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Geithain Wertvolle Prießnitzer Häcker-Orgel erhält ihre Stimme zurück
Region Geithain Wertvolle Prießnitzer Häcker-Orgel erhält ihre Stimme zurück
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07:00 07.04.2016
Die Orgel in der Prießnitzer Annenkirche ist seit 2002 nicht mehr spielbar. Das will die Gemeinde ändern. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Prießnitz

Seit 2002 ist die Orgel in der Prießnitzer Kirche verstummt. Das Instrument, 1825 von Carl Gottlieb Häcker erbaut, muss dringend restauriert werden. Seit Jahren schon sammelt die Kirchgemeinde Spenden, um ihren Anteil an den auf 40 000 Euro veranschlagten Kosten zu leisten. Am Sonntag erhält sie dabei Unterstützung durch gute alte Bekannte: Kantorin Elisabeth Rummel und ihr jüngster Bruder Christoph, als Kinder des langjährigen Pfarrers Dietmar Rummel in Prießnitz aufgewachsen, geben 17 Uhr in der Annenkirche ein Benefizkonzert.

„Auf dieser Orgel habe ich meine ersten Töne gespielt“, erinnert sich Elisabeth Rummel an die Orgelstunden mit dem damaligen Kantor Günther Göpelt. Schon damals, eingangs der Achtzigerjahre, sei das Instrument schwer zu spielen und einen Ton zu hoch gewesen. Elisabeth Rummel, die mit 18 Jahren Prießnitz verließ, lange als Kantorin im nahen Bad Lausick arbeitete und mit ihrem Mann Wolfram, Pfarrer in Zöblitz, ins Erzgebirge zog, wo sie als Kantorin tätig ist – sie erinnert sich gern an ihre Prießnitzer Jahre: „Wenn ich Freunde in Bad Lausick besuche, wähle ich ganz bewusst den Weg über Prießnitz.“ Dass das Bemühen der Gemeinde, die Orgel wieder in Ordnung zu bringen, auch ihre Herzenssache ist, kann da nicht verwundern. Gemeinsam mit Christoph Rummel bringt sie am Sonntag geistliche und weltliche Lieder und Instrumentalstücke auf Spinett, Klavier, Blockflöte und Cello zu Gehör. Der Eintritt ist frei; um eine Spende für die Orgel wird gebeten.

„Ich habe diese Orgel noch nie gehört“, sagt Barbara Vetter, seit neun Jahren Pfarrerin in Prießnitz. Seit 2002 ruht das Instrument, das der Lehrer des renommierten Bornaer Orgelbaumeisters Urban Kreutzbach schuf und das Kreutzbach später umbaute. „Seit vielen Jahren sammeln wir Spenden für das Instrument. Das Benefizkonzert ist ein weiterer Baustein“, sagt sie. Um die enorme Summe aufzubringen, habe man Denkmalpflege-Gelder beantragt und setze auch auf eine Unterstützung durch die Landeskirche.

Der ursprüngliche Wunsch, die Orgel bis zum 400. Kirchenjubiläum zu neuem Klang zu führen, lasse sich zwar nicht realisieren; doch vielleicht gelinge es, mit den Arbeiten in diesem Jubiläumsjahr zumindest noch zu beginnen. Zwar liegen die Ursprünge des Prießnitzer Kirchenbaus deutlich weiter zurück, doch gilt der Umbau von 1616 als entscheidendes Datum. Damals ließ Hans von Einsiedel das Gebäude um die Seitenschiffe erweitern und sorgte für die Ausstattung im Stile der Renaissance, die den Innenraum bis heute prägt. „Er ist seit dieser Zeit im Kern unverändert geblieben. Das ist etwas Besonderes“, sagt Barbara Vetter. Und ein Grund zu feiern: Das Kirchenjubiläum wollen die Prießnitzer vom 9. bis 11. September begehen.

Von Ekkehard Schulreich

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