailliertes Geschirr im Jahr. 1926 erfolgte die Übernahme der Betriebsführung durch Dr. Bernhard Magnussen, unter dessen Leitung in Geithain das modernste Emaillierwerk in Deutschland entstand. 1927 waren Geithainer Emailwaren erstmals auf der Leipziger Messe zu sehen. 1938 erfolgte auch eine Einbeziehung der Firma in die Rüstungs- und Kriegsproduktion, die Belegschaft wuchs auf 800 Mitarbeiter an. Mit dem Einmarsch US-amerikanischer Truppen in Geithain erfolgte am 14. April 1945 die sofortige Stilllegung des Betriebes. Dann kam die Sowjetarmee, auf Grundlage des Potsdamer Abkommens erfolgte die Enteignung des Betriebes und seine vollständige Demontage.

Mit viel Engagement organisierten 1946 rund 50 ehemalige Betriebsangehörige aus Geithain und Umgebung einen Neubeginn der Produktion. Ende des Jahres lief die Produktion wieder an. Ab 1947 hieß der Betrieb VEB Geithainer Emaillierwerk. Erste emaillierte Produkte wurden wieder auf der Leipziger Messe ausgestellt. Die Belegschaft wuchs auf 158 Arbeitskräfte an.

 

 

Nach der Wende ging der Bedarf an den Produkten drastisch zurück, der Betrieb ging 1992 in Liquidation. Ein Jahr später erfolgte dann die Gründung der Geithainer Emaillierwerk GmbH. 1998 wurde das 100-jährige Bestehen gefeiert, mit über 100 Mitarbeitern war das Unternehmen immer noch einer der größten Arbeitgeber in der Region. Eines seiner Standbeine stellte die Emaillierung von Wärmetauschern und Boilern dar. Daraus entstand 2005 die Geo, als die Emaillierwerk GmbH in Insolvenz gehen musste. Welche Rolle hat die Arbeiterin Else Otto in dieser wechselvollen Geschichte gespielt? Hagen Witruk ist gespannt, mehr darüber zu erfahren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.07.2014
Inge Engelhardt

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